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SWR3 Gedanken

Ein schwarzes Schaf – das wissen wir –
ist kein ganz normales Tier.
Normal sind Schafe weiß wie Schnee
und fressen reichlich grünen Klee.

Nun haben Forscher nachgezählt
und auch ganz schnell festgestellt,
dass schwarze Schafe langsam schwinden,
bald sind sie kaum mehr noch zu finden.
Die Erklärung: nicht ganz leicht,
mit etwas „Schafkunde“ vielleicht:

Das dunkle Fell von Vorteil war,
als es bei uns noch kälter war.
Es zieht die Sonne an und wärmt,
im Winter jedes Schaf da schwärmt.
Doch dieser Vorteil der geht flöten
seit der Erwärmung des Planeten.
Denn die globale Hitzewelle
wärmt schwarze wie auch weiße Felle.

Schade also aber wahr,
es besteht nun die Gefahr,
dass die Schwarzen werden schwinden
und bald wir nur noch Weiße finden.

Auch bei uns Menschen gibt es Typen,
die manchmal etwas anders ticken.
„Schwarze Schafe“, nennt man die,
obwohl es Menschen sind, nicht Vieh.
Ökos oder Einzelgänger,
Ausgeflippt, die Haare länger,
Menschen die den Mund aufmachen
oder etwas zu laut lachen.
Menschen, die halt anders leben
für uns: „schräge Vögel“ eben.

Schade wär´s doch wenn auch jene
verschwänden langsam aus der Szene.
Wenn einer wie der andre wär
niemand kreuz und niemand quer
grau in grau, niemand sticht raus,
die Welt, sie wär ein Armenhaus.
Diese Leut´, so mein Befund
machen doch das Leben bunt.

An Fasnacht ist Gelegenheit
zu wechseln mal das graue Kleid.
Einfach einmal ausprobieren,
wie sich´s so lebt ohne Manieren.
Gradheraus nur das zu machen
worüber sonst ich würd´ nur lachen.
Kurz: alles andre sein als brav
Einfach mal sein ein schwarzes Schaf.

Wenn der Trubel sich dann legt
und jeder seinen Kater pflegt,
kommt mir vielleicht wieder in Sinn,
dass „anders-sein“ ist ein Gewinn.
Es gilt sowohl für Mensch wie Tier:
schwarze Schafe brauchen wir!
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