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SWR3 Gedanken

Wir waren mit ein paar Leuten unterwegs zu Chorproben im Saarland.
Schnellster Weg - kürzester Weg: wie fahren wir...
Ohne Navi fühlt man sich ja fast schon hilflos.
Bei einer Tour haben wir uns entschlossen,
doch mal die Umgehungsstraße auszuprobieren.
Und tatsächlich: Da waren wir deutlich schneller am Ziel.
Ohne Navi unterwegs sein, sich selber orientieren.
Ja: Das hat was.
Natürlich ist es einfacher, mir den Weg suchen zu lassen -
sogar an Staus und Baustellen vorbei;
da muss ich nur noch sicher fahren und immer im richtigen Tempo.
Aber spannender finde ich es doch auch,
mir den Weg sozusagen von Hand zusammenzusuchen.
Schon vorher einen Eindruck zu kriegen, was ich da vor mir habe -
wie viel Autobahn, wie viel kurvige Strecken im Mittelgebirge.
Mit dem Navi fahre ich da doch vergleichsweise blind.
Ahnungslos, wie lange es noch in welche Richtung geht -
ohne Kontakt zur wirklichen Realität da draußen.
Ich habe meinen Weg lieber selbst in der Hand.
„Wenn ich das Ding eingeschaltet habe,
dann fahre ich auch so, wie er das sagt." So ticken ja viele.
Mir wäre das zu abhängig.
Ich entscheide lieber selbst, bin auf eigenes Risiko unterwegs.
Für meinen Lebensweg bin ich ja auch selbst verantwortlich,
erst mal noch. Und bin nah dran an der Wirklichkeit.
Und bis jetzt bin ich trotz mancher Umwege immer angekommen.
Was ja vielleicht auch ein Beweis dafür ist,
dass ich begleitet bin auf meinen Wegen -
von anderen Menschen, von meinem Schutzengel,
von einem liebevollen Gott.
Da bin ich mindestens so sicher wie ich sicher bin,
dass der Navi wirklich den kürzesten Weg weist. 
Oder den schnellsten...

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