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SWR3 Gedanken

Wir sind einfach aus der Haustüre raus und losgegangen. Erst ein verlängertes Wo-chenende, dann mal eine ganze Woche. Wir haben nämlich den Jakobsweg direkt vor unserer Haustür. Diesen Sommer sind wir auf dem Jakobsweg durch das Elsass gewandert: Strasbourg, Mount Sainte Odile, Belfort.

Das ist wohl das erste Mal, dass wir so bewusst unsere Umgebung, die Natur erleben und gemerkt haben: Im Frühling ist es anders als im Sommer und wiederum jetzt im Herbst. Da hängen fett die Reben an den Weinstöcken. Wunderbar!

Was uns bei unseren Wanderungen immer beschäftigt, ist die Sache mit dem Rucksack. Jedes Mal überlegen wir uns zuhause ganz genau: Was brauchste unbedingt? Auf was kannste verzichten? Wir haben superleichte Jugendherbergsschlafsäcke, schnelltrocknende Handtücher, bequeme Kleidung. Wir sind zu zweit, mein Mann und ich, also teilen wir uns alles, was man sich so teilen kann. Nur kein Gramm zuviel! Und dann ist es doch wieder so, dass wir uns unterwegs fragen: Warum schleppste so viel überflüssiges Zeug schon wieder mit dir rum?

Aber wir schleppen auch noch andere, überflüssige Dinge mit uns rum: Probleme bei der Arbeit, Sorgen und Ängste, und manchmal auch Wut. Damit ziehen wir also los auf unserem Jakobsweg und sind so richtig niedergedrückt von allem. Aber er ist schon komisch, dieser Jakobsweg. Mit jedem Schritt, den wir so gehen, werden Kon-flikte klarer, fallen uns verrückte Ideen ein, wie wir Probleme doch noch zu einem guten Ende bringen können. Und am Ende erscheint uns alles ganz einfach.

Man muss einfach nur aus der Haustüre raus und losgehen.

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