Alle Beiträge

Die Texte unserer Radiosendungen in den Programmen des SWR können Sie nachlesen und für private Zwecke nutzen.
Klicken Sie unten die gewünschte Sendung an.


Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Es gibt tatsächlich Kirchen, die sind Tag und Nacht geöffnet. Streng genommen gibt es für sie weder Tag noch Nacht, dieser Wechsel ist für sie völlig unerheblich. Man geht oder fährt auch nicht hin, man surft. Es geht um eine Internetkirche. Ich besuche eine, die liegt mitten in einer Stadt, die einfach „funcity“ heißt. In dieser virtuellen Spaßstadt tummeln sich ganz viele Leute, und die hatten irgendwann das Gefühl, dass etwas fehlt: nämlich eine Kirche. Ein katholischer Priester wurde gefunden, der die Kirche übernahm. Wenn ich heute am Pfarrhaus klingele, pardon: wenn ich es anklicke, dann sind da schon zwanzig verschiedene Ansprechpartner zu finden, von denen ich mir einen aussuchen kann. Scheint also einiges los zu sein in St. Bonifatius, so heißt die virtuelle Kirche nämlich. Ich überlege mir, welche Möglichkeiten die Internetkirche hat. Klar, die Hemmschwelle ist niedrig. Ich brauche noch nicht einmal das Haus zu verlassen. Ich bin anonym, kann jederzeit gehen, ohne das Gesicht zu verlieren. Ich brauche keinen Termin, es ist immer geöffnet. Ich kann mich unverbindlich umschauen, so wie ich das auch gemacht habe. Ich schau im Pfarrhaus vorbei, lese im Fürbittenbuch und im Gemeindebrief und blättere im Gästebuch. Da steht z.B:
„Schau mich hier schon eine ganze Weile um. Doch Antworten finde ich nicht.
Was erwartet Gott von uns Menschen??? Warum lässt er all die negativen Dinge geschehen??? Vielleicht weiß ja einer von euch eine Antwort...“
Wer wirklich ein Gespräch und Antworten sucht, der meldet sich im Pfarrhaus bei einem vom Kirchenteam mit einer e-mail. Einmal im Monat gibt es sogar einen Sonntagsgottesdienst mit Texten und Gebeten. Statt einer Predigt gibt es einen Chat zum Bibeltext. „An welchem Satz bin ich besonders hängen geblieben, was hat mich berührt, was war mir unverständlich?“ Tolle Sache, denke ich, obwohl mir die Welt der communities und chatrooms im Internet eigentlich fremd ist. Heute muss man oft weite Wege gehen, um eine offene Kirche zu finden und den nächsten Pfarrer gibt es vielleicht erst im Nachbarort. Da kann der Klick in die Internetkirche ein erster Schritt sein, wenn es mir im wahren Leben schwer fällt, einen Zugang zu finden. Denn zum Glück stehen ja auch hinter einer virtuellen Kirche ganz reale Menschen mit Herz, Verstand und einer guten Portion Gottvertrauen.

Wenn die Kirche zu weit weg und der Pfarrer verreist ist: besuchen Sie doch einmal St. Bonifatius auf www.funcity.de






https://www.kirche-im-swr.de/?m=2347
Manchmal erwischt es mich von einer Sekunde auf die andere. Hexenschuss. Eben noch voll aktiv, aufrecht und beweglich, jetzt auf Hilfe angewiesen, krumm und wie festgenagelt. Wenn’s ganz schlimm ist, muss ich für ein paar Tage ins Bett, muss liegen. Meine Familie läuft durchs Haus, ich liege. Da kommen Schuldgefühle auf. Ich fehle jetzt, die anderen müssen meine Arbeit mit erledigen, ich bin nutzlos, mache sogar noch zusätzlich Arbeit. Niederlage auf der ganzen Linie. Dem Wort „liegen“ und alles, was mit ihm zusammenhängt, hängt durchaus etwas Negatives an. Während „stehen“ positiv besetzt und – um im Wortspiel zu bleiben - „anständig“ ist.
Dabei verbringe ich ungefähr ein Drittel meines gesamten Lebens im Liegen. Die meiste Zeit davon schlafe ich. Aber nicht nur. Was passiert eigentlich mit mir, wenn ich liege und nicht schlafe? Tote, verlorene Zeit, sagt der rastlose Arbeiter. Zeit, an sich selbst zu denken, zur Ruhe zu kommen, sagen der Arzt oder der Seelsorger. Wenn mir ein Projekt oder eine Idee im Kopf herumgeht, mit der ich nicht weiter komme, dann muss ich häufig vom Stuhl aufspringen, spazieren gehen, mich bewegen. Irgendwann weiß ich dann, wie’s weitergeht. Wenn ich liege, dann bin ich nicht mehr so sehr vom Kopf bestimmt, dann rutscht mein Schwerpunkt regelrecht in den Bauch. Ich höre, wie es in mir gluckert und rumort, spüre Herz und Puls, ich bin irgendwie viel körperlicher als sonst. Auch Zimmer und Haus nehme ich anders wahr, ich höre Geräusche, die sonst untergehen, schnuppere die unterschiedlichsten Gerüche. Ich entdecke in mir und um mich herum Dinge, die sonst einfach untergehen. Wenn ich nicht gerade Schmerzen im Kreuz habe, fühle ich mich wohl. Liegen ist genauso gut und gehört genauso zum Menschen dazu wie Stehen und Gehen. Der Schöpfungsbericht der Bibel erzählt, dass Gott nach der ganzen Arbeit am siebten Tag ruht. Heißt das, er hat im Stehen mal kurz durchgeatmet? Ich stelle mir vor, er hat sich hingelegt und richtig geruht. Dieses Liegen und den Tag kommen lassen und einfach mal genießen, dass man etwas getan hat, das ist so wichtig wie das beherzte Handeln und Zupacken. Also: wenn Sie heute viel arbeiten und Leistung bringen, dann liegen sie richtig. Wenn sie liegen und mal mehr empfinden als Langeweile und Müdigkeit – dann auch.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=2346
„In den letzten Wochen ging es mir gar nicht gut. Ich habe eine schwere Zeit hinter mir. Erst meine Krankheit und dann ein Todesfall in der Familie. Gestern habe ich ihre Sendung im Radio gehört. Ich habe zum ersten Mal seit vielen Wochen wieder herzhaft gelacht. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken.“ Diesen Brief habe ich vor Jahren bekommen und nie vergessen. Ich hatte auf lockere und humorige Weise von meinen Bemühungen gesprochen, meinen Kindern von Gott zu erzählen. Und da konnte es schon mal zu wirklich komischen Situationen kommen. Oder wie würden Sie reagieren, wenn eine Vierjährige neben ihnen steht, zum Kreuz mit dem sterbenden Jesus blickt und laut sagt: „Das ist bald wieder gut, das blutet ja schon gar nicht mehr.“ Natürlich, das Leben und Sterben Jesu ist keine Lachnummer, das ist unbestritten. Aber manch einer zieht daraus die falsche Schlussfolgerung, wie z.B. ein Theologe im 19. Jahrhundert, der schreibt: „Ein Christ soll nicht lachen; denn Jesus hat auch nicht gelacht!“
Nein, da denke ich ganz anders. Die Botschaft vom Mensch gewordenen Gott, der für uns gestorben und von den Toten auferstanden ist, heißt „Evangelium“ = Frohe Botschaft. Daran muss man immer wieder erinnern. Christen sind wenig überzeugend, wenn sie dieser Bezeichnung ihres Glaubens im Leben nicht gerecht werden. Die wohl bekannteste Reaktion darauf stammt von Friedrich Nietzsche in seinem Werk „Also sprach Zarathustra“. Da heißt es: „Erlöster müssten sie mir aussehen, diese Erlösten, damit ich an ihren Erlöser glauben könnte“. Und zum Erlöst-Sein gehört auch das Lachen.
In meiner Sammlung von Christus- und Jesusbildern gibt es eines, das sicher keinerlei künstlerischem Anspruch genügt: überlebensgroß an eine Häuserwand gepinselt, schaut mich der typische idealistische Jesuskopf an, edle Gesichtszüge, lange Haare, Bart. Aber, und das ist das Besondere: er lacht aus vollem Hals. Ich mag dieses Bild.
Denn das menschliche Leben ist nicht nur Mühsal und Plage. Zu Gott kann ich gehen mit meinen Schwächen und meinen Fragen. Er schickt mich nicht weg, wenn ich traurig und verzweifelt bin. Und er freut sich mit, wenn ich lache und fröhlich bin. Beides gehört in unsere vergängliche und brüchige Welt, die er geschaffen hat. Und gläubige Menschen vertrauen – und das vielleicht mit einem Lächeln - darauf, dass er sie in Liebe annimmt, wenn dieses Leben einmal zu Ende sein wird.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=2345
„Abgeschrieben“ kommen sich so manche in unserer Gesellschaft vor. Langzeitarbeitslose, die im Arbeitsleben nicht mehr erwünscht sind. Jugendliche, die keine Lehrstelle bekommen. Alte Menschen, die einsam sind. Sie kommen sich „abgeschrieben“ vor: Keiner rechnet mehr mit ihnen, von ihnen wird nichts mehr erwartet, man hat sie aufgegeben. Für den Selbstwert und die Lebensperspektive dieser Menschen ist es bitter, wenn sie in dieser Weise abgeschrieben werden.
„Abgeschrieben“. Ein Ausdruck aus der Wirtschaft. Dort handelt es sich bei Abschreibung um einen ganz normalen Vorgang. Wenn etwas keinen Wert mehr hat – wird es abgeschrieben. So wurden in den USA gerade Tausende von faulen Immobilien-Krediten abgeschrieben – weil da nichts mehr zu holen war.
Wer Menschen abschreibt, behandelt sie also wie faule Kredite. Das scheint in der Logik unserer Welt auch normal zu sein.
Die Logik Gottes ist da ganz anders. Jesus stellt einmal seinen Zuhörern die Frage: „Wenn einer von euch 100 Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die 99 in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?“ Wer kühl rechnet, der sagt jetzt wahrscheinlich: „Ich bin doch nicht verrückt! Die 99 habe ich sicher, eins mehr oder weniger – darauf kommt es nicht an; das eine wird halt abgeschrieben.“ Aber in der Geschichte Jesu läuft der Hirt dem einen Schaf nach, bis er es findet. Er nimmt es auf die Schultern und trägt es nach Hause. Dort ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen: „Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war.“ So ist Gott, sagt Jesus mit der Geschichte: Jeder Einzelne ist ihm unendlich wichtig. Bei ihm gibt es das nicht, dass ein Mensch abgeschrieben wird. Im Gegenteil: Gerade die, die irgendwie „verloren gehen“, die durch die Maschen gefallen sind, die es schwer haben, die liegen Gott besonders am Herzen. Und Gott freut sich riesig, wenn er ihnen wieder neue Lebenschancen schenken kann.
Also kann ich darauf vertrauen, dass Gott mich unter keinen Umständen aufgibt. Ich kann darauf vertrauen, dass er mir regelrecht nachläuft, wenn ich ins Abseits geraten bin. Diese Gewissheit gibt mir einen ungeheuren inneren Halt, eine große Sicherheit.
Und sie öffnet mir zugleich die Augen für die Situation der Menschen, die in unserer Gesellschaft abgeschrieben sind.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=2308
„Ich glaube, der wird jetzt Kollege von Gott.“ Das hat die kleine Anna am Grab von Frère Roger in Taizé gesagt.
Anna ist acht Jahre alt. Seit ihrer Geburt war sie mit ihren Eltern jedes Jahr eine Woche lang in Taizé. Sie haben dort Besinnungstage mitgemacht. Die ökumenische Brüdergemeinschaft lädt dazu ein, und jedes Jahr kommen Tausende von Menschen. Sie lassen sich inspirieren von den Brüdern, durch ihr Gebet und ihre Gesänge, durch ihre Impulse für ein Leben aus dem Geist Jesu.
Frère Roger hat die Gemeinschaft gegründet und viele Jahrzehnte geleitet – bis er während eines Gottesdienstes von einer psychisch kranken Frau erstochen wurde.
Anna hat Frère Roger jedes Jahr erlebt – und er hat einen tiefen Eindruck auf sie gemacht. Sie hat nicht nur gespürt, dass er die Kinder besonders gern hat. Sie hat seine Ausstrahlung mitbekommen, wie gütig und weise er war. Er hat in ruhigen und überzeugenden Worten davon gesprochen, wie die Menschen aus der Liebe Gottes leben können. Vor allem hat er nicht nur davon gesprochen, sondern er hat es gelebt und verkörpert. Er war ein Mann des Friedens, er war ein Mann Gottes.
Und genau das hat Anna in ihrem kindlichen Gespür wahrgenommen. Deshalb hat Frère Roger eine enorme Wirkung auf sie gehabt. Als sie von seinem Tod erfahren hat, war sie untröstlich. Beim nächsten Besuch in Taizé hat sie dann in Worte gefasst, was sich für sie aus seinem Tod ergibt: „Ich glaube, der wird jetzt Kollege von Gott.“
Damit hat sie nicht nur etwas über Frère Roger gesagt, sondern auch etwas darüber, wie Gott ist. So, wie Anna Frère Roger erlebt hat, war ihr klar: Das ist ein Mensch, der Gott besonders nahe ist. Deshalb muss er jetzt, nach seinem Tod, „Kollege von Gott“ sein. Die Begegnung mit Frère Roger hat Annas Gottesbild mitgeprägt: Gott muss so ähnlich sein wie Frère Roger, nur viel größer.
Gott hat also in diesem konkreten Menschen ein Gesicht bekommen, eine Stimme und Hände.
Er hat beispielhaft das gelebt, was die Berufung aller Christen ist: dass wir uns von der Liebe Gottes verwandeln und erfüllen lassen – und sie dann in unserer Welt ausstrahlen.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=2307
„Unterbrechung“: Ein Wort, das in den Anfangszeiten des Fernsehens aktuell war. Immer dann, wenn ein technischer Defekt die Sendung lahm legte, erschien dieser Schriftzug auf dem Bildschirm. Heutzutage kommt das nicht mehr vor. Eine Unterbrechung gibt es bei Fernsehen und Radio nur noch, wenn sie gewollt ist. So wird im Radioprogramm bewusst ein Schnitt gemacht für eine Gefahrenmeldung, etwa wenn ein Geisterfahrer unterwegs ist. Technisch laufen die Programme meist ohne Unterbrechung.
„Technisch“ läuft auch das Leben vieler Menschen in unserer Gesellschaft fast ohne Unterbrechung. Es muss laufen. Beruflich sind viele arg eingespannt oder gar getrieben. Auch privat bewegt sich vieles im gewohnten Trott. „Es läuft“ eben. Im schlimmsten Fall bedeutet das: Die Menschen „funktionieren“ nur noch. Aber: „Leben“ ist etwas anderes.
Spätestens dann – oder am besten schon vorher – tut eine „Unterbrechung“ gut. Bewusst innehalten und sich herausziehen aus der Tretmühle. Äußeren und inneren Abstand gewinnen zu dem, was mich sonst antreibt und einengt. Von dieser Warte aus den Strom anschauen, von dem ich sonst mitgerissen werde. Wieder den Überblick gewinnen. Und dann: den Blick nach innen lenken, dorthin, wo meine Sehnsucht lebt, die im Alltag oft nicht hochkommen kann. Neu sensibel werden für meine innere Stimme, und auf sie hören, auf Gott hören. Mehr zu mir selbst kommen und aus meiner Mitte leben. Und dann mit frischer Kraft und mit geschärftem Blick bewusster in den Alltag zurückkehren. Solche Unterbrechungen sind eine Wohltat. Sie helfen aufzuleben.
Kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen dafür einige Tage in ein Kloster zurückziehen. Klosterleben bedeutet, dass man sich herauszieht aus dem, wie das Leben üblicherweise läuft. Die Mönche und Nonnen im Kloster sind Meister der Unterbrechung. Mindestens viermal am Tag halten sie inne – für das gemeinsame Gebet und die persönliche Meditation. Im einem solchen Kloster können Sie den Wert der „Unterbrechung“ schätzen lernen. Und Sie können ahnen, wie Sie das Innehalten in Ihren Alltag einbauen können. Damit Sie nicht außengesteuert leben, sondern innengesteuert. Damit „es nicht läuft“, sondern damit Sie Ihren ganz persönlichen Weg gehen.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=2306
Kein Geld mehr im Geldbeutel. Nichts mehr auf dem Konto. Die Sparbüchse leer. Ein Albtraum. Aber eine alltägliche Erfahrung für viele. Etwa ein Drittel der Jugendlichen sind verschuldet. Die Erwachsenen stehen ihnen darin nicht nach, ganz im Gegenteil: 2007 gab es bis jetzt 20 % mehr Privatinsolvenzen als im letzten Jahr. Sie nehmen rasant zu. Immer mehr Menschen und Haushalte sind überschuldet.
Kein Wunder, dass in den Schuldnerberatungsstellen der Caritas Hochbetrieb herrscht. Da kommen immer mehr Mitbürger, denen das Wasser finanziell bis zum Hals steht, die nicht wissen, wie es weiter gehen soll.
„Vorbeugen ist besser als bohren“ – das gilt nicht nur beim Zahnarzt. Deshalb hat der Caritasverband der Diözese Speyer einen Wettbewerb veranstaltet – als Vorbeugungsprogramm. Er hat Schulklassen und Jugendgruppen motiviert, sich mit dem Thema Schulden auseinander zu setzen – unter dem Titel „Der Kunde, gestern König, heute Bettelmann“. Heraus kamen ein Rapsong, ein Theaterstück, ein Comic, ein Film – viele originelle Ergebnisse. Sie alle machen deutlich: Viele Jugendliche wissen, wie stark der Konsumdruck auf sie ist. Sie wissen, wie ihnen das Geld aus der Tasche gezogen wird. Sie wissen, in welche ausweglose Situation das führen kann. Aber trotzdem tappen viel zu viele in die Schuldenfalle. Sie sind nicht stark genug, dem Druck zu widerstehen, dem Konsumdruck, dem Druck zum Mithalten, dem Zwang zur neusten Mode.
Was tun? Es ist gut, wenn die Jugendlichen lernen, bewusster mit ihrem Geld umzugehen. Es ist gut, wenn sie Techniken beigebracht bekommen, wie sie sich konkret schützen können vor der Überschuldung durch Handy oder Kreditkarten.
Aber eine andere Ebene ist noch wichtiger: Jugendliche müssen in ihrer Persönlichkeit so stark werden, dass sie dem Druck zum Geldausgeben widerstehen können. Dafür ist es gut, wenn sie tragfähige Lebenswerte vor Augen haben und sich damit auseinandersetzen. Damit ein junger Mensch seine eigene Vorstellung davon entwickeln kann, was sein Leben sinnvoll macht und was er dafür wirklich braucht – und was nicht.
Das ist nicht nur eine Aufgabe für die jungen Menschen; das ist eine Herausforderung für die ganze Gesellschaft. Am besten wäre es, wenn die Jugendlichen an uns Erwachsenen ablesen könnten, was das Leben wirklich sinnvoll macht. Und das ist eben nicht Geld und Konsum.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=2305