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SWR3 Worte

Ich erinnere mich an einen Spaziergang mit meinen Eltern. Wir hörten in einiger Entfernung ein Geräusch und sahen hin: Ein dreijähriger Bub war mit seinem Kinderfahrrad umgekippt und lag auf dem Boden. Wir gingen gleich in Startposition um beim ersten Weinen hinzueilen. Das war nicht nötig. Der Kleine stellte sein Dreirad auf, strampelte wieder los und rief uns über die Schulter aus 50 Meter Entfernung zu: „ Ich muss noch viel üben!“
Imponierend! Keine Beschuldigung des „blöden Dreirads“ oder eines Steines auf der Straße, sondern die schlichte Einsicht: Das ist so, das kann vorkommen, und ich muss noch viel üben, wenn ich weiterkommen will. Was hier kindlich einfach gesagt wird, kann auch so ausgedrückt werden: „Üben ist ein Akt der Hoffnung!“ Wer übt, der hofft. Wer übt, weiß dass der Mensch ein Zeitwesen ist, Zeit hat und Zeit brauchen darf. Der Mensch ist auch ein „Übewesen“.

Hoffen üben – von Willi Lambert
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