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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

„Vorsicht, Hochspannung, Lebensgefahr!" Das hat vor kurzem ein LKW-Fahrer im Westerwald hautnah erlebt. Der Kranausleger seines Wagens berührte die Oberleitung. 15.000 Volt Bahn-Strom flossen durch den LKW und brachten sogar den Straßenbelag zum Schmelzen. Der Fahrer kam mit dem Schrecken davon, weil das Führerhaus den Strom abgeleitet hat.
Hochspannung ist lebensgefährlich. Nicht nur beim Strom. Auch zu große Spannungen im Alltag sind eine Gefahr und können das Leben fast unerträglich machen: Beziehungsstress, überhöhte Leistungsanforderungen im Beruf, wenn jemand von unterschiedlichen Erwartungen anderer innerlich zerrissen wird. Kein Wunder, dass inmitten all dieser Spannungen Entspannung gesucht wird. Mich entspannen, lockerer und gelöster werden, in der Gelassenheit wachsen - das tut gut. Aber damit allein ist es nicht getan. Denn dadurch werden die Spannungen, die zum Leben gehören, weder aus der Welt geschafft noch gut bewältigt. Mehr noch: Entspannung ist ein gutes Mittel, aber nicht das große Ziel. Denn Spannungen gehören zum Leben und sind grundsätzlich auch notwendig. Ohne Spannung fließt kein Strom. Ohne innere Spannung steht niemand aufrecht da. Nicht umsonst reden wir von der Spannkraft. Dass es knistert zwischen Menschen, dass da ein Funke überspringt, dass Beziehungen gelebt werden können - auch das ist eine Frucht der richtigen inneren Spannung. Die ist also lebensnotwendig. Und Spannungen gehören zum Leben dazu, ja, das Leben vollzieht sich in Spannungen. Es nützt nichts, wenn man sie auflösen will. Man muss sie wahrnehmen und leben. Leben heißt, sich in Spannungsfeldern bewegen: zwischen Himmel und Erde, zwischen mir und dem Anderen, zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Für Christen ist das deutlichste Zeichen unserer Spannungen das Kreuz, an dem Jesus Christus ausgespannt ist. Er hat all unsere Spannungen durchlebt und erlöst, gelöst. Das kann Hoffnung und Kraft geben, unsere Spannungen gut zu bewältigen. Sie sind dann so etwas wie „unser tägliches Kreuz". Ich lade Sie ein: Nehmen Sie Ihre Spannungen und die Spannungsfelder in Ihrem Leben wahr! Und nehmen Sie sie an! Sie sind Ihr Leben.

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„Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben." Der Satz lässt aufhorchen. Ist ein langes Leben kein erstrebenswertes Ziel? Doch, aber das Andere ist noch wichtiger, würde Cicely Saunders sagen. Der zitierte Satz ist eine ihrer Grundüberzeugungen. Die englische Ärztin, Sozialarbeiterin und Krankenschwester ist Mitbegründerin der modernen Hospizbewegung und Palliativmedizin. Sie hat sich vor allem dafür eingesetzt, die letzten Tagen eines Menschen angenehm zu machen. Darauf bezieht sich ihr Ausspruch zunächst einmal. Aber er gilt auch darüber hinaus: Es kommt nicht darauf an, „dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben." Das heißt: Es ist schön, wenn wir alt werden. Aber wichtiger als möglichst lange zu leben ist, dass ich die Lebenstage, die mir geschenkt werden, intensiv erleben. Dass ich die Lebenschancen, die Gott mir täglich neu zuspielt, nicht unbeachtet und ungenutzt an mir vorbei ziehen lassen. Eine Gefahr gibt es dabei: Unsere Lebenstage auszupressen wie eine Zitrone und aus dem Leben herauszuholen, was herauszuholen ist. Oder dass die Lebenszeit voll gestopft wird mit allem Möglichen, das mir etwas bringen soll. Dahinter steckt die Angst, etwas zu verpassen. Letztlich die Angst vor dem Tod. Weil das Leben auf Erden ein Ende hat. Aber auch hier ist Angst ein schlechter Ratgeber. Schade, wenn jemand krampfhaft bemüht ist, alles aus dem Leben herauszuholen. Das ist anstrengend und führt doch nicht zum Ziel, dass er glücklich und erfüllt ist. Denn es fehlt dann die nötige Gelassenheit, um das zu entdecken, worauf es wirklich ankommt. Wer damit versöhnt ist, dass er einmal sterben muss, dass das Leben also endlich ist, der gewinnt dadurch eine hilfreiche innere Distanz zum Leben und zu sich selbst. Und von daher kann er besser erkennen, was seinen Tagen wirklich mehr Leben geben kann. Denn dazu gehört die Kunst der Unterscheidung: Was trägt dazu bei, dass meine Tage voller Leben sind? Was hilft mir, dass ich heute als aufgeweckter, lebensfroher Mensch da bin? Dass ich heute Abend sagen kann: „Ein erfüllter Tag liegt hinter mir!" Ich wünsche Ihnen, dass Sie für heute entdecken und tun, was Ihrem Tag mehr Leben gibt.

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„Ich heiße Klaus. Ich bin Alkoholiker." Jedes Mal, wenn Klaus beim Meeting der Anonymen Alkoholiker etwas sagte, fing er so an: „Ich heiße Klaus. Ich bin Alkoholiker." Ich hatte Klaus kennen gelernt, weil ich schon aus Jugendzeiten mit seiner Ehefrau befreundet war. Beide hatten schwere Alkoholprobleme, und beide haben es geschafft, trocken zu werden. Mit Hilfe der Anonymen Alkoholiker. Einmal hat Klaus mich zu einem Treffen seiner AA-Gruppe mitgenommen. Er wollte mich miterleben lassen, wieso dieser Austausch für ihn so wichtig war. Am meisten beeindruckt hat mich, dass jeder Anwesende zu Beginn jedes Gesprächsbeitrags wieder sagte: „Ich heiße Soundso. Ich bin Alkoholiker." Wenn jemand zehn Mal am Abend etwas ins Gespräch einbrachte, sagte er zehn Mal diese Sätze. Jedes Mal erinnerte er sich und die anderen an seine Krankheit - und daran, dass er ein Leben lang gefährdet bleibt, auch wenn er trocken ist. Und das heißt: Er benennt immer wieder seinen Schwachpunkt, der ihm und oft auch anderen das Leben schwer macht. Er steht dazu und bekennt das ausdrücklich: „Ja, so steht es um mich. Da genau liegt meine Not, meine Gefährdung." Das ist das Entscheidende: Er macht sich und den anderen nichts über sich vor. Gottseidank ist das im Kreis der Anonymen Alkoholiker möglich. Alle begegnen sich dort auf Augenhöhe, als Betroffene. Jeder nimmt verständnisvoll Anteil am Schicksal des anderen. Deshalb kann der Einzelne sich dann hoffentlich auch der eigenen Wirklichkeit stellen. Und dann kann es mit ihm wieder aufwärts gehen. Das aber gilt grundsätzlich, für alle: Je mehr ein Mensch zu sich und vor allem zu seinen Schwachpunkten stehen kann, desto mehr kann er in seiner Persönlichkeit wachsen, desto glücklicher kann er werden. Gerade die Fastenzeit lädt dazu ein, dass ich mich der eigenen Wirklichkeit stelle, dass ich mir nichts über mich vormache. Das ist leichter gesagt als getan. Für den christlichen Glaubens ist fundamental, dass Gott jeden Menschen bedingungslos liebt und so annimmt, wie er ist. Und dass Gott barmherzig ist, dass er immer und immer wieder Vergebung schenkt. Wenn das so ist, wenn Gott so ist, dann brauche ich mir doch über mich nichts vorzumachen. Dann kann ich mich leichter so annehmen, wie ich bin - und gerade auch dort, wo ich mich mit mir selbst schwer tue.

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„Wer suchet, der findet"! Dieser Spruch kommt mir leicht über die Lippen. „Wer suchet, der findet", sage ich oft froh, wenn ich gefunden habe, wonach ich gesucht habe: Den Haustürschlüssel, den Ohrring oder den neuen Schirm. Wenn ich allerdings zuhause alles auf den Kopf stelle oder vielleicht den Garten Zentimeter für Zentimeter durchforste, wenn ich viel Zeit opfere und meine Nerven strapaziere, um etwas zu suchen, dann sieht das schon ganz anders aus; dann bin ich oft sehr verbissen und genervt. Ich sehe das verlorene Stück genau vor mir, kann es beschreiben, weiß wann und wo ich es das letzte Mal in den Händen hatte. In diesen Situationen höre ich den Spruch „Wer suchet, der findet" gar nicht gern. Das klingt dann für mich so, als ob das Finden einzig und allein von meinem fleißigen und sorgfältigen Suchen abhängen würde. Und folglich bin ich nur zu faul oder suche zu ungenau, wenn ich etwas nicht finde. „Wer sucht, der findet" - diesen Spruch sagt Jesus in der Bibel zu seinen Jüngern (Mt 7,8). Ich denke, da geht es Jesus nicht um einen Schlüssel oder Ring. Jesus will damit auch nicht seine Freunde ermahnen oder anspornen, noch fleißiger oder genauer zu suchen. Im Gegenteil: Jesus will mit diesem Satz seine Freunde entlasten. Seid gewiss, ihr werdet finden, was ihr sucht. Ihr könnt darauf vertrauen, dass ihr entdeckt, was ihr zum Leben braucht. Jesus geht es um eine Haltung. Die Haltung: ich kann offen und unverkrampft nach Lösungen suchen, kann gelassen Möglichkeiten ausloten und darf vertrauen, dass ich finde, was ich zum Leben brauche. Die Fastenzeit ist so eine Gelegenheit, neu zu suchen nach dem, was ich wirklich im Leben brauche. Mal sehn, was ich heute alles so finde.

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Einfach mal den Mund halten. Still sein. Das fällt nicht nur mir schwer. Aber jetzt war es soweit. Ich war mit einigen Frauen unterwegs. Vier Tage lang haben wir zusammen geredet, gebetet, gegessen und sind gewandert. Dann wollten wir schweigen. Nicht, weil uns der Gesprächsstoff ausgegangen wäre. Es war eine bewusste Entscheidung: Einen Tag lang wollten wir schweigen! Genug erzählt, genug geantwortet, genug diskutiert! Jetzt ging es darum, den eigenen Gedanken nachzugehen. Es ging darum, zu hören, was in mir steckt an Freude und Trauer, an Ängsten und Hoffnungen, an Enttäuschungen und Wünschen. Es ging darum, bewusst wahrzunehmen, wie andere mir begegnen. Gar nicht so einfach: Schweigend essen, schweigend beten, schweigend wandern. Doch im Lauf des Tages ist mir aufgegangen: Schweigen bedeutet nicht einfach nur, mal den Mund zu halten, Schweigen ist kein Verstummen, sondern im Schweigen kann ich sehr viel empfangen. Schweigen kann mir helfen, Worte zu bedenken, die mich ermuntern: Schweigen lässt mich dankbar werden. Schweigen kann mich lehren, Sätze zu wählen, die wirklich wichtig sind: Schweigen lässt mich achtsam werden. Beim Schweigen kann ich nachdenken über das, was mich geärgert hat oder mir Leid tut: Schweigen lässt mich mitfühlen. Das gemeinsame Schweigen hat unser Miteinander und jede Einzelne ein Stück weit verändert. Die Zeit hat uns innerlich ruhiger, aufmerksamer und dankbarer werden lassen. An vielen Orten wurde in den letzten Wochen der Alltag durch Schweigeminuten unterbrochen. Die schlimmen Ereignisse in Japan haben viele Menschen tief betroffen und ohnmächtig gemacht. Im gemeinsamen Schweigen - auch nur für Minuten - zeigen sie dies. Im Schweigen fühlen sie sich verbunden mit den Opfern. Das ist oft das einzige, was möglich ist: Schweigen und das Leid wahrnehmen. Wer schweigt, stellt sich dem Leben!

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Sie blieb sich immer treu, sogar zu ihrer eigenen Beerdigung kam sie zu spät. Liz Taylor. Sie war in ihrem Leben immer unpünktlich gewesen und hatte deshalb verfügt, dass auch ihre Beerdigung später anfangen sollte. Auch bei dieser Gelegenheit sollten alle auf sie warten müssen - so ist sie sich treu geblieben.
Wie bleibt man sich eigentlich treu ? Zunächst muss da wohl etwas sein, dem ich treu bleiben kann: eine Persönlichkeit, ein bestimmter Charakter. Im Lauf meines Erwachsenenlebens höre ich ja irgendwann auf, mich erziehen zu lassen und fange an, mich selbst zu erziehen. Ich entdecke Eigenschaften und Verhaltensweisen an mir, die ich angenehm finde: so will ich sein. Die bestärke und fördere ich. Und ich entdecke Seiten an mir, die mir nicht gefallen. Da versuche ich Abhilfe zu schaffen, die sollen nicht so stark zum Vorschein kommen. Es ist wie im Sportstudio: da formen die Menschen ihren Körper, hier geht es mehr um das Wesen, um Charaktereigenschaften, um die Persönlichkeit. Ich bin zum Beispiel ein großer Fan des Satzes: liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Ich tue mir selbst regelmäßig Gutes, gehe wandern, genieße meine freie Zeit. Und ich möchte auch, dass es anderen gut geht, da spende ich manchmal Geld, wie jetzt bei der Katastrophe in Fukushima. Oder ich übe ein Ehrenamt aus. Oder ich spende Blut. Beides ist mir wichtig, die Liebe für mich selbst und die Liebe für die anderen, und in dem Punkt versuche ich, mir treu zu bleiben.
Wer mich kennt, weiß: meine Lieblingsfarbe ist grün. Egal, ob ein Paar neue Socken oder ein neues Auto, am liebsten in Grün. Auch da bleibe ich mir seit Jahren treu, und ich käme zwar nicht - wie Liz Taylor - zu spät zu meiner Beerdigung, aber wahrscheinlich wäre mein Sarg grün.

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Handballtraining oder Chorprobe. Sommerurlaub oder neues Sofa. Ausschlafen oder Frühsport. „Am liebsten Beides", sage ich oft, wenn ich mich zwischen zwei Sachen entscheiden soll, die mir beide gefallen.
Und doch: Ob ich will oder nicht: Ganz oft ist nicht Beides möglich. Ich muss mich entscheiden! Tausende kleine und große Entscheidungen fälle ich täglich! Bei so viel Übung müsste mir das Entscheiden eigentlich leicht fallen. Und tatsächlich entscheide ich vieles ja auch ganz schnell, quasi nebenbei: folg ich dem Wecker oder bleib ich noch im Bett, esse ich Müsli oder Brot, zieh ich die rote oder die blaue Jacke an...
Es gibt aber auch Entscheidungen, die mir wesentlich schwerer fallen, die ich so lange es geht, vor mir her schiebe; Entscheidungen, bei denen ich unsicher bin, was gut und was richtig für mich und für andere ist. Und dann denke ich an Menschen, die sich entschieden haben: Die vielen Helfer in Japan. Ich denke an die Menschen, die mit all ihrer Kraft gegen weitere Bedrohungen ankämpfen. Ich denke an die Reporter vor Ort, die sich sicherlich andere Arbeitsplätze vorstellen könnten. Und an die Mitarbeiter der Hilfsorganisationen, die entschieden haben, den Opfern mit ihren Möglichkeiten, mit ihrer Kraft zu helfen. Sie haben entschieden zu bleiben, zu helfen, zu kämpfen, um das Leben anderer nicht aufzugeben. In der Bibel sagt Mose zu seinem Volk: „Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle das Leben!" (Dtn 30,19b) Auch hier ist Beides nicht möglich. Spannend finde ich: Mose hat selbst immer so entschieden, dass es für sein Volk gut ist und dass es seinen Leuten dient. Mose hat bei seinen Entscheidungen nicht in erster Linie an sich selbst gedacht, sondern an die, für die er verantwortlich ist. Und genau das rät er seinem Volk: „Wähle das Leben!" Für Mose heißt das: Das eigene Leben und das der anderen gehört zusammen. Die vielen Helfer haben mitten im Leid und Chaos, umgeben von Tod und Bedrohung das Leben gewählt. Sie haben entschieden, das Leben der anderen nicht aufzugeben - ohne wenn und aber!

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„Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht." Alter Spruch aus Kindertagen, der mich ziemlich geprägt hat. Wenn wir gelogen hatten, wurde das gebeichtet und ich war damals fest überzeugt, dass man immer die Wahrheit sagen soll. Ich denke, dass wir als Erwachsene gelernt haben, das etwas weniger eindeutig zu sehen. Einerseits gibt es theoretisch nach wie vor eine hohe Wertschätzung für Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit. Gruppierungen, Parteien, Einzelpersonen genießen ein hohes Ansehen, wenn sie sich und ihren Überzeugungen treu bleiben, ihr Fähnchen nicht nach dem Wind drehen, auch nach Jahren noch zu dem stehen, was sie früher schon vertreten haben. Andererseits kennen wir Notlügen, Halbwahrheiten, Werbeaussagen, taktische Aussagen und ähnliches. Wir wissen, dass wir nicht alles glauben können, was gesagt und geschrieben wird. Ich möchte eine Lanze brechen für die einfache, klare Wahrheit. Als die deutschen Soldaten endlich offen davon sprechen durften, dass in Afghanistan Krieg herrscht und wir als Volk durch unsere Armee in Kriegshandlungen verwickelt sind, da hatte sich an der Sache nichts geändert. Aber die Wahrheit durfte endlich frei ausgesprochen werden. Und es fühlt sich anders an, wenn ich nicht drum rum reden muss, sondern aussprechen kann, was ich sehe. Ähnlich ging es wohl auch einem Ehepaar, die bei mir saßen, schon über 40 Jahre verheiratet,  er krebskrank. Endlich brach die Wahrheit aus ihr heraus, ich kann nicht mehr, ich liebe dich nicht mehr, auch wenn du krank bist, muss ich mich von dir trennen. Sie hatte das lange verborgen gehalten, auch vor sich selbst, aber nachdem die Wahrheit mal im Raum stand, fühlte sie sich endlich frei - und auch er merkte: das lag ja schon dauernd in der Luft, jetzt ist es endlich mal ausgesprochen. Die Wahrheit auszusprechen, kann ungeheuer erleichtern. Und ich stehe auf festem Grund, muss nicht dauernd überlegen, was ich wo wie gesagt habe. Ich sage es, so wie es ist

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