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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Der Trierer Künstler und Glasmaler Jakob Schwarzkopf hat die Fenster der Herz-Jesu-Kirche in Mayen neu gestaltet. Viele meinen: Ein sehr gelungenes Werk. Bis kurz vor seinem Tod im Juli 2001 hat Schwarzkopf daran gearbeitet. In dem Fensterzyklus sind wichtige Ereignisse aus der biblischen Geschichte darstellt. Der Bogen ist weit gespannt. Er reicht von der Erschaffung der Welt bis zu ihrer Vollendung. Dabei spielen immer wieder Menschen eine bedeutende Rolle, zum Beispiel Johannes der Täufer. Eine hagere Gestalt im Asketengewand, so stellt ihn der Künstler dar. Und er trifft damit, was wir aus der Bibel über Johannes wissen. Ein bequemer Zeitgenosse ist er nicht gewesen. Er hat Aufmerksamkeit erregt, vor allem durch die Kraft seiner Worte. So konnte er die Menschen bewegen. Er meinte es ernst. Das merkt man am Kern seiner Botschaft. Die lautet kurz und bündig: „Kehrt um und ändert euer Leben!“ Heute hätte er vielleicht gesagt: „So geht das nicht mehr weiter mit uns und der Welt. Wir brauchen eine Kurskorrektur, damit es überhaupt noch eine Zukunft geben kann.“ Das sitzt! Die Menschen sind verunsichert und wollen wissen: Was ist das eigentlich für einer, dieser Johannes? Und der stellt sich sogar der Frage. Er hat nämlich nichts zu verbergen. Im Gegenteil. Seine Antwort ist höchst eindrucksvoll: Er sei nur der Wegbereiter für einen Anderen; für ihn lege er Zeugnis ab. Das Kirchenfenster von Schwarzkopf gibt die Richtung an. Johannes der Täufer deutet mit seiner Hand auf Jesus Christus. Mir gefällt an Johannes: Er nimmt seine Sache zwar sehr ernst, aber er nimmt sich nicht zu wichtig. Das macht seine Größe aus, dass er sich selbst klein macht. Johannes redet seinen Zeitgenossen nicht nach dem Mund. Ihm sind die Dinge nicht egal. Er mischt sich ein – ohne Angst und Furcht. Dabei verliert er den Maßstab nicht aus den Augen, vor allem den zwischen Gott und den Menschen. Johannes der Täufer kann nachdenklich machen. Sein Kernsatz passt gut in die Fastenzeit: „Kehrt um, ändert euer Leben!“ Seine Bedeutung liegt darin, dass über ihn der Weg zu Jesus führt – auch heute noch.
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