Alle Beiträge

Die Texte unserer Radiosendungen in den Programmen des SWR können Sie nachlesen und für private Zwecke nutzen.
Klicken Sie unten die gewünschte Sendung an.


SWR2 Wort zum Tag

Kann der Mai die Liebe erneuern?
Auch wenn man schon älter ist? Oder ist neue Liebe allein das Privileg der Jungen? Dem man als älterer nur nachsehen kann?

„Die Liebe hört niemals auf."

Ich weiß, viele Exegeten der Bibel haben gesagt: Wenn Paulus so von der Liebe schreibt, dann müsse man dabei an eine geistig, geschwisterlich oder spirituell „veredelte“ Liebe denken. Nicht an die zwischen Menschen, die uns auch körperlich lustvoll zueinander zieht.

Aber warum um Himmels willen soll es Liebe 1. und 2. Klasse geben.
Die eine „edle“, die nie aufhört und die andere, die alt wird und vergeht.

„Die Liebe hört niemals auf.“

Warum soll das keine Verheißung für ältere Paare sein?
Warum soll sie nicht auch ältere erneuern können?
Was kann das Vertrauen in sie wieder wecken, wenn ich viel erlebt habe, gefühlt: zu viel?

Ich glaube, man kann nichts Besseres tun, als sich erinnern lassen an die Kraft der Liebe. Indem man dorthin schaut, wo sie ist. Neidlos. Und sich anrühren lässt. Überall ist zu sehen, was Liebe vermag.

Da steht auf dem Bahnsteig ein älteres Paar und hält sich ein bisschen verstohlen, aber selig, an den Händen. Zwei 20jährige liegen im Park und küssen sich, dass ihr Feuer bis zu mir hin wärmt.

„Die Liebe hört nie auf.“ Sie kann sich erneuern. Auch wenn man sie schon kennt und einander. Wenn man sich – obwohl älter geworden- neu erkennt. ‚Einander erkennen‘ – so nennt die Bibel übrigens die Liebe, die uns auch körperlich lustvoll vereint.

Sie kann erneuern, wenn man ZB. erkennt, dass wir Älteren nicht weniger schön sind als die Jungen. Die Liebe kann uns auch das sehen lassen. Viele haben auch profitiert von den Jahren. Frauen vor allem. Ich weiß, viele empfinden das anders, spüren das Alter als Verlust. Das ist es auch, ohne Zweifel. Ich finde, viele ältere Frauen sind schöner als die jungen. Lebens-schöner. Die 20 jährigen sind glatter. Aber irgendwie auch verwechselbarer. Gesichter und Körper von Frauen, die Leben ausstrahlen, sind schön. Ob Frauen uns ältere Männer auch so erkennen können? Schön wärs.

„Die Liebe hört nie auf“:
Ich freue mich heute auf eine Trauung, die ich halten darf. Eine Liebesheirat. Die beiden sind zusammen locker mal 110 Jahre alt. In Beziehungsdingen nicht unerfahren. Auch nicht unverletzt. Nicht ohne Narben der Liebe. Sie könnten Angst haben, dass neue Liebe den alten nur neue Wunden hinzufügt. Die Angst hätte sie vor einander fliehen lassen können. Hat sie nicht. Die Liebe ist stärker. Sie haben sich getraut, noch einmal hinzuschauen und einander zu erkennen.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=19699

Arbeit pervertiert, wenn sie mich zum Arbeitstier macht oder zur Arbeitsmaschine. Arbeit pervertiert, weil sie in beiden Fällen die große Verheißung verrät, die in der Arbeit liegt:

Dass ich durch Arbeit Mitschöpfer in Gottes Schöpfung bin. Gottes Schöpfung steht ja nicht still, sie bleibt nicht wie sie einmal war, sie geht weiter, manchmal sogar in kreativen Sprüngen. Und unsere Arbeit trägt die Verheißung in sich, dass sie schöpferisch wirken kann. Gut tun, die Welt verbessern, sogar erneuern.

Aber Arbeit pervertiert, wenn Menschen arbeiten oder arbeiten müssen wie Maschinen. Nicht mehr schöpferisch wie Mitarbeiter an Gottes Welt, sondern nur noch zum Nutzen. Als Mittel zum Zweck. Um geldwerten Output auszustoßen.

Arbeit pervertiert, wenn Menschen arbeiten wie die Tiere. Entweder weil sie müssen, in Doppelschichten, in unwürdigen, krankmachenden Arbeitsverhältnissen, wenn sie sich selbst ausbeuten müssen über ihre Kräfte. Weil sie sonst den Lebensunterhalt nicht sichern können.

Und ich weiß von mir, wir können uns auch selbst zum „Arbeitstier“ machen, wenn man „auf Arbeit“ ist, ohne Pause, ohne Sonntag, ohne Muße. So gesehen leben viele Menschen in pervertierter Arbeit. Hierzulande und in vielen Ländern der Erde.

Gut, wenn diese Perversionen nicht hingenommen werden. Von Gewerkschaften, von verantwortlichen Firmen und guter Politik. Und von jedem selbst.

Manchmal hat man ja Spielraum, aus Perversion befreit zu werden, damit Arbeit wieder schöpferisch wird. Ein Beispiel wie das glücken kann:

Das Neue Testament erzählt von einer Frau, die zum „Arbeitstier“ neigt. Martha. Sie lebt mit ihrer Schwester in einem Dorf nahe Jerusalem. Heute liegt der Ort im palästinensischen Westjordanland. Martha und ihre Schwester sind Freundinnen Jesu. Er kommt überraschend zu Besuch. Martha, ganz Gastgeberin, stürzt sich in die Arbeit. Sie wirkt in der Küche, trägt auf.
Ihre Schwester setzt sich Jesus zu Füßen und ist ganz Ohr. Ob sie ahnt, dass Jesus nicht mehr lange zu leben hat? Irgendwann geht Martha dieses Ungleichgewicht auf die Nerven. Und ihre Lösung: „Jesus, sag meiner Schwester doch, dass sie mir helfen soll.“ Das Arbeitstier hat sie im Griff. Aber es soll sie nicht allein fesseln.

Die Möglichkeit, das Arbeitstier los zu lassen für diese entscheidende Zeit, die kann sie nicht ergreifen. Noch nicht. Und Jesus? „Martha, Du hast viel Mühe. Aber Maria hat das Gute erwählt. Das kann ihr keiner nehmen.“

Ich verstehe das so:
Dass Arbeit Menschen in den Griff nimmt wie ein Tier, ist nicht alternativlos. Es gibt die Möglichkeit der humanen Unterbrechung. In unserer Arbeitswelt muss sie immer wieder politisch erkämpft werden.

Und ich muss diese Möglichkeit selbst ergreifen. Die Macht des Arbeitstiers zähmen.
Man darf übrigens hoffen, dass Martha diese Möglichkeit in sich noch entdeckt hat. Dass die Saat Jesu in ihr aufgegangen ist.
Es gibt von Martha nämlich eine späte, außerbiblische Legende. Die zeigt sie verändert:

Lange nach dem Tod Jesu – so die Legende - sei Martha nach Südfrankreich gekommen. Ins Rhonetal. Ein Drache habe dort die Menschen fürchterlich drangsaliert. Alle Versuche, das Untier zu besiegen, waren gescheitert. Bis Martha kommt. Sie geht dem Drachen entgegen, formt ihre Hände zu einem Kreuz und singt. Und der Drache wird sanft. Und gezähmt.

Ist das nicht eine wunderbare Pointe, dass das „Arbeitstier“ Martha die Musik entdeckt haben könnte. Für mich eine der schönsten Unterbrechungen, mit denen das Leben wieder zu sich kommen kann. So verheißungsvoll menschlich wie der Glaube, dass wir Menschen keine Arbeitsmaschinen sind, sondern Söhne und Töchter Gottes. Spirituelle Wesen.

Keine Arbeitsmaschinen: Schon der große Grieche Aristoteles hat erinnert in seiner Ethik: „Wir arbeiten, um Muße zu haben.“ Nicht umgekehrt. Die kreative Ruhe ist nicht bloßer Zweck, biblisch gesehen ist sie der Anfang und Ziel der Arbeit. Arbeitsstrukturen müssen so gestaltet werden und ich muss es leben.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=19698

Ein Mensch mit Haltung: Verlässlich, klar, aufrecht. Ein Mensch mit Haltung knickt nicht ein, wenn er Widerstand erlebt. Ein Mensch mit Haltung zu werden, zu sein, zu bleiben und immer neu zu werden. Das ist eine große Herausforderung. Ich wünsche mir mehr Menschen mit mehr Haltung, auch mir.

Eine Haltung zu haben ist etwas anderes als eine Meinung. Menschen mit Meinung, die diese mit Verve äußern, daran fehlt es nicht. Man schaue nur in die Leserbriefseiten oder lese Foren im Internet. Ich fürchte, mit Meinungen - oft unerbittlich, sogar verletzend zur Geltung gebracht – sind viele von uns schnell, zu schnell.

Eine Haltung ist mehr als Meinung. Sie äußert sich nicht nur in Worten, eine Haltung drückt sich aus und bewährt sich, in dem was ich tue.

Und noch etwas: Menschen mit aufrechter Haltung halten oft erstaunlich gut gegensätzliche Meinungen aus. Meinungsstärke ergeht sich demgegenüber oft in Rechthaberei.

Wie werde ich ein Mensch mit Haltung?
Das Wort deutet es an, Haltung findet man wohl nicht ohne Halt, man muss gehalten sein, sich vielleicht auch gehalten wissen.

Für eine christliche Haltung gilt das auf jeden Fall:
Eine aufrechte christliche Haltung ist nicht denkbar, ohne Halt an Jesus Christus. Im folgenden Wort Jesu aus dem Johannesevangelium kommt das auf den Punkt:

Ich bin der Weinstock, sagt Jesus von sich, ihr seid die Reben. Wer mit mir verbunden bleibt, bringt reiche Frucht. Denn ohne mich könnt ihr nichts erreichen.

Eine fundamentale Quelle für christliche Haltung ist das Gewissen. Das immer wieder an Jesu Maßstäben geschärft wird. An seiner Menschenliebe, vor allem für die Schwächsten.
Hellwach muss es mich machen, ja alarmieren, dass Flüchtlinge ihr Leben aufs Spiel setzen. Und zu Hunderten ums Leben kommen.

Es ist auch Zeichen christlicher Haltung, wenn wir Politiker dafür scharf kritisieren, wenn sie Europa gegen Hilfesuchende dicht machen. Wenn Politik Hilfesuchende so behandelt, wird sie gewissenlos, ohne humane Haltung.

Aber zu meiner christlichen Haltung gehört noch etwas untrennbar dazu:
Mein Gewissen kann nie nur etwas von anderen fordern. Das Flüchtlingselend liegt auch auf meinem Gewissen. Flüchtlinge brauchen Politiker und Verwaltungen und uns Bürger Es ist auch noch keine Haltung, nur wohl-meinend zu denken.

Wie drückt man es aus: Bestimmt so, dass ich von Flüchtlingen als Menschen rede. Und wenn sie in meine Stadt kommen, Wohnung suchen, Arbeit. Wenn sie in der Kirchenbank in meine Nähe rücken. Dass ich sie empfange. Als guter Nachbar.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=19697

„Nie und nie in meinem ganzen Leben war ich so von Schauer und Erhabenheit erschüttert, wie in diesen zwei Minuten,“ schreibt Adalbert Stifter über die Sonnefinsternis, die er 1842 in Wien beobachtete. „Es war nicht anders, als hätte Gott auf einmal ein deutliches Wort gesprochen und ich hätte es verstanden. Ich stieg von meiner Warte herab, wie etwa Moses von dem brennenden Berge herabgestiegen sein mochte, verwirrten und betäubten Herzens.“
Und Stifter fährt fort: „ Wie heilig, wie unbegreiflich und wie furchtbar ist jenes Ding, das uns stets umflutet, und das unseren Erdball mit solchen Schaudern zittern macht, wenn es sich entzieht, das Licht, wenn es sich nur kurz entzieht.“
Neulich bei der Sonnenfinsternis habe ich diesen Text noch einmal gelesen. Und dachte: vielleicht ist der stärkste Eindruck bei einer Sonnenfinsternis gar nicht einmal der naturwissenschaftlich erklärbare Vorgang am Himmel. Sondern die Wirkung, die dieses planetarische Geschehen auf uns Menschen hat. Plötzlich erkennen wir, dass wir alle, egal wo wir leben, in gleicher Weise von der Sonne abhängig sind. Ihr Licht wärmt und erhellt unser Leben. Und sein Verlöschen würde für alle und alles das Ende bedeuten.
Ich habe die Sonnenfinsternis im Garten eines kleinen Cafes beobachtet. Eher zufällig, weil ich versäumt hatte, mir eine der zur Betrachtung notwendigen Schutzbrillen zu besorgen.
Anderen ging es genauso. Eine Frau allerdings war unter den Gästen des Cafes, die doch im Besitz einer Schutzbrille war. Sie habe die Brille, sagte sie uns, von der letzten Sonnenfinsternis aufgehoben. Und: wer wolle, dürfe gerne hindurchschauen. Gratis, das sei doch selbstverständlich!
Alle haben das Angebot gerne angenommen. Dankbar für die Großzügigkeit dieser Frau, die gerne weitergab, womit sie in diesem Moment anderen eine Freude machen konnte.
Irgendwie musste ich an Stifters Worte denken: „Es war, als hätte Gott ein deutliches Wort gesprochen...“ War vielleicht Großzügigkeit das Schlüsselwort, nach dem Adalbert Stifter in seiner Geschichte gesucht hatte? Der Hinweis, dass wir Kinder eines Vaters sind, Geschöpfe, die von seinem Licht leben? Und dass wir uns gegenseitig als großzügig erweisen sollen mit den Gaben, die uns geschenkt sind?
Dann hätte uns die Verfinsterung der Sonne – paradoxerweise - eine bleibende Erleuchtung gebracht.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=19641

Für alles gibt es Statistiken. Daher wissen wir: der typische Deutsche steht morgens um 6 Uhr 18 auf und geht abends um 23 Uhr 4 schlafen. Er ißt 214 Eier im Jahr und liest im Leben 274 Bücher. Er verschleißt im Leben vier Kühlschränke, sieben Fernseher, elf Kaffeemaschinen und 25 Handys.  Und wenn er 70 Jahre alt wird, hat er im Durchschnitt  100.000 mal geküsst.
Ich muss sagen, ich lese solche Statistiken mit Interesse. Staune über die Mühe, die dahinter steckt. Und weiß auch, dass Statistiken wichtig sind, um Dinge besser planen zu können.
Irgendwie fühle mich aber auch unbehaglich. Vermutlich, weil ich mir in einer Statistik als unbedeutende  Nummer in einem großen Zahlenwerk vorkomme.  
Mit einem Lächeln muss ich an meinen alten Statistikprofessor im Studium denken. Wenn ein Mensch mit einem Bein auf einer glühenden Herdplatte steht und mit dem anderen auf einem Eisblock, meinte er, dann sagt die Statistik, es gehe ihm im Durchschnitt gut. Womit er uns klar machen wollte: man muss wissen, wie man Statistiken liest. Und wie man sie besser nicht interpretieren sollte.
Denn über den konkreten Einzelfall sagt eine Statistik nichts aus.  Das Einzigartige und Besondere eines einzelnen Menschenlebens kann keine Statistik erfassen.
Das zu wissen, finde ich wichtig. Es ist eine Voraussetzung für einen humanen Umgang miteinander. Sich darüber klar zu sein: der oder die Andere ist kein numerischer Wert in einem Zahlensystem. Sondern ein einmaliger, unverwechselbarer Mensch.
In einem biblischen Psalm finde ich diesen Gedanken wieder. Dass ich als Mensch in einer einmaligen Beziehung zu Gott stehe. Gott sagt zu mir am Beginn meines Lebens: ich kenne dich, du Klaus, Michael oder Martin, Lisa, Maria oder Anna. Ich schaue auf dich. Ich habe dich im Blick. Oder  in der Sprache des Beters von Psalm 139: „Deine Augen, Gott, sahen mich, als ich noch nicht bereitet war... Und am Ende bin ich noch immer bei dir.“
Ich finde es schön zu wissen: für Gott bin ich keine statistische Größe. Sondern jemand, zu dem er Du sagt. Du, ich sehe dich! Ich nehme dich wahr! Nicht weil ich dich kontrolliere, sondern weil Du mir wichtig bist. Kein Durchschnitt. Sondern ein einmaliger Mensch!
Ich denke: wer so angesehen ist, dem gelingt es leichter, auch einen anderen Menschen anzusehen - als Gottes ganz besonderes  Geschöpf.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=19640

Die Tür zum Cockpit ist geöffnet. Da steht er, der Kapitän zusammen mit seinem Co-Piloten, und begrüßt freundlich die einsteigenden Fluggäste. Ein Vertrauen erweckender Mann, flankiert von zwei ebenso freundlichen Stewardessen.  
Und doch – mir gehen beim Betreten des Flugzeugs die Bilder der letzten Wochen nicht aus dem Kopf. Der willentlich durch den Piloten herbeigeführte Absturz über den französischen Alpen.
Was ist der Mensch? , frage ich mich wieder einmal. Besteigt die höchsten Berge. Dringt vor in die entlegensten Klimazonen. Erfindet die aufregendsten Dinge, die das Leben erleichtern und sogar verlängern.
Aber dann kommt etwas, das mit dem Verstand nicht zu fassen ist. Ein Schüler geht jahrelang unauffällig zur Schule, bis er eines Tages mit dem Gewehr seines Vaters ein Blutbad unter seinen Mitschülern anrichtet.  Ein junger Pilot absolviert seine Ausbildung ohne Fehl und Tadel. Bis zu dem Tag, an dem er sein Flugzeug an einem Gipfel der französischen Alpen zerschellen lässt.
Was ist der Mensch? Einerseits, sagt die Bibel, wenig niedriger gemacht als Gott. Begabt mit unglaublichen Fähigkeiten. Aber dann: unbegreiflich, ein Abgrund, eine tickende Zeitbombe!  
Bei allen gut gemeinten und auch erfolgreichen Versuchen der Flugzeug- und Autoindustrie, unsere Sicherheit mit technischen Mitteln zu steigern - auf der Spitze dieser Entwicklung zeigt sich: der Mensch ist die Schwachstelle. Letztlich unkontrollierbar, unvorhersehbar in seinem Handeln, ein Rätsel.
Mir bringt das erneut ins Bewusstsein, wie verletzlich unser Leben ist. Und dass es – trotz allem, was geschehen ist - ohne gegenseitiges Vertrauen nicht geht. Ich lebe im wahrsten Sinne des Wortes davon, dass im Straßenverkehr auch die anderen Verkehrsteilnehmer die Regeln beachten. Dass sie mir auf der Straße nicht als Geisterfahrer entgegenkommen. Und dass ein Pilot mich sicher an den Zielflughafen bringt.  
Es ist ein schmaler Grat des Vertrauens, über den ich täglich gehe. So habe ich schließlich auch das Flugzeug betreten. Und war erleichtert und dankbar, dass mich die Crew mitsamt den anderen Passagieren sicher ans Ziel geflogen hat.
Die letzten Wochen haben wieder einmal gezeigt, wie verletzlich und verletzbar Vertrauen ist. Aber auch das: ohne Vertrauen wäre das Leben nicht nur unerträglich, sondern ganz und gar unmöglich.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=19639