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SWR3 Gedanken

„Hätte ich die Kraft nichts zu tun, täte ich nichts!“ Was für ein Spruch! Wie geschaffen für die Urlaubszeit. „Hätte ich die Kraft nichts zu tun, täte ich nichts.“ An einer Bürotür hab ich diesen Spruch entdeckt. Da kommt er besonders gut. Denn er sagt mit einem gewissen Augenzwinkern: hier in diesem Büro steckt nicht mein einziger Lebenssinn.
Darum mal wörtlich genommen, dieser wunderbar klingende Widerspruch im Spruch: dass ich Kraft brauche um nichts zu tun! Ja? Ist Nichtstun denn nicht leicht? Alle Viere von sich strecken, die Flügel hängen lassen. Nichts leichter als das! Scheinbar, denn schau ich auf meine ersten Urlaubstage dann seh’ ich mich meistens herum rennen wie ein aufgedrehtes Huhn, von einer Übersprungshandlung zur anderen . Weil ich aus den gewohnten Bahnen geworfen bin oder im Packstress vor der Urlaubsfahrt. Also auch wieder kein Nichtstun! Und es kommt noch ein Problem dazu. Viele Menschen können nicht Nichtstun, weil sie sich dann unnütz oder überflüssig vorkommen. Und so kommen wir an den Punkt wo Nichtstun wirklich Kraft kostet: Wenn ich mich gegen die manchmal übermächtigen Erwartungen, Anforderungen oder Ansprüche hinwegsetze und nichts tue, einfach nur bin. Das kostet dann schon Überwindung, ja sogar Kraft. Innere Kraft loszulassen, mich vom Alltag, mit seinen Pflichten, Besorgungen und Sorgen zu befreien. Mein Glaube kann mir dabei helfen. Weil er mir sagt: Du bist nicht was Du tust oder was Du leistest. Du bist wertvoll, ganz einfach weil Du bist. Und wie Du bist. Und das gibt mir dann immer wieder die Kraft genüsslich und mit gutem Gewissen mal nichts zu tun. GAR NICHTS!
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