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SWR3 Worte

28NOV2020
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Lieben ist nicht romantisch-situative Zweisamkeit oder leidenschaftlich-körperliche Aktivität, ist nicht das Nachspielen von Filmsituationen und schon gar nicht Verfügungsmacht über jemand anderen. Liebe ist bewusstes Genießen des [Begeisterungs-]Gefühls, das jemand oder etwas in einem auslöst. Und das kann man sich immer und immer wieder selbst schaffen – real oder gedanklich.

 

Quelle:

Rotraud A. Perner, Liebe macht gesund, in: „Bibel heute“. Heft 2 (2014), Verlag Kath. Bibelwerk Stuttgart, 6

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27NOV2020
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Erinnerung ist nie abstrakt. Erinnerung entzündet sich an Gegenständen, Bildern, Bauwerken, Riten und Bräuchen. Und weil der Glaube aus dem Gedenken lebt, kann auch Glauben keine abstrakte Angelegenheit sein.

 

Quelle:

Andrea Pichlmeier, Tonspuren – Wortspuren, in: „Christ in der Gegenwart“ Nr. 10 (2011) vom 6.3.2011, Verlag Herder: Freiburg, S. 97

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26NOV2020
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Man kann sein Leben an zwei emotionalen Systemen orientieren. Das eine ist die Empathie. Das bedeutet, sich immer wieder zu fragen, wie man auf andere Menschen eingehen und sie für sich gewinnen kann. Diese Orientierung fördert seelische Stabilität und Zufriedenheit. Eine andere Orientierung bieten Leistung, Kontrolle und Geld. Sie ignorieren die Empathie – und machen anfällig für Depressionen, wenn der Erfolg ausbleibt.

 

Quelle:

Wolfgang Schmidbauer, in: T. Prüfer, Unser Lebensgefühl ist Unsicherheit, in: ZEIT- Magazin Nr. 9 (2011), S. 26

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25NOV2020
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Ein Satz, den ich nie verstanden habe, lautet: Ich bereue nichts. Wie muss man beschaffen sein, wenn man das mit voller Überzeugung von sich behaupten kann? Ist man dann besonders trotzig? Oder besonders vergesslich? Oder nur besonders einfältig? Ich bereue ganz viel.

 

Quelle:

Giovanni di Lorenzo, in: ders./ A. Hacke, Wofür stehst du? Was in unserem Leben wichtig ist – eine Suche, Kiepenheuer & Witsch: Köln 2010, 165

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24NOV2020
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Die Welt ist von vornherein immer ungerecht. ... Wer anfängt, sich mit der Frage nach Gerechtigkeit in der Welt auseinanderzusetzen, der öffnet ein Fass ohne Boden, zumal ja, nicht selten, Gerechtigkeit mit Gleichheit verwechselt wird, es aber doch die meisten von uns zutiefst ungerecht fänden, wenn man alle Menschen gleich behandeln würde.

... Ob und was man als ungerecht empfindet ist immer eine Frage des persönlichen Bezugsrahmens, auch der persönlichen Einstellung.

 

Quelle:

Axel Hacke, in: ders./G. di Lorenzo, Wofür stehst du? Was in unserem Leben wichtig ist – eine Suche, Kiepenheuer & Witsch: Köln 2010, 173 f

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32094
23NOV2020
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Was ist leichter, als einen Dankesgruß zu schreiben, was einfacher, als eine Karte zu schicken, um einfach wieder einmal „Grüß dich“ zu sagen oder jemandem einen kurzen Besuch zu machen, nur um zu sehen, wie es ihm geht. Aber wie selten tue ich das! Jedes Mal dagegen, wenn jemand sagt: „Mir hat ihr Vortrag gut gefallen“ oder „Ich fand ihre Äußerung sehr gut“ ... spüre ich, wie sich mein inneres Leben hebt, und der Tag scheint heller, das Gras grüner und der Schnee weißer als vorher zu sein. ... Allem Anschein nach sind solche Begebenheiten die kostbarsten Ereignisse des Lebens.

 

Quelle:

Henri J.M. Nouwen, Ich hörte auf die Stille, Herder: Freiburg 1978, S.179

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22NOV2020
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Das Geschenk des Lächelns –
Es kostet nichts und bewirkt so viel.
Es bereichert den, der es erhält,
ohne den arm zu machen, der es gibt.
Es dauert nur einen Augenblick,
aber die Erinnerung daran ist manchmal unauslöschbar.

 

Quelle:

Gertrud von Le Fort, aus: Zerreiß doch die Wolken. Texte zum Nachdenken. Hrsg. von M. Schlagheck/S. Schmidt/Th. Sternberg, Herder: Freiburg 2007, S. 106

https://www.kirche-im-swr.de/?m=32092