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SWR3 Worte

Es ist nicht leicht für Eltern, wenn ihre Kinder nach und nach erwachsen werden. Ich finde, da ist die Kunst der Eltern gefragt, ihre Kinder auch dann so zu nehmen, wie sie sind. Davon erzählt - mit einem Augenzwinkern - folgender Text.

„Wonach hattest du denn am meisten Heimweh?, fragen Eltern, wenn Zwölfjährige von der ersten Klassenfahrt heimkommen. Und klar denkt man, sie sagen: Nach Mama! Nach Papa! Und was sagen sie? Sie sagen, weil Zwölfjährige meistens ziemlich ehrlich sind: Nach Mika! Mika ist die Katze. Es ist nicht lustig, auf eine Katze eifersüchtig zu sein. Wie zärtlich die sind mit zwölf - zu ihrer Katze. Mama darf längst nicht mehr am Schultor küssen. Auch nicht auf die Wange. Aber Mika, wird gestreichelt und gekrault. Der Teddytiger darf auch nicht mehr in den Koffer. Aber Mika ist ja so süüüüß. Bald wird irgend so ein Nicolo kommen oder ein Lukas mit Schuhgröße 48. Und dann wird man sie nach den Ferien fragen, nach wem hattest du Heimweh? Und sie werden schwindeln: Nach Mama! Nach Papa!" 

Aus dem Magazin chrismon.

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Der 9. November ist ein Tag voller Geschichte: grausam und hoffnungsvoll. So wurde am 9. November 1918 die Deutsche Republik ausgerufen, 1938 fand unter Hitler die Pogromnacht statt, in der fast überall Synagogen brannten und Geschäfte zerstört wurden. Und 1989  begann an diesem Tag die Mauer zu bröckeln.
Dass es auf jede und jeden einzelnen ankommt, um an einer gerechten und friedlichen Welt zu bauen, beschreibt schon der Apostel Paulus:

„Schwestern und Brüder! Wir sind Gottes Bau. Der Gnade Gottes entsprechend, die mir geschenkt wurde, habe ich wie ein guter Baumeister den Grund gelegt; ein anderer baut darauf weiter. Aber jeder soll darauf achten, wie er weiterbaut. Denn einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist: Jesus Christus. Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Gottes Tempel ist heilig und der seid ihr."

 

Aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=14108

Vor 50 Jahren haben sich in Rom viele Bischöfe versammelt, um die Kirche zu reformieren: Das 2. Vatikanische Konzil. Damals  schlossen einige Bischöfe heimlich einen Pakt, der sie zu Armut verpflichtete. Hier ein Auszug aus diesem Pakt: 

„Als Bischöfe [...] nehmen wir die folgenden Verpflichtungen auf uns: Wir werden uns bemühen, so zu leben wie die Menschen um uns her üblicherweise leben, im Hinblick auf Wohnung, Essen, Verkehrsmittel und allem, was sich daraus ergibt.

Wir werden alles dafür tun, dass die Verantwortlichen unserer Regierung solche Gesetze [...]schaffen und wirksam werden lassen, die für Gerechtigkeit, Gleichheit und gesamtmenschliche harmonische Entwicklung jedes Menschen [...] notwendig sind. Dadurch soll eine neue Gesellschaftsordnung entstehen, die der Würde der Menschen- und der Gotteskinder entspricht."

https://www.kirche-im-swr.de/?m=14107

Einst, als das Wetter schlecht und die Ernte missraten war, litt ein kleines Dorf besonders unter der Not. Die Stimmung war gedrückt, und jedem Bewohner schien es, als leide er am meisten unter der Situation. Schließlich befragten die Dorfältesten einen Einsiedler in einer nahegelegenen Klause, wie sie aus der allgemeinen Niedergeschlagenheit herauskommen könnten. Der Weise antwortete: „Wenn denn jeder meint, das Schicksal habe ihm die schwerste Last auferlegt, dann soll jeder seine Sorgen und Nöte zu einem Paket schnüren und es an die alte Linde in der Mitte des Dorfes hängen. Er darf sich dafür das Päckchen eines anderen nehmen." Gesagt, getan. Jeder hängte seine Sorgen an den Baum und nahm sich ein anderes Päckchen. Doch wie überrascht waren alle, als sie die fremden Pakete zu Hause öffneten und feststellten, dass die Sorgen darin so viel größer waren als die eigenen! Und so eilte jeder leise zu dem Baum zurück, hängte das fremde Päckchen an einen Ast, suchte sich sein eigenes und ging zufrieden nach Hause. 

Aus dem Magazin Andere Zeiten.

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Soziale Netzwerke sind in aller Munde und werden mal gut und mal schlecht bewertet. Was so ein Netzwerk für Menschen ohne festen Wohnsitz bedeutet, darüber hat der amerikanische Soziologe Jipson mit Obdachlosen gesprochen. Die Süddeutsche Zeitung berichtet:

„Über Mobiltelefone nutzen Obdachlose Facebook und Twitter für praktische Zwecke, etwa dazu, sich Mahlzeiten oder Unterkünfte zu organisieren. Die Netzwerke dienen ihnen aber auch als Rückzugsräume, und als Medien, um mit Freunden und Familien in Kontakt zu bleiben. In manchem Fall ist die gesellschaftliche Teilhabe online erheblich größer. Jipson zitiert einen Obdachlosen:
Niemanden im Netz kümmert es, wenn ich gestern nicht geduscht habe oder ein bisschen rieche... Ich fühle mich akzeptiert. Ich bin akzeptiert."

https://www.kirche-im-swr.de/?m=14105

Der November ist ein Monat, in dem es viel um Dunkelheit und Tod geht. Dazu ein Text von Joachim Ringelnatz. 

Wenn ich tot bin, darfst du gar nicht trauern.

Meine Liebe wird mich überdauern

Und in fremden Kleidern dir begegnen

Und dich segnen.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=14104

Schema Israel 

In den katholischen Kirchen wird heute das Gebet „Höre Israel" gelesen. Es steht im Alten Testament.
Es bedeutet den Juden sehr viel und ist ihr Glaubensbekenntnis. Und das gefällt mir so am Schema Israel: es bringt mit wenigen, aber genau den richtigen Worten meinen Glauben auf den Punkt. Und es hat den ganzen Menschen im Blick: Herz, Seele und Kraft.
Es klingt so: 

„Höre Israel! Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft. Diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte, sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen."

https://www.kirche-im-swr.de/?m=14103