Alle Beiträge

Die Texte unserer Radiosendungen in den Programmen des SWR können Sie nachlesen und für private Zwecke nutzen.
Klicken Sie unten die gewünschte Sendung an.


SWR3 Worte

Elie Wiesel überlebte die Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald. Es ist beeindruckend, wie er trotz dieser schrecklichen Erfahrungen die Menschen sieht.

 „Ich weiß - und ich spreche aus Erfahrung -, dass wir selbst in der Finsternis Licht schaffen und Träume des Mitfühlens nähren können. Ich weiß, dass wir uns mitten im Gefängnis frei und befreiend denken können. Ich weiß, dass es selbst in der Verbannung Freundschaft gibt und dass sie zum Anker werden kann.

Ja, ich glaube an den Menschen, trotz des Menschen... Als Jude glaube ich an die Wiederkunft des Messias. Das bedeutet aber nicht, dass die Welt dann jüdisch wird, ich denke, sie wird einfach freundlicher und menschlicher sein."

https://www.kirche-im-swr.de/?m=14490

Gott, du hast viel mit mir angestellt
in diesem Jahr,
ich habe mich anstellen lassen

einiges, vieles ist schiefgelaufen,
manches hätte anders sein können
wenn ich meinen Dickkopf aufgegeben hätte
nicht so bequem gewesen wäre
nachgedacht hätte
auf dich gehört hätte

darf ich noch mal neu anfangen
jetzt in diesem neuen Jahr?
Ja?
Du trägst nicht nach,
lässt mich nicht los,
auch wenn ich dich häufig genug
losgelassen habe?

Bleibe bei mir in diesem neuen Jahr, ich habe ein bisschen Angst, ob ich das alles so schaffen werde, was da auf mich zukommt.


Ein Gebet zum neuen Jahr von Andrea Schwarz.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=14489

Morgen ist Welt-Braille-Tag. Der Welttag der Blindenschrift. Der Franzose Louis Braille hat diese Schrift als Jugendlicher entwickelt.

Die Präsidentin des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands, Renate Reymann, über den hohen Wert der Braille-Schrift in ihrem Leben.

„In meinem Leben war es bis vor zehn Jahren selbstverständlich, Informationen durch Schwarzschrift aufzunehmen: Lebensmittelverpackungen, Busfahrpläne und natürlich Zeitungen und Bücher. Doch meine Sehfähigkeit lässt immer mehr nach und ich muss mich zunehmend daran gewöhnen, Punktschrift zu benutzen.

Als Louis Braille die geniale Sechs-Punkte-Schrift erfand, gab er blinden Menschen eine Kulturtechnik unter die Hände, die ihnen Selbstständigkeit und Unabhängigkeit brachte. Selber lesen geht oft schneller und ist intensiver, als einer vorlesenden Stimme zu lauschen. Wie viel einfacher ist es, Telefonnummern abzulesen, statt vom Diktiergerät abzuhören.

Ich brauche sie täglich für Zugang zu Informationen, zur Orientierung, für die Selbstständigkeit und nicht zuletzt für meine Leselust."

https://www.kirche-im-swr.de/?m=14488

Die französische Sozialarbeiterin und Schriftstellerin Madeleine Delbrel hat sich in den 30er Jahren um Menschen in Arbeitervierteln gekümmert. Dadurch hat sie ihren Glauben im Alltag ganz praktisch gelebt und daraus viel Kraft geschöpft. Hier eine Ermutigung für den Tag.

 

„Geht in euren Tag hinaus

ohne vorgefasste Ideen,

ohne die Erwartung von Müdigkeit,

ohne Plan von Gott,

ohne Bescheidwissen über ihn,

ohne Enthusiasmus,

ohne Bibliothek -

geht so auf die Begegnung mit ihm zu.

Brecht auf ohne Landkarte

und wisst, dass Gott unterwegs zu finden ist,

und nicht erst am Ziel.

Versucht nicht, ihn nach Originalrezepten zu finden,

sondern lasst Euch von ihm finden."

Madeleine Delbrel, Gott einen Ort sichern. Texte - Gedichte - Gebete, Ostfildern 2002, S. 37.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=14487

Heute ist Weltfriedenstag. Mit diesem Segen aus dem Alten Testament wünsche ich Ihnen ein frohes und friedliches Jahr 2013.

 

„Der Herr segne und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig.

Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil."

https://www.kirche-im-swr.de/?m=14486

Ein Segenswunsch für das neue Jahr und damit für alles, was auf uns zu kommt.

 

„Möge dann und wann deine Seele aufleuchten im Festkleid der Freude.

Möge dann und wann deine Last leicht werden

und dein Schritt beschwingt wie im Tanz.

Möge dann und wann ein Lied aufsteigen vom Grund deines Herzens

um das Leben zu grüßen, wie die Amsel am Morgen

Möge dann und wann der Himmel über deine Schwelle treten."

https://www.kirche-im-swr.de/?m=14485

So kurz vor dem Jahresende ein Gebet von der niederländischen Lehrerin Etty Hillesum. Sie ist Jüdin gewesen und wurde 1943 im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet.

„Sonntagmorgengebet. Es sind schlimme Zeiten, mein Gott.
Ich verspreche dir etwas, Gott, nur eine Kleinigkeit:
Ich will dir helfen, dass du mich nicht verlässt.
Es wird immer deutlicher: dass du uns nicht helfen kannst,
sondern dass wir dir helfen müssen, und dadurch helfen wir
uns letzten Endes selbst.
Ich werde in der nächsten Zukunft noch sehr viele Gespräche
mit dir führen und dich auf diese Weise hindern, mich zu verlassen."

https://www.kirche-im-swr.de/?m=14484