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SWR2 Lied zum Sonntag

13DEZ2020
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Intro und Refrain Harmonium und Gesang (Silke und Bernd Liffers, Ueridingen)

Es kommt der Tag, der uns befreit! In dieser merkwürdigen Adventszeit kann ich die Hoffnung, ja die Sehnsucht gut nachfühlen, die in den Worten und in der Melodie dieses Liedes stecken. Mit dir, Maria singen wir – vielleicht berührt es mich deshalb besonders, weil wir im Moment eben nicht gemeinsam singen, ich nicht mit anderen laut einstimmen kann in Marias Lied. Und weil ich den Tag herbeisehne, an dem das – und vieles andere – wieder möglich sein wird.

Strophe 1 und Refrain (Chöre St. Petrus und Apostelkirchengemeinde Wolfenbüttel)

Ich preise Gott – Magnificat: Das moderne Marienlied erinnert an den Lobgesang Marias in der Bibel. Sie singt das Lied, als sie erfährt, dass sie schwanger ist mit einem besonderen Kind, so erzählt es das Lukasevangelium: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes; denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Maria spürt, dass sie jetzt eine Hoffnungsträgerin ist. Weil ihr Sohn Jesus die Hoffnung stark machen wird auf eine neue, gerechtere Welt, die Gott verspricht. Auch davon singt sie:

Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen.

Maria ist mehr als die Mutter des Neugeborenen in der Krippe – das erzählt die Bibel, und das drückt auch das Marienlied aus, das mir deshalb so gefällt: Maria ist eine starke Frau, eine Prophetin. Maria weiß, was Leiden heißt – weil sie selbst gelitten hat. Für Jesu Botschaft von Gottes neuer Welt – aber, als Mutter, auch an Jesu Leben und an seinem grausamen Tod. Aber sie hat dennoch durchgehalten und die Hoffnung nicht aufgegeben auf eine bessere Zukunft ohne Schmerz und Leid. Vielleicht ist Maria auch deshalb vielen Menschen, besonders vielen Frauen, so nah.

Strophe 2 Harmonium und Gesang (Silke und Bernd Liffers, Uerdingen)

Letztlich siegt das Leben – davon singt Maria. Liebe und Gemeinschaft sind stark – in der Hoffnung, dass wir uns bald wieder sorglos umarmen dürfen. Solidarität ist möglich – damit die Existenzsorgen abklingen.

Letztlich siegt das Leben – von dieser Hoffnung möchte ich mich anstecken lassen in der Adventszeit – Krankheit, Kummer und Kontaktbeschränkungen zum Trotz. Ich möchte – zumindest im Herzen – Marias schwungvolles Lied mitsingen. Das macht mich selbst fröhlich – und so kann anderem etwas von diesem Schwung und dieser Lebensfreude weitergeben: Zuhause am Küchentisch. Am Telefon. Oder bei einer zufälligen Begegnung auf der Straße. Denn:

Orgel-Improvisation (Ludwig Martin Jetschke, Würzburg)

Dein Jubel steckt auch heute an, österlich klingt er, Ton um Ton. Großes hat Gott an dir getan, Großes wirkt unter uns dein Sohn.

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