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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

„Wie soll ich wissen, ob es Gott gibt. Ich habe ihn noch nie persönlich erfahren", hat mir vor ein paar Wochen jemand im Gespräch gesagt. „Er hat sich mir noch nicht gezeigt."
Ich kann mir vorstellen, dass es vielen ähnlich geht. Trotzdem glaube ich, dass Gott sich auf irgendeine Weise zu erkennen gibt. Nur so kann Glauben entstehen. Ich kann den Glauben in mir nicht selber machen. Ich bin überzeugt, der Glaube an Gott ist vor allem etwas, was von Gott selber ausgeht. Wenn jemand zum Glauben an Gott findet, dann bewirkt das Gott selbst.
Und weil wir Menschen unterschiedlich sind, ist meine Erfahrung, dass Gott auch unterschiedliche Zugangsweisen zu Menschen sucht.
Eine Art, sich Menschen zu zeigen ist zum Beispiel über die Sinne. Wenn ich an der Nordsee stehe und das weite, bewegte Meer sehe, die salzhaltige Luft rieche und der Wind meine Haare zerzaust, dann offenbart sich mir etwas von Gottes Schöpfung.
Einen ähnlichen Eindruck erleben Bergwanderer, wenn sie an einem herrlichen Tag neben einem Gipfelkreuz stehen und einen wunderbaren Blick auf die umliegenden Berge haben.
Wieder andere spüren etwas von Gottes Schöpfung, wenn sie im Wald spazieren gehen, die Vielfalt der Pflanzen bewundern, über das Moos streicheln, den würzige Tannenduft einatmen und ein leckeres Vesperbrot in der Pause essen.
Dies alles sind schöpferische Hinweise, die manche Menschen an Gott denken lassen und ihm gegenüber Dankbarkeit empfinden. Die Schönheit an Gottes Schöpfung kann ich mit meinen Sinnen wahrnehmen. Und wer ein feines Gespür dafür hat, kann in Ihnen Gott selbst entdecken.
Probieren Sie es doch mal aus, wenn Sie das nächste Mal auf einen Berg steigen, eine Waldwanderung machen oder im Meer schwimmen.
Vielleicht begegnen Sie ja dabei Gott!
Und wenn's nicht so ist, dann hat Gott bestimmt andere Zugangsweisen zu Ihnen als über die Sinne.

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