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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Ein junger Vater betrachtet seine schlafenden Zwillinge und strahlt vor Glück. „Ich muss jetzt dauernd beten“, gesteht er mir. „Früher habe ich nie gebetet, aber seit die Kinder auf der Welt sind, bete ich ganz oft.“

„Weil sie sich sorgen…?“ frage ich. Die Kinder liegen noch im Krankenhaus, sie müssen noch ein wenig zunehmen.
„Ja, aus Sorge, aber auch aus Dankbarkeit. Ich danke Gott für dieses große Wunder. Ich bin unendlich dankbar, dass alles gut gegangen ist. Auch hätte ich nicht für möglich gehalten, dass ich so viel Liebe verspüren kann.
Ich bin sehr glücklich, und gleichzeitig habe ich Angst, dass irgendetwas passieren könnte. Deshalb bete ich: vor lauter Glück und aus Angst um dieses Glück.“

Man sagt immer: Not lehrt beten. Hier ist einer, den hat das Glück beten gelehrt. Denn er spürt:
Das hier, das weist weit über alles menschlich Machbare hinaus. Ein Kind ist ein Wunder, und zwei noch ein viel größeres. Und das raubt diesem Vater schier den Atem.

Aber das Glück hat auch eine andere Seite, und die heißt Sorge.
Aus eigener Erfahrung möchte ich behaupten:
Mit den Kindern kommen auch die Sorgen um sie auf die Welt.
Manche dieser Sorgen sind begründet – wenn ein Kind krank ist, oder Schwierigkeiten hat, sei es in der Schule oder mit anderen Kindern. Oft genug sorgt man sich als Eltern aber auch ganz einfach über alle möglichen Probleme, die noch gar nicht anstehen.

So wie der Vater der Zwillinge. Eigentlich ist alles gut gegangen, dennoch macht er sich Sorgen, dass sich sein Glück trüben könnte.
Und was tut er? Er betet.

Das Gebet hilft, mit so einem großen Geschenk besser umgehen zu können. Weil die Kinder von Gott kommen, kann ich Gott darum bitten:
„Behüte unsere Kinder und hilf uns Eltern bei unseren Aufgaben.
Bewahre sie davor, dass wir sie aus lauter Sorge klein halten und sie am Wachsen hindern.
Und bewahre sie davor, dass wir sie aus lauter Eifer überfordern.
Amen.“
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