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SWR2 Lied zum Sonntag

Er war ein Mystiker. Also jemand, der eine tiefe Sehnsucht nach Gott im Herzen trägt. Gerhard Tersteegen, Dichter des Liedes: Gott ist gegenwärtig, um das es heute geht. Von ihm hieß es, er habe die seinem Haus gegenüber liegende Kirche nie betreten. Weil ihm der äußere Gottesdienst nur als ein Hilfsmittel erschien für den „wahren innerlichen Dienst des Geistes", so schrieb er einmal.
Gerhard Tersteegen. Prediger, Seelsorger und Liederdichter, geboren 1697 in Moers am Niederrhein, gestorben 1769 in Mühlheim an der Ruhr.
Was mich an ihm besonders beeindruckt: Tersteegen suchte Gott nicht in gelehrten dogmatischen Sätzen. Sondern ihm kam es auf die unmittelbare Erfahrung an. Gott war für ihn so greifbar nah wie die Luft zum Atmen. So tief und unermesslich wie das Meer. So gegenwärtig wie nur irgendetwas gegenwärtig sein kann.

Musik 1, Vers 1 „Gott ist gegenwärtig"

In jungen Jahren hatte Gerhard Tersteegen ein religiöses Bekehrungserlebnis. Das Gefühl, dass Jesus direkt zu ihm sprechen würde. Diese Begegnung warf seine Lebensplanung völlig über den Haufen. Er gab seinen kaufmännischen Beruf auf, wurde zum Prediger und legte von da an in Scheunen und Schuppen die Bibel aus. Sein Haus wurde zu einer „Pilgerhütte", wo Menschen Trost und Hilfe fanden.
Dass für Tersteegen Gott die Mitte von allem war, betraf natürlich auch sein Verhältnis zur Welt. In der Welt, wo sich alles nur um sich selbst zu drehen schien, fand er keine Antwort. Und so dichtete er:
„Die Welt ist mir ein Rad, /ein immer drehend Rund, / gehst du mit Lust hinein, /so kommst du mit ans Treiben. / Gott ist der Mittelpunkt;/ kehr ein in'n Seelgrund! /Wer da gesammelt ist, / kann still und ruhig bleiben."
Wie aber lässt sich Gott als Mittelpunkt überhaupt zur Sprache bringen? Tersteegen rechnete fest damit, dass jemand beim Singen direkt von Gottes Gegenwart berührt werden könnte.
Denn er meinte: „Ein Viertelstündchen in Stilleschweigen vor Gottes Gegenwart sich eingekehret halten, ist Gott wohlgefälliger und uns heilsamer als tausend andere gut gemeinte Werke und Übungen."

Musik 2, Vers 5 „Luft, die alles füllet" (Zitat Strophe)

Eigentlich kann man von Gott überhaupt nicht angemessen reden. Allenfalls durch die Blume. So benutzt auch Gerhard Tersteegen Bilder, um sie gleich wieder mit neuen Farben zu übermalen. Gott ist unermessliches „Meer ohne Grund und Ende". Die „Luft, die alles füllet," in der wir schweben und gehalten sind.

Musik 3, Vers 6 „Du durchdringest alles" (Zitat Strophe),
Musik 1: Gott ist gegenwärtig
CD 2 track 32 aus CD Aus meines Herzens Grunde. Die schönsten alten Kirchenlieder
Gesang : Andreas Weller, Klavier: Götz Payer, Carus Verlag LC 3989
Musik 2 und 3, „Gott ist gegenwärtig"
CD 1, track 25 aus CDs :Lobe den Herren.
Orgelbegleitung für Gemeindelieder.
Klosterkammer Hannover. Copyright Melsene Bötticher
Orgel: Elke Platzer, (keine LC oder EAN Nummer)

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