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SWR3 Worte

05DEZ2020
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Mit sich selbst allein zu sein - und zwar gerne, das kann man lernen. Die Freiburger Soziologin und Psychotherapeutin Ursula Bernauer sagt:

"Ja, ich glaube, Alleinsein muss man lernen, so wie man das Leben lernen muss. Das ist ein Prozess, in dem Einsamkeit ganz reich wird und mit ganz vielen Möglichkeiten ausgestattet ist: wenn man in Kontakt kommt mit sich selbst, mit seiner Geschichte, mit seinen Ideen, seinen Optionen und seinen Träumen. Und damit auch eigentlich mit der Welt überhaupt, also dieses Allein ist  ein All-Ein, ein Sich-Verbunden-Fühlen mit der Welt. [...]

Mein Rat für das Alleinsein-lernen: Neugierig werden!
Wahrnehmen, riechen, schmecken. Der Welt zugewandt sein in ihrem Reichtum. Es gibt so viel zu entdecken!"

Ursula Bernauer, Allein und doch nicht einsam. Vom Glück, nicht immer Gesellschaft zu brauchen. Von Margit Irgang. SWR 2 Leben, Mi. 5.5.2010, 10.05 Uhr.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32127
04DEZ2020
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Die Adventszeit ist auch eine Zeit der Sehnsucht. Vielleicht spüren wir das ja gerade in diesem Jahr besonders? Der Autor Hanspeter Wolfsberger sagt über die Sehnsucht:

„Sehnsucht überschreitet die Welt. Sie ist ein Zeichen dafür, dass diese Welt für uns zu klein ist. Wir sind für Größeres bestimmt.
Deshalb soll diese Welt auch keine Macht über uns bekommen. Auch nicht die Menschen.
Kein Mensch kann meine tiefste Sehnsucht stillen. Dann sollen wir das auch nicht voneinander erwarten.

Es ist gut, unserer leisen Stimme der Sehnsucht Gehör zu schenken; still zu werden, stehen zu bleiben, das Abenteuer zu spüren, das zu Gott weist und der Seele zu gönnen, wonach sie sich zutiefst sehnt.“

Hanspeter Wolfsberger, Stille Zeit, in: Aufbruch zu Advents- und Weihnachtsstille. Ein Wegbegleiter in der Zeit der Lichter

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32129
03DEZ2020
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Es läuft nicht immer alles glatt im Leben. Der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry wusste das und hat entsprechende Situationen erlebt. Er sagte in solchen Momenten:

„Gott, bewahr‘ mich vor dem naiven Glauben,
es müsste im Leben alles glatt gehen.
Und schenke mir die nüchterne Erkenntnis,
dass Schwierigkeiten, Misserfolge und Rückschläge
eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind,
durch die wir wachsen und reifen können.“

Antoine de Saint-Exupéry, In: Evangelisches Kirchengesangbuch. Ausgabe für die Landeskirche in Württemberg.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32128
02DEZ2020
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Wie kann ich andere trösten? Auf diese Frage antwortet die Schweizer Psychoanalytikerin Verena Kast:

„Wenn mir ein Mensch, der seinen Partner verloren hat, erzählt, wo er mit ihm zum letzten Mal war, frage ich nach: ‚Erzähl doch mal! Wie war denn das, als ihr dort gewesen seid?‘ Und dann höre ich zu!

Denn in Verlustsituationen und Trauerprozessen hilft es am meisten, wenn man einen Menschen hat, der einen in den Arm nimmt und zuhören kann. Dem man sagen kann, wie verlassen man sich fühlt, welche ungeheure Angst oder wahnsinnige Wut man hat.
Sich Zeit nehmen, das ist die Aufgabe der Tröstenden!“

Verena Kast, "Wenn das Essen warm ist und gut riecht." In: Zeitschrift: Brigitte woman.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32130
01DEZ2020
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Engel – in der Adventszeit begegnen sie uns als Deko in den schönsten und manchmal auch kitschigsten Formen! Aber es gibt sie auch in echt - sichtbar und unsichtbar, meint Dietrich Steinwede:

„Es gibt sichtbare Engel:

Engel zu Hause;
Engel im Bus;
Engel, die einen unbekannten Verletzten verbinden;
Engel in Alltagskleidung; […]


Und dann gibt es unsichtbare Engel:
Ich werde beschützt. Ich weiß nicht, von wem.
Ich sage: Das war ein Engel.

Ich habe große Freude. Ich weiß nicht woher.
Ich sage: Das war ein Engel.
Mir wurde geholfen in großer Not.
Ich sage: Das war ein Engel.“

Dietrich Steinwede, Engel, In: Was ich gesehen habe. Thematische Bibelerzählungen für Kinder, Eltern und Lehrer.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32126
30NOV2020
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Was gibt dem Leben Sinn? Einen Menschen zu lieben, gibt Sinn. Aber das ist nicht so einfach, meint der Musiker und Sänger Gil Ofarim:

„Die drei Worte ‚Ich liebe dich‘ sind sehr schnell gesagt. Das auch zu leben, ist eine ganz andere Herausforderung. Ohne die anderen Gefühle schmälern zu wollen, erfahren an erster Stelle meine Kinder eine bedingungslose Liebe, die ich so von ihnen auch zurückbekomme. Diese Liebe ist mein Antrieb, mein Katalysator, der Grund, jeden Morgen aufzustehen. Kinder sind die Hoffnung für uns alle.“

Gil Ofarim im Gespräch mit Udo Eberl, Das Leben meint es gut mit mir

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32125
29NOV2020
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Heute ist der 1. Advent. Wer einen Adventskranz hat, zündet die erste Kerze an. Die weihnachtlichen Hoffnungen, die damit verbunden sind, beschreibt der Liedermacher Jürgen Henkys so:

„Das Volk, das noch im Finstern wandelt,
bald sieht es ein großes Licht.
Heb in den Himmel Dein Gesicht und steh und lausche, weil Gott handelt.

Er kommt mit Frieden. Nie mehr Klagen,
nie Krieg, Verrat und bittre Zeit!
Kein Kind, das nachts erschrocken schreit, weil Stiefel auf das Pflaster schlagen.

Die Liebe geht nicht mehr verloren.
Das Unrecht stürzt in vollem Lauf.
Der Tod ist tot.
Das Volk jauchzt auf und ruft: „Uns ist ein Kind geboren.“

Jürgen Henkys in Anlehnung an Jes 9,1-5. In: Evangelisches Kirchengesangbuch. Ausgabe für die Landeskirche in Württemberg.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32124