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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Ein „Guckloch zum Himmel“ sind sie, die Glasfenster der Herz-Jesu-Kirche in Mayen in der Eifel. Das meinen jedenfalls viele, die sie gesehen haben. Geschaffen hat sie der Trierer Künstler und Glasmaler Jakob Schwarzkopf. Ein Meister seines Faches. Schwarzkopf, der vor allem „Maler und nicht Künstler“ sein wollte, hat über 2000 Glasbilder gestaltet. Kirchengebäude in aller Welt hat er durch seinen ganz persönlichen Stil geprägt. Die Fenster der Herz-Jesu-Kirche sind sein letztes großes Werk. Bis kurz vor seinem Tod im Juli 2001 hat Schwarzkopf daran gearbeitet. Mich faszinieren diese Kirchenfenster; nicht nur, weil sie die Notverglasung der Nachkriegszeit abgelöst haben und Farbe in den Kirchenraum bringen. Ich finde es gut, dass auf Wunsch der Gemeinde die Fenster als eine Art Bilderbibel gestaltet sind. Von der Erschaffung der Welt bis zu ihrer Vollendung wird die Geschichte Gottes mit den Menschen dargestellt – in beeindruckenden Bildern. Mir gefällt, wie der Künstler Geschichten der Bibel nacherzählt, zum Beispiel die von Adam und Eva oder die Noah und seiner Arche; ich finde es gelungen, wie er wichtige Gestalten des Glaubens darstellt, Mose zum Beispiel beim Empfang der 10 Gebote oder die Geburt Jesu. Mich bewegt sehr, wie Schwarzkopf Bezüge zur Stadtgeschichte Mayens gelingen. Auf dem Fenster mit der Darstellung der Kreuzigung Jesu ist am unteren Bildrand die brennende Stadt: eine Erinnerung an den schlimmen Bombenangriff im Januar 1945, bei dem die Stadt Mayen fast ganz vernichtet wurde. Der Tod Jesu auf dem Berg Golgotha vor den Toren der Stadt Jerusalem verbunden mit dem moderne Golgotha einer Stadt im 20. Jahrhundert. Die Fenster der Herz-Jesu-Kirche zeigen, dass Bilder für den Glauben wichtig sind. Denn Bilder können auf sehr kunstvolle Weise deutlich machen, worum es im Glauben geht. Sie können ein Impuls sein, das Leben aus dem Glauben bewusster und lebendiger zu gestalten. Für mich sind sie Wegweiser zu Gott – eben ein „Guckloch zum Himmel
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