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SWR2 Lied zum Sonntag

(EG 170)
„Die Zeit mit Dir, mit Euch, hat mich aufgebaut. Ich gehe heiterer und mutiger, als ich gekommen bin. Es tut nicht weh, zu gehen. Im Gegenteil: Ich nehme sehr viel mit, aus unserer Begegnung.“ Wenn man mit diesem Gefühl – sei es ausgesprochen oder still empfunden – ein Haus oder eine Wohnung verlässt, das darf man ‚Glück‘ nennen, finde ich. Wenn man beseelt und aufrechter auf das zugehen kann, was kommt. Als Christenmensch sage ich dazu auch ‚gesegnet:‘ Gott sei Dank wieder beherzter leben können. Von so einer aufrichtenden Erfahrung singt das Lied, das ich Ihnen heute nahe bringen möchte. Es bittet um Segen, damit man die Übergänge des Lebens angehen kann und mag.

Musik 1: David Qualey (instrumental)
Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen,
sondern überall uns zu dir bekennen. / Nie sind wir allein, stets sind wir
die Deinen. / Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.

„Komm, Herr segne uns.“ Ein Lied für Passagen im Leben, die einen herausfordern. Im Gottesdienst wird es zum Ausgang gesungen. Die Begegnung mit Gott, die mich und das Leben insgesamt in ein neues Licht rückt, in das Licht des Friedens, diese Begegnung mit Gott soll nicht am Kirchenportal zu Ende sein. Dieter Trautwein hat das Lied 1978 gedichtet und komponiert. Er traut sich sogar zu sagen: Die Begegnung soll nicht nur jenseits der Kirchentür wirken, sie wird wirken. Gott begegnet im Leben, sei es im Lachen, sei es im Weinen. Wenn Menschen mit Liebe nicht knausern, sondern sie frei geben.

Musik 2:Komm Herr segne uns, Strophe 2
Keiner kann allein Segen sich bewahren. / Weil du reichlich gibst,
müssen wir nicht sparen. / Segen kann
gedeihn, wo wir alles teilen, / schlimmen Schaden heilen, lieben und verzeihn.

Musik-Experten haben Dieter Trautwein vorgeworfen: Sein Lied sei von minderer Qualität. „Vage, unbestimmt in den Aussagen. Missverständlich, unlogisch. Musikalisch schablonenhaft“ sagen sie.
Mag sein, aber mir geht es wie vielen: Es gehört inzwischen zu den beliebtesten neueren Liedern im Gesangbuch. Vielleicht, weil seine Melodie so einfach ist und weil der Text mich positiv öffnet- wieder und wieder. ZB. dafür: Dass ich am Unfrieden unserer Welt nicht abstumpfe. Sondern hinausdenke über die Grenzen, die Ängste, Hass und Gewalt zwischen Menschen aufreißen – dass ich für den Frieden denke und streite.

Musik 3: David Qualey (instrumental)
Frieden gabst du schon, Frieden muss noch werden, /

wie du ihn versprichst uns zum Wohl auf Erden. / Hilf,
dass wir ihn tun, wo wir ihn erspähen – / die mit Tränen säen, werden in ihm ruhn.

„Segne uns.“ Je älter ich werde, umso mehr brauche ich das: Dass mir Kräfte zukommen, damit ich mich heranwage an die Übergänge im Leben. Damit ich auch vor schwierigen Situationen nicht zurückweiche. Sondern darauf vertraue, dass Gottes Segen mich etwas wagen lässt.

Musik 4:Strophe 4
Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen, /
sondern überall uns zu dir bekennen. / Nie sind wir allein, stets sind wir die Deinen
 / Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.

Musik 1 „Komm, Herr segne uns” track 5 aus CD David Qualey, Begegnungen Gesangbuchverlag Stuttgart, (c + p 1996) 0.52 min (leider ohne LC Nummer !!)
Musik 2 „Komm Herr segne uns“  track 13 aus CD „Choral: gut!“
Athesinus Consort/Lilienfelder Cantorei, edition Chrismon  LC 16005 0.30 min
Musik 3 „Komm Herr segne uns“ track 5 aus CD David Qualey, Begegnungen Gesangbuchverlag Stuttgart, (c + p 1996) 0.52 min
Musik 4 „Komm Herr segne uns“ track 13 aus CD „Choral: gut!“ 0.30 min LC 16005

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