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SWR2 Lied zum Sonntag

15AUG2021
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1) Orgelmusik festlich erklingt

Heute ist Sonntag, aber nicht nur. Heute ist auch ein katholischer Feiertag, „Maria Himmelfahrt“. Was für ein frommes Fest, könnte man denken und womöglich auch nur eines für besonders fromme Insider. Aber dieses Fest hat Potential. Das kann man im Lied von heute Morgen hören. Hannah und Laura singen es für uns. Die beiden jungen Frauen kommen aus Gengenbach im Kinzigtal und dort wird heute groß gefeiert, so wie an vielen anderen Orten auch. Nicht nur dass Sonntag ist, sondern auch wie es im Lied heißt: dass „Maria aufgenommen ist. Halleluja! Zu ihrem Sohne Jesus Christ, Halleluja.“

                  2) Maria aufgenommen ist, Halleluja,

                  zu ihrem Sohne Jesus Christ. Halleluja.

 

                  Ihr Sohn, der Tod und Grab besiegt, Halleluja,

                  er lässt im Tod die Mutter nicht. Halleluja.

 

Diese Melodie ist schon über 600 Jahre alt. Und die beiden jungen Frauenstimmen schwingen sich harmonisch ein. Das ist erstaunlich, denn der Text ist ja nicht gerade „up to date“. Wenn ich junge Leute frage, was nach dem Tod kommt, höre ich alles Mögliche. Zum Beispiel, dass es schon sein kann, dass die Seele weiterlebt oder auch, dass sie vielleicht irgendwo anders hin wandert.

Musik 3) unter Text

Das katholische Fest von heute setzt da klar eine andere Botschaft. Die heißt: Maria hat ihren Platz im Himmel gefunden. Und zwar als ganzer Mensch. Ihre Seele ist nicht irgendwie zu Gott gewandert, sondern Jesus hat die ganze Maria quasi abgeholt und mitgenommen ins ewige Leben bei Gott.

Jetzt höre ich junge Leute wie Hannah und Laura fragen: „Naja, wie soll das gehen? Der Körper liegt im Grab oder ist verbrannt.“ Natürlich ist das so. Aber in der Vorstellung, dass Gott jedem Menschen mit Körper und Seele einen Platz bei sich einräumt, steckt etwas, was mir Mut machen kann. Ich glaube sogar, dass Gott am Ende heilen kann, wenn ich nicht gesund war, und dass er mich erlöst, wenn der Körper eine Last für mich war.

Das ist nicht leicht zu glauben. Das Fest Mariä Himmelfahrt bietet mir so etwas wie eine Glaubensstütze, denn es sagt: Wenn das bei Maria so war, dann ist das auch bei mir so.

        

                  4) Im Himmel ist sie Königin, Halleluja,

                  und aller Welt ein Trösterin. Halleluja.

 

Hannah und Laura, die eben gesungen haben, sind noch jung und ich wünsche ihnen, dass dieses Lied sie trägt. Denn es sagt viel, was gerade jungen Frauen gut tun kann.

Wie ich äußerlich bin und auch was mich im Herzen ausmacht, das gehört zusammen. Und das bleibt es auch, sogar ganz am Ende. Mag sein, dass Körper und Seele nicht immer das beste Verhältnis haben, aber bei Gott finden die beiden endlich so richtig zueinander. Und davon lässt sich dieses Lied singen.

 

5) O große Freud, o Seligkeit, Halleluja.

                  Stimm ein, o ganze Christenheit. Halleluja.

 

                  Gelobt sei die Dreifaltigkeit, Halleluja,

                  der eine Gott in Ewigkeit. Halleluja.

 

 

Quelle:        

Hannah und Laura Suhm (Gesang), Bezirkskantor Matthias Degott (Orgel), private Aufnahme vom 10.7.2021   

 

Clemens Ingenhoven, Maria aufgenommen ist, Choralvorspiel.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33722