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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Endlich Urlaub! Die heiligste Zeit im Jahr – egal ob zu Hause oder weit weg. Die meisten werden die Urlaubszeit herbeigesehnt haben, weil sie müde sind und Abwechslung brauchen. Urlaub eben! Eine Zeit, in der für die meisten die Zeit ein wenig anders ablaufen darf als sonst immer.
Als ich ein Kind war, sind wir selten in Urlaub gefahren. Trotzdem gab es tolle Ferien. Unsere Mutter hat nämlich einige Regeln aufgehoben, die sonst eisern galten. Mittagessen fand dann mal auf der Haustreppe statt oder am Sandkasten; mitten am Tag und ohne jeden besonderen Anlass wurde Kuchen gebacken; wir durften mit dem Gartenschlauch Wasserspiele machen; und Aufräumen konnten wir auch mal bleiben lassen, dafür Spielen fast ohne Begrenzung und alle waren fröhlich und viel gelassener als sonst. Auch die Mutter. Für mich war das immer himmlisch!
Solche Zeiten brauchen die meisten immer mal wieder. Zeiten, in denen die eng getakteten Abläufe mal außer Kraft sind. In denen ich mich selbst und die Welt mit anderen Augen sehe. Für mich ist Urlaub auch immer damit verbunden, dass ich deutlicher als sonst darauf achten kann, was ich jetzt machen möchte oder nicht. Jetzt entscheide ich und nicht die Uhr. Habe ich wirklich Hunger – oder nicht? Möchte ich kochen, joggen, lesen, oder schlafen? Oder mag ich jetzt gar nichts tun? „Die Seele baumeln lassen“, sagen manche dazu.
Jeder hat da so seine eigenen Vorlieben: Aktiv-Urlaub oder Faulenzen - Meer oder Gebirge – einfach oder luxuriös – weit weg oder zuhause. Entscheidend ist, dass der Mensch zu sich kommt, Ruhe findet, und Abwechslung, und Anregungen – und vielleicht auch mal etwas anderes erleben darf als sonst.
Es soll auch Menschen geben übrigens, die den Rhythmus ihres Alltags auch im Urlaub durchhalten. Die auch in den Ferien früh aufstehen, immer zur gleichen Zeit essen, das normale geregelte Leben weiterführen. Warum nicht, wenn es ihnen gut tut? Es geht schließlich ums Wohlfühlen. Nicht um Vorschriften.

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