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SWR2 Lied zum Sonntag

GL 259

Sterne faszinieren. Nicht nur Naturwissenschaftler sind begeistert, wenn sie in den Nachthimmel schauen. Wer einmal außerhalb der Städte oder womöglich sogar auf einem hohen Berg in einer klaren Nacht den Kopf zum Himmel gestreckt hat, kennt das Gefühl von der Weite überwältigt zu sein.

Für mich greift das heutige Lied zum Sonntag diese Erfahrung auf. Die erste Strophe beginnt damit, dass Sterne als von Gott geschaffen erfahren werden. Sie erzählt vom Glauben daran, dass Gott diese Welt wollte. Und dass wir in der Natur erahnen können, dass Gott da ist.

Gottes Stern, leuchte uns, Himmelslicht der Schöpfung.
Aus Finsternis und dunkler Nacht hat Gott der Welt das Licht gebracht.
Gottes Wort die Welt erschuf, Menschen, höret seinen Ruf.
Wir haben seinen Stern gesehen und kommen voll Freude.

(Lied „Gottes Stern, leuchte uns“ – CD-Track 12)

Oft bin ich einfach zu beschäftigt, um auf die Schönheit der Natur oder die Sterne zu achten. Dann fühle ich mich eher wie ein Hamster im Laufrad als wie ein Mensch unter dem weiten Sternenhimmel. Ich spüre dann, dass mir der Blick nach oben fehlt. Ich kreise um mich selbst. Es fehlt der Punkt außerhalb, an dem ich mich orientieren kann.

Von den Weisen aus dem Morgenland kann man das nicht behaupten. Sie sind aufgeschlossen und weise, und sie vertrauen einem Punkt außerhalb ihrer Welt. Sie folgen dem Stern nach Bethlehem. Das Bild von den Weisen, die Gottes Sohn, das Menschenkind, finden, greift die zweite Strophe auf.

Gottes Stern, zeige uns stets den Weg zum Leben.
So machten sich die Weisen auf und folgten deinem Himmelslauf.
Gottes Sohn, ein Menschenkind: Eine neue Zeit beginnt.
Wir haben seinen Stern gesehen und beten voll Freude.

(Lied „Gottes Stern, leuchte uns“ – CD-Track 12)

Die Weisen aus dem Morgenland haben dem Stern getraut. Sie sind ihm gefolgt, auch wenn sie ihn vermutlich nicht immer sehen konnten. Der Glaube an das Licht hat sie durchhalten lassen, trotz mancher dunkler Abschnitte.

Von dieser Zuversicht spricht auch die dritte Strophe. Und sie bleibt nicht bei den Weisen damals, sondern bezieht uns Menschen heute mit ein. „Gottes Geist ist uns geschenkt, der uns durch die Zeiten lenkt“, heißt es dort. Wohin mein Leben gelenkt wird, darauf antwortet das Lied nicht. Doch auch die Weisen damals kannten das Ziel nicht. Und trotzdem haben sie sich aufgemacht. Im Glauben daran, dass Gott für sie etwas bereit hält und dass er sie mit seinem Licht auf diesem Weg begleitet.

Gottes Stern, leite uns, Zeichen der Verheißung.
Durch Jesu Kreuz, der Liebe Macht, ist Gottes Heil an uns vollbracht.
Gottes Geist ist uns geschenkt, der uns durch die Zeiten lenkt.
Wir haben seinen Stern gesehen und glauben voll Freude.

 (Lied „Gottes Stern, leuchte uns“ – CD-Track 12)

 

 

Musikeinspielung aus:

Lied „Gottes Stern, leuchte uns“ – CD-Track 12

Chormusik zum Gotteslob – Carus 2.160/99

Kölner Dommusik

 

Carus Verlag 2013

 

GL 259 – „Gottes Stern, leuchte uns“

Text: Christoph Biskupek (geb. 1957)

Musik: Oliver Sperling (geb. 1965)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=23472