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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP


Heute beginnt sie, die Weltklimakonferenz in Kopenhagen. Es geht darum, wie die Staaten der Welt ihren Ausstoß an Treibhausgasen verringern können. Und in welchem Zeitraum sie dies tun. Schon lange warnen und mahnen Wissenschaftler vor den Folgen, wenn nichts oder nicht mehr geschieht als bisher.

Und sie zeichnen düstere Prognosen. Die Erde erwärmt sich, Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt, das Wasser überflutet ganze Regionen, Menschen verlieren ihr Obdach, ihre Lebensräume werden zerstört.

Ich bin kein Politiker und kein Naturwissenschaftler. Aber was mache ich? Ich fahre mit der Bahn. Meistens jedenfalls. Ich drehe die Heizung zu Hause um wenige Grad zurück. Wenn’s mir nicht gerade zu kalt ist. Und ich überlege, ob hinter meiner Kritik an den Verantwortlichen in der Politik nicht auch meine eigene unverantwortliche Haltung steckt.

Mir scheint, dass zu den Kennzeichen der Menschen gehört, dass sie ihre eigene Verantwortung bestreiten oder sie auf andere abwälzen. „Nicht ich bin schuld, sondern das Weib, die Schlange, ja, Gott selbst.“ So heißt es schon in der biblischen Schöpfungsgeschichte.

Die alte Geschichte macht mir die neue Versuchung deutlich. Noch immer wird die Verantwortung auf andere – andere Menschen oder Länder – verlagert. Dabei kann es nicht bleiben. Und deshalb fordern auch Christinnen und Christen ein entschiedenes Umdenken und Umlenken in der Klimapolitik. Bewahrung der Schöpfung heißt das mit unseren Worten. Gottes Schöpfung ist uns anvertraut. Und daher sind wir dazu aufgerufen, in unserem eigenen Verantwortungsbereich die Aufgabe des Klimaschutzes ernst zu nehmen.

Dies geschieht zum Beispiel konkret in unseren kirchlichen Tagungshäusern. Dort werden nicht nur Energiesparmaßnahmen durchgeführt, es wird auf den Einsatz solider langlebiger Möbel und auf geringen Materialverbrauch genauso geachtet, wie auf ökologische und nachhaltige Aspekte beim Einkauf von Lebensmitteln.

Jeder einzelne Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung ist sinnvoll, denn die Wirkung jedes einzelnen Beitrags verstärkt sich. Unsere Beiträge kommen nicht zu spät, auch wenn andere noch nicht mitziehen. Je mehr Menschen sich aktiv für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich dies auch in politisches Handeln überträgt.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=7266