Alle Beiträge

Die Texte unserer Radiosendungen in den Programmen des SWR können Sie nachlesen und für private Zwecke nutzen.
Klicken Sie unten die gewünschte Sendung an.


SWR4 Abendgedanken

Natürliche Hautpflege selbst hergestellt: Schwester Birgit aus dem Franziskanerinnen Kloster in Reute ist Meisterin darin. Sie weiß was Frauen von heute wollen: Natürliche Schönheit. Und daher bietet sie Kosmetikkurse im Kloster an - alle Zutaten kommen direkt aus der „Apotheke Gottes", wie Schwester Birgit ihren Klosterkräutergarten nennt.

Kosmetikprodukte selbst herstellen macht Spaß und ist gesund, weiß Schwester Birgit.

Die Rezepte aus der Frischekosmetik kann jeder leicht zu Hause nachmachen. Das Besondere daran: Es kommen nur wertvolle natürliche Rohstoffe mit Bio-Qualität in den Topf und hochwertige Inhaltsstoffe in die Tube. Also keine künstlichen Konservierungsmittel oder preisgünstige Mineralölprodukte, wie Paraffine oder synthetische Duft- und Farbstoffe.

Dadurch sind die Naturprodukte natürlich nur begrenzt haltbar.

Der absolute Renner beim Kosmetikkurs: Das „Meersalz-Körper-Peeling". Was man dazu braucht? Feines Meersalz und einen Ölauszug aus Traubenkernöl oder Rapsöl, Mandelöl oder  Sonnenblumenöl. Dazu setzt man Birkenblätter und Efeublätter in das Glas. Pflanzen und Öl im Verhältnis 1:10 mischen. Das Ganze dann an einen warmen Platz stellen und ziehen lassen. Regelmäßig schütteln. Einen kleinen Teil des Ölauszuges kann man  mit ätherischen Ölen mit Orangen- oder Lavendelgeruch mischen.

Was dabei herauskommt: Ein belebendes Peeling mit hautstraffender Wirkung. Geeignet bei Cellulite und für ein wohliges Körpergefühl. Streicheleinheiten inklusive. Beim Duschen empfiehlt Schwester Birgit die Haut mit kreisenden Bewegungen ein zu massieren und danach warm abduschen. Wie oft man das Peeling benutzen soll? „Alles in Maßen", erklärt Schwester Birgit, „damit die natürliche Hornhaut der Haut nicht geschädigt wird". Und sie hat einen festen Grundsatz: „An meine Haut kommt nur, was ich auch essen kann". Für Schwester Birgit ist klar: Wer im Einklang mit der Natur lebt, geht zärtlich mit sich und der Schöpfung um. Natürlich!

https://www.kirche-im-swr.de/?m=15684

 Erfrischung gefällig? Dann belohnen Sie sich doch selbst nach einem so langen Tag mit einem kühlen Drink aus der Natur: Dem Kloster-Powertrunk.

Das Rezept dazu habe ich von Schwester Birgit aus dem oberschwäbischen Kloster Reute bei Bad Waldsee. Schwester Birgit ist Franziskanerin und Fachfrau für Kräuterheilkunde, sie ist „Phyto-Praktikerin". Schwester Birgit kennt alle Pflanzen aus ihrem Kräuterlabyrinth und weiß, welches Kraut gegen welches Leiden gewachsen ist. Der Kräutergarten im Kloster ist für sie wie eine „Apotheke Gottes". Und in dieser „Apotheke Gottes" gedeihen auch die leckeren und frischen Zutaten für den Kloster-Power-Drink.

Man braucht 6 Stängel frisches Bohnenkraut. Dazu nimmt man je einen Zweig Lavendel, Rosmarin, Thymian und Pfefferminze. Und dazu kommen verschiedene Blüten wie Rosenblätter, Gänseblümchen, Löwenzahn, Holunder oder Ringelblüten - alles, was der eigene Garten so hergibt.

Dann wird eine Zitrone - natürlich ungespritzt - in Scheiben geschnitten.

Das Ganze stellt man in einem Liter Bio-Apfelsaft zugedeckt in die Sonne und lässt es zwei Stunden ziehen. Den Trank gelegentlich umrühren oder über Nacht ansetzen. Wer will, kann den Apfelsaft mit  etwas Mineralwasser verdünnen.

Mhhm das schmeckt und tut einfach gut.

Schwester Birgit empfiehlt diesen erfrischenden Drink täglich. Warum? „Ich weiß was drinnen ist", schmunzelt sie „und der Trank ist konzentrationsfördernd und gibt spontane Power - herrlich", wie Schwester Birgit es ausdrückt. Die Kräuter beleben, aktivieren und regen an. Die verschiedenen wertvollen Farb- und Inhaltsstoffe der Blüten stärken Magen und Gefäße. Das Rezept ist nach der sogenannten „Freiburger Kräuterschule" entstanden und tut Körper und Seele gut. Ein Rezept, das Geschmack auf die Schöpfung und das Leben macht. Und Schwester Birgit freut sich: „Es ist schön, die Schöpfung und all ihre Geschenke auf so wohltuende Art und Weise zu nutzen."

https://www.kirche-im-swr.de/?m=15683

Jetzt ist Sommer und die Reise- und Besuchszeit ist da. Wer zu einer Reise aufbricht, möchte auch ankommen. Wie beglückend ist es bei anderen willkommen zu sein und herzlich aufgenommen zu werden. Wie schön ist es auch, anderen Reisenden Gastfreundschaft zu schenken.

Denn wer gastfreundlich ist, nimmt sich gerne Zeit für seinen Gast.

Für mich ist das schönste Haus das, welches jedermann offen steht.

Wer seine Tür für andere öffnet, weiß zwar nicht, was danach geschieht, aber es lässt frischen Wind in sein Leben herein.

Herberge schenken heißt natürlich mehr als nur Brot und Wasser miteinander zu teilen.

Einander Herberge sein bedeutet für mich auch, einander zuhören, sich zugewandt sein und sich mitteilen.

Nur wer bei sich selbst zu Hause ist, kann anderen Herberge geben. Ich bin einladend für andere, wenn ich bei mir selbst angekommen bin und meine Stärken und Schwächen nebeneinander in mir wohnen lasse.

Das heißt, ich muss keine perfekte Gastgeberin sein, alles im Griff haben und mich um alles kümmern. Wichtiger ist es, aufeinander zugehen zu können, dann erst ist Begegnung möglich.

Jesus war viel und gerne unterwegs. Und er erzählt viele Geschichten vom Essen und Trinken, von Hochzeiten und großen Festmählern. Jesus besucht Menschen, er lädt sich selbst als Gast bei Menschen ein und ist selbst gerne Gastgeber. Und durch diese Reisen gewinnt er viele Freundinnen und Freunde dazu. Sie tragen seine Botschaft weiter, dass es wichtig ist, zu den Menschen zu gehen.

Gastfreundschaft hat also auch etwas mit Aufeinander zugehen zu tun. Mit Weite und Lebendigkeit und mit Lebensfreude.

Vielleicht geht es bei Gastfreundschaft nicht nur um Großzügigkeit und volle Kühlschränke, sondern darum, das Leben mit den anderen teilen zu können. Wenn ich auf Reisen bin, spüre ich, dass ich auf andere angewiesen bin und dass ich ankommen möchte, wo schon jemand auf mich wartet. Diese Sehnsucht nach einer Herberge, wo ich geborgen sein kann, treibt mich an, immer wieder aufzubrechen. Ich wünsche allen, die diesen Sommer zu einer Reise aufbrechen ein gutes Ankommen.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=15682

„Halt an, wo läufst du hin! Der Himmel ist in dir." Das hat der Mystiker Angelus Silesius gesagt.

In der Hektik des Alltags habe ich manchmal das Gefühl, vor mir selbst davonzulaufen. Ständige Geräusche und Ablenkungen machen es mir schwer, abzuschalten. Auch innerlich.

Ich beobachte mich selbst: Muss ich, sobald ich irgendwo alleine bin, immer gleich irgendein Medium einschalten, um mich zerstreuen zu lassen? Es fällt mir nicht leicht, ab und zu eine Zeit lang nichts zu tun und einfach da zu sein, aber ich überlege: Wenn ich nicht in die Stille gehe, wird es mir irgendwann zu laut. Daher übe ich nun regelmäßig die Kunst des Alleinseins. Und das geht so:

Wenn es möglich ist, setze ich mich einige Minuten hin und tue - nichts.

Ich tue das regelmäßig. Und dann schaue ich mir selbst zu, was in mir aufsteigt an Gedanken und Gefühlen. Ich versuche darauf nicht wertend zu reagieren: So bin ich eben und so darf ich sein. Zu solch einer Einstellung gehört viel Mut und auch viel Liebe.

Anfangs ist das mühsam. Nach einiger Zeit verändert sich leise etwas in mir.

Ich verweile bei mir. Endlich, ein Stück Alleinsein. All-ein-sein. Wer alleine ist, und das gar nicht will, mag das als merkwürdig empfinden. Alleinsein kann mühsam sein. Manchmal brauche ich dazu ein Wochenende, manchmal eine halbe Stunde in der Früh, um das wonnige Gefühl des Alleinseins in Körper und Seele zu spüren. Alleinsein bedeutet für mich daher nicht einsam sein, sondern mit mir eins sein.

In solchen Momenten des Alleinseins spüre ich die Gegenwart Gottes. Manchmal ist es nur ein kurzer Augenblick, ja, so wie ein Aufstrahlen oder Aufleuchten eines wohltuenden Gefühls. In diesem Augenblick vergesse ich die Zeit, vergesse ich die Gedanken in meinem Kopf, ich bin ganz Ohr. Ich kann das üben. Eine Übung ist für mich zum Beispiel die „Dankbarkeitsübung".

Wenn ich dankbar bin, bin ich ganz im Hier und Jetzt. Dankbar sein geht immer nur in diesem Moment, egal was davor war oder danach kommt.

Mir genügt dazu manchmal ein Glockenschlag von der Kirche während des Tages. Sobald ich die Glocke höre, halte ich inne, einen kurzen Augenblick nur und ich besinne mich, wofür ich heute dankbar bin. Und plötzlich atme ich auf, manchmal ganz laut. Und lasse los und sage: „Danke!"

https://www.kirche-im-swr.de/?m=15681

„Am liebsten geht er „schlungen", erzählt Benedikts Vater. Wenn Vater und Sohn um die Häuser ziehen und spazieren gehen, hat Mutter Elke Freizeit. Die beiden gehen dann ganz eng umschlungen durch die Straßen, „schlungen´", wie Benedikt es nennt.

Vor rund 30 Jahren wurde Benedikt als drittes Kind geboren. Benedikt kam gesund auf die Welt, alles schien in Ordnung. Doch mit der Zeit stellte sich heraus, dass das Kind eine schwere körperliche und geistige Behinderung hat.

„Ja, es war anfangs eine Herausforderung für uns als Familie", erzählt Benedikts Mama. „Und immer wenn wir mit Benedikt auf der Straße unterwegs waren, kamen Leute auf uns zu und fragten erstaunt, ob wir das nicht hätten verhindern können?"

„Und manchmal habe ich mich als Mutter dann auch gefragt, ob zwei Kinder nicht gereicht hätten? Heute weiß ich, Benedikt ist ein Segen für uns und was für einer!" Wie wunderbar daher sein Name das ausdrückt, „benedicere" ist lateinisch heißt „einander segnen". Heute ist Benedikt 30 Jahre alt. Er wohnt seit einigen Jahren  in einer kirchlichen Einrichtung für Menschen mit Behinderungen.

„Denn", so sagt seine Mutter, „uns ist es wichtig, dass er ein selbständiges Leben aufbaut. Irgendwann sind wir zu alt und können ihm wenig Abwechslung bieten."

In seinem neuen Zuhause fühlt sich Benedikt richtig wohl. Er hat  viele Freundinnen und Freunde. Am Wochenende ist er allerdings zu Hause.

Dass Benedikts Mutter nach seiner Geburt ihren Beruf als Richterin aufgegeben hat, bereut sie nur manchmal.

„Ich habe meinen Beruf zwar vermisst", sagt sie, „aber ich habe stattdessen die Elternstiftung Baden-Württemberg mitgegründet und heute bin ich dort Vorsitzende. Mit dieser Stiftung will ich Familien unterstützen, die wie wir Kinder mit Behinderungen haben. Ich möchte ihnen Mut machen, dass das Leben lebendig ist und viel mehr Facetten hat als Erfolg und Reichtum." Ein Leben ohne Benedikt will sie sich nicht mehr vorstellen.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=15680