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SWR2 Wort zum Tag

„Der  Glaube kommt vom Hören“  - ein alter christlicher Grundsatz, der sich Tag für Tag bestätigt. Ich treffe eine Vereinbarung  und glaube wie selbstverständlich , dass sie wechselseitig gilt. Ich höre Lob und Tadel, und verlasse mich  darauf, dass sie echt und gut gemeint sind. Merkwürdig: die entscheidendsten Dinge des Lebens können wir uns nicht selbst sagen, wir können sie uns nur sagen und gesagt sein lassen. Wer könnte  schon nur von sich her sagen, dass er sich liebt? Er bliebe doch im Hamsterrad seines Ich gefangen. Wer könnte sich selbst  wirklich vergeben ? Wir können uns  in Wahrheit nur vergeben lassen   - und dann auch liebevoller mit uns selbst umgehen. Wir brauchen die ermutigende Zusage von anderen, um mit uns selbst klar zu kommen. Und immer steht am Anfang das Wort „Ich liebe dich“ von anderen.  Dann können wir mit Goethes Faust sagen: „die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“.  Wir können aber  auch christlich sagen: „ich glaube“  - und dann ist uns das Glück einer verlässlichen Beziehung geschenkt.

„Hören,hören! –O du mein Gott - / nur Taube wissen, wie Hören tut,/und warten im Eisblock des Schweigens/auf dein lebendiges Wort.“ So beginnt eines der Gedicht-Gebete von Christine Lavant, der Kärtner Dichterin. In diesem Jahr ist ihr  hundertster Geburtstag zu feiern.  Wie betäubt  von  viel Elend und Krankheit, suchen  ihre  Psalmen   das ermutigende, das rettende Wort.  „Sprich nur ein Wort, und meine Seele wird gesund“.  Aber es ist noch nichts zu hören, und  in Taubheit  ist  da jemand am Rufen.  Im Gedicht heißt  es weiter  von solchen bedrückten Menschen: „Auch Menschenstimmen warten sie  ab/mit sanftem gehorchsamen Willen/und ihr Lächeln sagt zu den Leuten : Ja- / und gefriert dann wie Tau in Novembernächten./Sie wissen, dass sie im Irrtum wohnen,/in einem Schuldturm aus Mißverständnis,/und es zittert in allem, was sie bezeugen,/die Qual des Verwechselns.“  Da gibt sich jemand nicht zufrieden  mit dem Vielerlei von Meinungen und Ratschlägen, von  üblichern Menschenstimmen und ihrem Lärm.  Und nun folgt  der Grund für die größere Hoffnung: „Selten wagt sich ihr Herz herauf/um eine Antwort beherzt zu machen ,/ wenn sie doch einmal sich angesprochen/wähnen und freudig erschrecken./ Aber ihr Leben – o du mein Gott -/ ihr Leben ist dennoch erfüllt von Verheißung,/ dass du in ihr Fleisch kommst  als dauerndes Wort/und den Schuldturm zum Tempel verwandelst.“   Ja, der Glaube kommt vom Hören, und er kann verwandeln.. Ich wünsche Ihnen und mir, diese Antwort beherzt zu machen.

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Er schreibe, um zu überleben, sagte der Schriftsteller Franz Kafka. Und das gilt für viele Menschen. Manches Tagebuch ist so  entstanden, und nicht wenige Texte  sonst in  der Geschichte von Literatur und Religion. (( Die ganze Bibel ist ein Kompendium  jahrhundertelanger  Sprech- und Schreibversuche, erwachsen meist  aus großer Not und tiefer  Hoffnung.  Wenn keine Mitmenschen  da sind oder  wenn sie nicht helfen können, verdichtet  sich alles im geschriebenen Wort, alles Seufzen und Denken, alles Fragen und Schreien.  Jedenfalls muss es heraus, wenn man nicht ersticken will.  )) So ist  bei Christine Lavant ein großes dichterisches Werk entstanden, viele ihrer Gedichte sind wie Psalmen und Gebete.   Dieses Jahr wäre sie hundert geworden, ein Anlaß, sich dieser  Dichterin  und ihrer Sprachkraft zu erinnern. Sie ist in Kärnten geboren und lebte zeitlebens dort in bedrückten Verhältnissen, oft völlig am Ende  und bisweilen wegen Suizidgefahr in der Psychiatrie. Davon zeugt , heute am Freitag, der für Christen immer ein Karfreitag  ist, folgendes Gedicht;

„Christus, bist du wirklich auch in mir?/Wirst du alles können überdauern,/wenn ich einmal hinter jenen Mauern/eingesperrt so kreische wie ein Tier?/ Wenn sie mich zu einem Bündel schnüren,/bis die Hände nimmermehr sich rühren,/ und die ganze Wut im Mund gesammelt/ nichts als ausweglose Flüche stammelt/rundherum um deinen hohen   Namen./ Jesus – Bruder – bleib in Gottes Namen/ dennoch nahe  - nein  -, komm ganz in mich! / Heiland, Heiland, ich beschwöre dich,/ komme! Bleibe! Halt es bei mir aus.“   Da  ruft, ja schreit eine verzweifelte  Christin. Fast panisch ist die Angst vor der Psychiatrie. Jesus ist ihr vertraut wie keiner in ihrer Einsamkeit. Als katholische Christin weiß sie, was heilige Kommunion ist. Die beschwört  sie   wie ein Heilmittel, die tröstende Vereinigung mit ihm. Aber alles ist brüchig und steht in Frage, wie der Fortgang des Gedichts verschärft zeigt.

„Meine Angst umkreist das Irrenhaus/ schaut seit Jahren, denke! – schon seit Jahren./ Hast du  wirklich auch  d i e   Qual erfahren, / einst am Ölberg, dann  - dann steh mir bei!/ Schau, ich weiß, vielleicht den nächsten Schrei/ hört der Nachbar schon und es geschieht/dass ein Wärter auf der Brust mir kniet/ und mich lachend in den Wagen schafft. /Ach, mein Jesu, gib mir etwas Kraft,/etwas Gnade für die ärgste Zeit,/daß mein Leib sich  nicht noch selbst befreit,/um dem nächsten Zustand zu entfliehn./Hilf mir, hilf mir, laß mich nicht so knien,/nicht umsonst mein Augenlicht verderben,/tu ein Wunder, laß mich heut noch sterben!“ Gewiss, eine extreme Situation und ein befremdliches Gedicht  mit dieser Sehnsucht nach dem Ende und der Angst davor. Aber welch ein Drama des Gebets!  Welches Selbstbewußtsein noch im äußersten Leiden, als wäre Jesu Ölberg nichts dagegen! Derart mit Jesus  Gott selbst ins Gebet zu nehmen, das macht die Kraft des Glaubens aus – auch schon in Alltagssituationen, die Gott sei Dank weniger dramatisch sind.

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In   Kärnten  auf dem Land ist sie in ärmlichsten Verhältnissen geboren – Christine  Lavant, deren  1oo. Geburtsjahr  nicht ohne Würdigung   vergehen darf. Ihre Gedichte sind einem schweren  Leben und Überleben abgerungen   - und immer ist das Irdische spürbar, das Elementare.  Sonne und Regen,  der Mond in der Spindel der Weberin, die Tiere und Pflanzen. In Lavants Gedichten geht es kreatürlich zu,  mit aller Schönheit und allem Schrecken der Natur. Und mitten  darin ist  es die Dichterin selbst, eine  arme reiche Kreatur, die alles ins Gebet nimmt. Ihre katholische Prägung  ist überall präsent, das folgende Gedicht spricht sogar  unmittelbar Gott an. (( Aber  der gelernte Kirchenglaube  hält der Realität nicht mehr stand, alles ist wie gebrochen und sucht  eineneue Sprache – um des Überlebens  willen und der größeren Hoffnung.))

„Sehr schön ist alles, wohl, Herr Vater, wohl..../Ein wenig nur macht mich die Erde traurig,/ weil ich kein Tier bin, das dies anders  fühlt:/Den Staub, den Regen, einen Schilfschaftstengel/ und das Geräusch des Windes in den Blättern -/ und dann vor allem: deine Sonne!/Ob dich das Huhn im warmen Sand dort liebt?/Nicht so wie ich dich einmal lieben möchte/nach langem Denken, nein, gedankenlos,/ im Hirn nicht mehr als in dem Hühnerherzen/und in den Fransen seiner schwarzen Federn.“  Eine Idylle ist  dieses Landleben nicht, denn  ein wenig traurig schaut das sprechende Ich  auf das paradiesische Beisichsein  der Tiere und Dinge. Das Lob der Schöpfung ist verbunden mit dem Schmerz dieses Menschen, nicht, noch nicht richtig dazu zu gehören. Sehnsüchtig ist von Liebe die Rede, von universaler Zusammengehörigkeit aller Geschöpfe. Entsprechend fährt das Gedicht ohne Unterbrechung fort:

„Wohl meine Hände, wohl, die sind schon weit-;/ besonders wenn sie auf der Bank da liegen,/ auf diesem rohen sonnenwarmen Holz,/und unter ihm die Kraft der Nesseln spüren./Das ist schon Liebe oder doch beinah/ein Anfang Liebe, eine Spur von Da-Sein,/das in dir da ist, hinter allen Namen,/unausgesprochen anspruchslos und einig/mit allen Kräften dieser guten Erde/und nicht erwägend, ob dies Freude sei,/einfach sich freuend.“  Die absichtslose Freude am Schluss des Gedichtes nimmt das Lob vom Anfang auf: “Sehr schön ist alles, wohl, Herr Vater, wohl“, und alle Traurigkeit ist wie verschwunden.

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Die Flüchtlingsdramen auf der Welt  können niemanden kalt lassen. Wer sich vom Schicksal der Asyl-Suchenden nicht berühren liesse, wäre ziemlich  hart.  Und manche   werden sich an die eigene Geschichte vor 7o Jahren erinnern, an die Dramen der frühen Nachkriegszeit. Wie viel Flüchtlingselend auch damals, aber auch wie viel Solidarität mit ihnen und Hilfe für sie.. Ebenfalls nicht zu vergessen: das Wirtschaftswunder damals wurde  - abgesehen vom Schuldenschnitt durch die Alliierten – nur möglich, weil so viele  Flüchtlinge im Land  beim Wiederaufbau halfen.

Das Flüchtlingsthema ist den Christen seit biblischen Zeiten besonders ans Herz gelegt. Schon im Alten Testament heißt es:   „Gott liebt  die Fremden  und gibt ihnen Nahrung und Kleidung – auch ihr sollt die Fremden lieben, denn ihr seid Fremde in Ägypten gewesen.“ (Dt   1o,18f)  Wieder werden  hier die Einheimischen an ihre eigene Flüchtlingsgeschichte erinnert. Im Neuen Testament setzt sich  diese Linie bruchlos fort: Fremden und Flüchtlingen soll unbedingt geholfen werden.  Unter ihnen ist Jesus selbst: „Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel haben ihre Nester; der Menschensohn, also Christus, hat nichts , worauf er sein Hauptlegen könnte.“ (Mt 8,2o) Der Heimatlose aus Nazaret ist ein von Gottesleidenschaft umgetriebener Wanderprediger. Und so ist es  bis heute.

Eine , die durch ihr schweres Lebensschicksal viel davon wusste, ist die Dichterin Christine Lavant, vor 1oo Jahren in Kärnten geboren. Eines ihrer Gedichte, ohne Überschrift , lautet in der ersten von drei Strophen: „In uns  allen hat er vielleicht noch nichts,/worauf er auch nur eine einzige Nacht/ das Haupt seiner Leiden einschläfern könnte/ und das brennende Herz sich bewahren.“  Schwer an schlaflosen Nächten leidet, buchstabiert die schwer kranke Dichtern  ihr Geschick zusammen mit  dem von Jesus:  nirgends  zur Ruhe kommend,  wie die zweite Strophe zeigt: „In uns allen leidet das eigene Haupt/in uns allen lauert das eigene Herz,/und wir schläfern diebisch mit seinem Namen/ in bitteren Nächten  uns ein.“  Dabei käme es darauf an, einander Obdach zu geben und Beheimatung, auch ihm, dem Palästinenser aus Nazaret.  So die dritte und letzte Strophe: „Wir schleifen  ihn mit bis  an den Höllenrand,/wir geben ihn auf im Vorhof der Liebe,/und später – zu spät! -  mit versteintem Herzen/ bieten wir ihm uns als Obdach an.“

Christi Wort aus den Evangelien ist Ermutigung und Herausforderung zugleich: „Ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen.“ (Mt 25,35)

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„Das war mein Leben , Gott, vergiß das nicht!/ich werde niemals wieder eines haben -/ du kannst´s verzögern, dass sie mich begraben/und dass mein Herz an diesem Kummer bricht ;/ doch seither  bin und bleib ich eine Leiche.“  Fast drohend  beginnt  dieses Gedicht von Christine Lavant.  Da  schreit jemand sein Elend heraus, offenkundig völlig am Ende.  Gott wird  massiv beim Wort genommen und mit der eigenen Not konfrontiert, hier und jetzt, alles auf eine, die letzte Karte. Trotz allem wird diesem Gott zugetraut, dass  er noch helfen kann.

Denken Sie bitte nicht, ich wolle Ihnen den hoffentlich schönen Morgen verderben. Aber Christine Lavants Gedichte sind wie moderne Psalmen, und es lohnt sich mit ihnen  glaubend  besser sprechen zu lernen – und glauben heißt , in guten Tagen zu danken, und an schweren  zu klagen. Diese Dichterin ist vor 1oo Jahren geboren und   1973  gestorben.  Aus den ärmlichen Verhältnissen ihrer bäuerlichen Herkunft kam sie nie heraus, und Krankheiten machten ihr ständig schwer zu schaffen.  Entsprechend  der Gottesappell in diesem Gedicht, das so fortfährt.

„ Sag nicht, so viele hätten schon das gleiche/ mit deiner Hilfe herrlich überstanden/und wären fromm und Heilige geworden./Mein Leichnam tobt und will sich noch ermorden/ und die dazu , die dich als Trost erfanden,/ dort wo du niemals wirklich wirksam bist.“  Spürbar ist  die Aggression in diesem Gebets- und Überlebenskampf . Lavant lässt sich nicht abspeisen mit den gängigen Trostangeboten , die sie  gelernt hat. Da gab es die Riten und Sakramente, die Bittprozessionen und Herrgottswinkel.  Das alles wischt sie vom Tisch, das hilft in ihrer Untröstlichkeit nichts. Auch das Vertrauen  auf die heiligen Fürsprecher ist  weg. Scharf richtet  die Dichterin  im Weiteren die Fragen an den vermissten Gott: „An meinen Nerven zehrt ein Wolf  und frißt -/bist das auch du? Und wühlt denn deine Hand/in meinem Häuflein glimmenden Verstands/so grob herum und hält mich überwach, wenn alle schlafen? – Gott, sag das nicht nach/sag keins der lauen Worte deiner Frommen! / Ich will ja nicht in ihren Himmel kommen!/ Nur einmal noch  - bevor sie mich begraben - /laß mich im Traum ein Fünklein Liebe haben.“ Da spricht ein verzweifeltes Ich, das sich in seinen schlaflosen Nächten  und wundwachen Tagen   nach Würdigung und Liebe sehnt. Da besteht jemand drängend auf dem lebendigen Gott, wortwörtlich pro-vozierend, ihn herausrufend   aus aller Frömmigkeit und hinein ins wahre, ins elende, ins sterbliche Leben. Gerechtigkeit muß her angesichts des Leids, und Gott selbst wird ins Gebet genommen.

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„Du weißt nicht, wie das mühsam ist/ mit allen Sinnen ja zu sagen“ ( Spindel im Mond 117)  - so beginnt ein Gedicht von Christine Lavant. Vor hundert Jahren ist diese  Kärtnerin  in ärmlichen Verhältnissen geboren, und zeitlebens  hatte sie mit schweren Krankheiten zu kämpfen.  Mehrfach war sie in der Psychiatrie. Durch einen der Zufälle, die keine sind, kamen  ihr die Gedichte Rilkes in die Hände – und das führte zum Durchbruch. Fortan waren es  Gedichte und auch Erzählungen, die ihr soziales Elend ins Gebet nahmen.  Christine Lavant ist die letzte deutschsprachige Dichterin von Rang, die noch den Mut und die Kraft hatte,  Gott  direkt anzusprechen. Wie der biblische Hiob kämpft  die  im bäuerlichen Katholizismus Erzogene ums Überleben und sucht einen Sinn in ihrem schweren Schicksal.

„Du weißt  nicht, wie das mühsam ist/mit allen Sinnen ja zu sagen“.   Wer da angeredet wird , bleibt offen: das innere Selbst, ein Mitmensch oder  Gott . Jedenfalls ist es eine Adresse, die keine Ahnung hat. Zu unerträglich ist  ihr Leben, nicht zu fassen.  Gedanken, Gefühle und  Sinne bäumen sich  auf, die Dichterin vergleicht sie mit  tollen Hunden und wilden Schlangen. Jedenfalls schreien sie „Nein“ zu allem, was alltäglich zu bestehen ist.  Widerstand und Empörung pur. Dann folgen die Verse: „Nur eines kann sie stillen/ und bringt sie ganz in meine Hand - / das Weben an dem Wiegenband/vom Hirn hinab zum Herzen“.

Welch schönes Bild  für die Bewältigung einer grässlichen Situation!  In allem  Widerstand taucht doch Ergebung auf – und man ahnt, wie mühsam  die Einwilligung ist, das Ja sagen mit allen Kräften. Da braucht es „ das Weben an dem Wiegenband vom Hirn hinab zum Herzen“. So lange  sich die Warum-Fragen nur im Kopf herumtreiben, kann man wortwörtlich durchdrehen und verrückt werden. Aber zum Herzen hin, zur Wiege hin, da  wird so etwas wie Einverständnis möglich,  Frieden  gar. Aber welch ein  mühsamer  Kampf,  welch ein langer Weg.

Es mag irritieren, am frühen Morgen solch ein Gedicht zu hören. Nichts wäre wünschenswerter, wenn uns allen solche Themen ganz erspart blieben.  Aber alle wissen, dass Schicksalsschläge zum Leben gehören.  Da kann es einem die Sprache verschlagen, und niemand kann wirklich helfen . Da mag es besonders hilfreich sein, Christine Lavants Gedichte in die Hand zu nehmen. Sie sind aus Not und  Verzweiflung geboren. Sie finden in der Sprachnot doch noch Worte, gereimte sogar. Und sie haben einen Adressaten, kaum mehr den  gelernten Gott,  wohl  aber   wohl . „Du weißt nicht, wie das mühsam ist / mit allen Sinnen ja zu sagen ... das Weben an dem Wiegenband /vom Hirn hinab zum Herzen“.

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