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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

„Schade, dass die Ferien schon zu Ende sind." Die Sommerferien sind vorbei, ab Montag geht's wieder in die Schule!
„Schade, dass etwas zu Ende geht," sagen aber sicher nicht nur Schüler und Lehrer nach sechs Wochen Ferien. „Schade", sagen andere, „die Städtereise ist schon zu Ende"; oder „die Kirmes im Ort", oder „das tolle Geburtstagsfest ist vorbei!"
Meistens freuen wir uns schon lange auf ein bestimmtes Ereignis oder ein Vorhaben und dann geht alles viel zu schnell vorbei und wir sind traurig, dass wir diese Zeiten nicht verlängern oder festhalten können.
Manche machen viele Fotos, um sich noch lange an das Fest oder den Ausflug zu erinnern, um diese unbeschwerten und schönen Zeiten festzuhalten. Und doch: Was vorbei ist, ist vorbei! Da helfen auch noch so viele Fotos nichts!
Mich tröstet da ein Gedanke: Wenn es schade ist, dass etwas vorbei ist, dann heißt das ja auch: das Erlebte war super, die Begegnung mit den Freunden hat gut getan, die Stille in den Bergen oder die Zeit mit den Kindern habe ich genossen. „Schade, dass etwas zu Ende ist," kann dann eigentlich auch heißen: „Danke, dass überhaupt etwas angefangen hat! Danke, dass ich etwas Tolles erleben durfte! Danke, dass ich Erholung, Freude, Ruhe erfahren habe!" Das halte ich nicht für selbstverständlich.
Und ich finde, die Sehnsucht nach mehr, vielleicht nach längeren Ferien oder nach häufigeren Festen, darf ruhig bleiben. Ich darf mich sehnen nach dem, was mir gut tut, wofür es sich zu leben lohnt. Denn das kann mich antreiben, auch im Alltag danach zu suchen und zu leben. Vielleicht reicht dann auch das gute Gespräch mit Freunden ohne Torte und Sekt oder die Sandburg auf dem Spielplatz nebenan ohne Mittelmeer in Sicht. Das Beste daran: Das geht auch ohne Ferien und Urlaub - sogar heute!

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