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SWR3 Gedanken

„Mein Haus, mein Auto, mein Boot!“ erinnern sie sich noch an diese Werbung? Da treffen sich zwei alte Schulkameraden durch Zufall nach Jahren wieder und der eine hat nichts anderes zu tun, als seinem ehemaligen Freund zu erzählen, wie weit er es doch gebracht hat, eben: mein Haus, mein Auto, mein Boot.
Das scheint heftig übertrieben, aber die Wirklichkeit sieht nicht so furchtbar anders aus. Warum stellen sich viele als den tollen Hecht dar? Warum machen sich viele größer als sie wirklich sind? Oder wollen sie einfach nur, dass Andere neidisch oder bewundernd reagieren und wenn ja: Warum?

Gott sagt: „Du sollst nicht das begehren, was dein Nächster hat. Denn Neid schafft letztendlich nur Unfrieden: Und das funktioniert schon bei den Kids in der Schule: Da müssen die Eltern manchmal Himmel und Hölle in Bewegung setzen, damit ihr Kind auch so coole Markenklamotten bekommt und sich nicht für Arme-Leute- Hosen aus einem Discounter schämen muss. Und genau diese Spirale setzt sich dann immer weiter fort – bis man schließlich erwachsen ist. Wie gesagt: Mein Haus, mein Auto, mein Boot.
Deshalb fängt es auch bei den Eltern und ihren Kindern an: zu Lernen, was wirklich glücklich machen kann. Und ich glaube einfach nicht, dass das auf Dauer irgendwelche Markenartikel oder Statussymbole schaffen. Ich glaube überhaupt nicht, dass das irgendein Besitz schaffen kann!
Was das nun wirklich ist, was einen glücklich machen kann? Das muss wahrscheinlich jeder Mensch für sich selbst suchen. Vielleicht geschieht das dann, wenn man sich selbst gefunden hat – oder wenn man einen Menschen gefunden hat, der einen liebt, den man selbst lieben darf. Wenn man mit sich selbst zufrieden sein kann und in der Liebe lebt – dann braucht man vielleicht überhaupt nichts von dem, was der Nächste hat um glücklich zu sein! https://www.kirche-im-swr.de/?m=6901