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SWR3 Gedanken

„Das kürzeste Wort für Religion heißt Unterbrechung.", lautet ein kluger Theologensatz.
Unterbrochen werde ich in diesen Tagen laufend:
Durch die Weihnachtsdudelmusik in den Läden, durch zeitintensives Plätzchenbacken, durch bohrende Kinderfragen „wie lange noch bis Weihnachten?" und nicht zuletzt durch den Stress, den ich mir selbst mache, weil ich immer wieder anfallartig über Geschenke und Kartengrüße nachdenke.
Nicht gerade die Art von Unterbrechung die der Theologe J.B. Metz mit seinem Satz meinte.
Adventlich - oder religiös - sind diese Unterbrechungen trotzdem. Einfach deshalb, weil ich. der Menschen, die beschenken oder grüßen will. Weil ich dann von mir absehe, von meinen Pflichten und Wünschen und den Blick auf die anderen richte.
Weil ich diesen 4 Adventswochen übe, an möglichst viele andere Menschen zu denken, sie in meinem Herzen zu bewegen sozusagen. An Weihnachten bin ich dann hoffentlich so weit, dass ich mit ganzem Herzen auf das eigentliche Ereignis schauen kann: auf dieses Kind, in dem Gott uns anschaut.
Dass Gott Mensch geworden ist, unterbricht sämtliche Gewohnheiten Menschen einzuschätzen und zu beurteilen, mich selbst eingeschlossen.
Advent ist die Zeit der Unterbrechungen. Ein Einüben die Menschen um uns wirklich zu sehen. Damit dann der Blick auf Gott uns so unterbricht, dass wir uns selbst in einem neuen Licht angeschaut wissen.

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