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Anstöße sonn- und feiertags

29NOV2020
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Und alles Gute zum neuen Jahr wünsche ich Ihnen heute. Klar, wir haben immer noch einen Monat lang 2020. Aber heute, am ersten Adventssonntag, da beginnt das neue Kirchenjahr.

Der Begriff Kirchenjahr bezeichnet eine festgelegte Abfolge von christlichen Feiertagen und Festzeiten. Das Kirchenjahr ordnet die Zeit religiös. Damit ist es keine Konkurrenz für das Kalenderjahr, sondern einfach nur eine andere Art, mit der Zeit umzugehen. Das mache ich ja auch. Mein Jahr wird zum Beispiel durch Geburtstage und Jahrestage strukturiert. Die sind oft wichtiger als das Kalenderdatum.

Beim Kirchenjahr ist das ganz ähnlich. Hier stehen einzelne Feste im Mittelpunkt, die im Jahresrhythmus gefeiert werden. Mit dem Advent geht es los, der Zeit vor der Geburt Jesu. Dann folgen Sonntage und Feiertage, die das Leben Jesu in den Blick nehmen, um seinen Tod und seine Auferweckung kreisen.

Jetzt also der Start in das Kirchenjahr mit den Adventssonntagen. Advent kommt vom lateinischen adventus, Ankunft, Erwartung. Das fängt schon mal gut an, könnte man denken. Da beginnt das Jahr. Und dann heißt es erstmal: Warten. Warten, Erwarten, das steht für eine Haltung. Dass eben etwas fehlt, noch nicht da ist, noch kommen wird. Die vier Kerzen am Adventskranz symbolisieren das. Wenn heute die erste Kerze angezündet wird, dann bleiben die anderen Kerzen noch ohne Licht. Sie zeigen an, dass noch etwas kommt.

Ich finde das eine gute Haltung. Die Haltung, dass nicht alles direkt passiert. Sondern dass noch etwas aussteht. So kann ich mich auch auf das freuen, was noch kommt. Und so kann ich auch durch den Advent gehen. Voller Erwartung in das neue Jahr.

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