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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Sie sind alle noch sehr jung. Haben gerade den Schulabschluss gemacht, ein paar haben Ausbildungspläne, Studienwünsche, andere haben noch dicke Fragezeichen, was aus ihnen werden soll. Aber eins verbindet sie jetzt: Sie machen gemeinsam ein freiwilliges soziales Jahr. In Kindergärten, Altenheimen, im Rettungsdienst oder im Krankenhaus. Ein ganzes Jahr lang arbeiten sie freiwillig für eine soziale Einrichtung. Für ein Taschengeld!
Ich durfte kürzlich eine solche Gruppe Jugendlicher kennen lernen, die gerade ein freiwilliges soziales Jahr machen. Und ich war begeistert von der Gruppe. Die jungen Menschen hatten viele Fragen. Und sie hatten viele Nöte. Denn sie erleben Dinge, die sie nur schwer verkraften können. Viele kommen aus einer behüteten Kindheit. Da ist es nicht ganz einfach, plötzlich mit heftiger Not konfrontiert zu sein. Die jungen Menschen sehen manches, was andere lebenslang nie zu Gesicht bekommen. Sie erfahren von der Angst anderer Menschen, sehen Verletzungen, leidende Kinder und manche begegnen in dieser Zeit auch dem Tod. Trotzdem wirkten alle mit ihren Einsätzen recht zufrieden. Es war eine Freude, mit diesen jungen, schon recht reifen Menschen zu sprechen.
Aus unterschiedlichen Motiven lassen sich junge Menschen auf ein freiwilliges soziales Jahr ein. Manche nutzen dieses Jahr, um sich darüber klar zu werden, welchen Beruf sie ergreifen wollen. Andere möchten vor ihrer Ausbildung schon Lebenserfahrung sammeln. Sie möchten etwas Nützliches tun. Es sind junge Christen dabei. Die wollen aus christlichem Geist nicht nur für sich, sondern auch für andere leben. Und manche tun dasselbe aus einer allgemein menschlichen Verantwortung heraus: Sie spüren, dass wir Menschen in der Welt gegenseitige Hilfe brauchen. Dass keiner für sich allein leben kann.
Mich haben diese Jugendlichen beeindruckt. Sie haben mich auch nachdenklich gemacht. Sie haben mich angesteckt mit ihrer Einsatzfreude, mit ihren Fragen, mit ihren frischen Ideen.

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