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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP


Die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“. Heute vor 61 Jahren haben die Vereinten Nationen sie verabschiedet. Deshalb ist heute, am 10. Dezember wie alle Jahre der Internationale Tag der Menschenrechte.

Die Artikel der Menschenrechtserklärung beschreiben die grundlegenden Rechte, die jeder Mensch auf der Erde hat, zum Beispiel das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person. Oder das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung.

Vieles ist seit der Verabschiedung der Erklärung besser geworden. Doch immer noch werden Menschenrechte verletzt, auf der ganzen Welt, auch in Europa.
Gedenken an die Erklärung der Menschenrechte braucht auch Gedanken über ihren Ursprung. Die Kirchen der Welt haben nach den Erfahrungen des 2. Weltkrieges bei einem großen ökumenischen Treffen daran erinnert, dass die Menschenrechte von Gott gegeben sind. Sie sind unverfügbar. Gerechtigkeit und Menschenrechte sind untrennbar miteinander verbunden.

Die Quelle der Menschenrechte ist die Gerechtigkeit Gottes. Dies besagt die biblische Geschichte von der Befreiung Israels im Alten Testament. Das versklavte und verelendete Volk wurde von Gott aus der Unterdrückung herausgeführt.

Gewiss: Die Kirchen waren nicht immer in der ersten Reihe, wenn es um die Verteidigung der Menschenrechte ging. Aber in Europa jedenfalls haben sie schmerzlich gelernt, dass Religion niemals Triebfeder für Krieg, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen sein darf.

Christen sollten daher weiterhin Motor einer Entwicklung zum Besseren hin sein, sich weltweit für die Wahrung und Förderung der Menschenrechte einsetzen. Ihr Antrieb dafür ist ihr Glaube. Ein Glaube, der in jedem einzelnen Menschen ein Geschöpf und Ebenbild Gottes sieht.

Es ist sicher Zufall, dass der Tag der Menschenrechte in den Advent fällt. Aber ich finde es ein schönes Zeichen. Denn die Hoffnungen, die mit diesem Tag verbunden sind, die Hoffnung auf Frieden und unbedrohtes Leben, die haben etwas mit dem Gott zu tun, auf den wir jetzt im Advent warten. Auf den Gott, der Gerechtigkeit bringt, Der wie ein Licht ist, das uns aus in der Finsternis entgegenleuchtet.
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