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SWR2 Lied zum Sonntag

GL 472 

Heute ist ein Feiertag. Ostern. Das Fest der Auferstehung. Wirklich ein Grund zu feiern. Gefeiert wird die Hoffnung, dass mit dem Tod nicht alles aus ist. Dass das Leben weitergeht. Über den Tod hinaus. Das ist tatsächlich zum Feiern.

Feiern können. Eine einfache, wunderbare Erfindung des Menschen. Anlässe zum Feiern gibt es viele: Ein Fest, eine gute Beurteilung, den Sieg meiner Fußballmannschaft, einen gelungenen Geschäftsabschluss, eine Geburt oder Hochzeit, natürlich der Geburtstag – oder eben auch Ostern. Davon erzählt auch das Lied »Manchmal feiern wir«. 

1) Manchmal feiern wir mitten am Tag ein Fest der Auferstehung.
Stunden werden eingeschmolzen  und ein Glück ist da.

Aber Halt! Wieso heißt es im Text: „Manchmal feiern wir mitten am Tag?“ Feiern heißt doch eigentlich, dass der Alltag Pause macht. Das Fest entführt mich in eine andere Welt. In eine Welt voll Freude, Gesang und Lachen. Zeit spielt keine Rolle, es gibt keine Verpflichtungen. Wenn ich ein Fest feiere, dann bin ich wahrhaft frei. Der Texter Alois Albrecht, ein katholischer Priester, setzt dagegen: Das Fest, so sagt er, findet auch mitten im Alltag statt. Auferstehung passiert jeden Tag. Nicht nur am Ostersonntag. 

2. Manchmal feiern wir mitten im Wort ein Fest der Auferstehung.
Sätzen werden aufgebrochen und ein Lied ist da. 
 

Auferstehung im Alltag, in einem Wort? Wie soll das gehen? Ein Blick in die biblischen Texte hilft. Sie sind überzeugt: Die Sache mit Jesus ist mit seinem Tod nicht zu Ende. Sie geht weiter. Führt über den Tod hinaus. Neues Leben bricht an. Die Freunde Jesu, tieftraurig über seinen Tod, erleben: Dieser Jesus ist bei uns. Es geht weiter. Wir können aufatmen. Und sie erleben das mitten im Alltag. Sie erleben, dass ihnen Jesus nahe ist, wenn sie miteinander essen, wenn sie miteinander sprechen, wenn sie füreinander da sind.

 

3. Manchmal feiern wir mitten in Streit ein Fest der Auferstehung.
Waffen werden umgeschmiedet und ein Friede ist da.

Alois Albrecht, der Dichter von »Manchmal feiern wir« ist sich sicher: Auferstehung lässt sich überall finden. Nicht nur an Ostern. Sondern überall dort, wo sich etwas verändert. Wo etwas neu wird. Wo sich Leben Bahn bricht: Mitten im Alltagstrott, mitten im belanglosen Reden, mitten im Konflikt, bei jedem kleinen Handgriff. 1974 schrieb Albrecht seinen Text. 15 Jahre später konnte er, konnten wir alle erleben: Die Mauer fällt zwischen den deutschen Staaten, Waffen werden tatsächlich niedergelegt, friedlich verändert sich Welt. Auch das ist Auferstehung.

Sicher: Das passiert nicht jeden Tag. Aber im Kleinen, im Alltag, finden sich von dieser täglichen Auferstehung Spuren. Wenn ein Streit beigelegt wird, wenn jemand nicht das letzte Wort haben will, wenn ich neu zu denken anfange. Dann geschieht Auferstehung. Mitten im Tag. Und das ist ein echter Grund zum Feiern. 

4. Manchmal feiern wir mitten im Tun ein Fest der Auferstehung.
Sperren werden übersprungen und ein Geist ist da.

Manchmal feiern wir
Text: Alois Albrecht 1974 / Musik: Peter Janssens 1974
© Peter Janssens Musik Verlag, Telgte
Aufnahme 01
Das Gesangsorchester Peter Janssens
In: Meine Lieder. Peter Janssens
LC 4679 / CD1074 / Track 09 (3:03) 

Aufnahme 02
Chor der Schülerinnen und Dozentinnen des Instituts für Kirchenmusik, Mainz
In: Eingeladen zum Fest des Glaubens. 63 neue und alte Lieder für den Gottesdienst
Institut für Kirchenmusik (Hg.), Mainz
BM 1299 / CD 2, Track 29 (1:53) 

Aufnahme 03
Cantamus, St. Joseph, Münster
In: Auf, lasst uns jubeln dem Herrn. Lieder und Gesänge aus dem Bistum Münster
LC 12646 / 3922144CD08E
CD 2, Track 14 (1:46)

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