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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

„Wahrscheinlich gibt es Gott nicht. Höre auf, dir Sorgen zu machen, und genieße das Leben.“ So kann man es in großen europäischen Städten als Bus-Reklame lesen, und auch in Deutsch-land gibt es Vorstöße für eine solche Werbung. Hier ist die Existenz Gottes offenbar eine lästi-ge Sache, die den Menschen Sorgen bereitet und dem Lebensgenuss im Wege steht. Davon sollen sie sich nun frei machen und ihr Leben genießen.
Ich kann dem Werbeslogan in vollem Umfang zustimmen. Ich glaube auch nicht an einen Gott, der Sorgen macht. Der vielleicht eifersüchtig über seine Kreaturen wacht, ihnen nichts Gutes gönnt und alles verbietet, was Spaß macht. Oder einen Gott, der bloß die Lücken füllt, die die Naturwissenschaft vorläufig noch offen lässt. Oder einen Gott, auf den sich Machthaber beru-fen, um ihre zweifelhafte Politik zu rechtfertigen. Ein solcher Gott macht tatsächlich Sorgen - und einen solchen Gott gibt es wahrscheinlich nicht.
Der Gott, an den Christen glauben, ist anders. Er hat es sich – bildlich gesprochen – in den Kopf gesetzt, das Glück und Heil der Menschen vollkommen und überreich zu machen. Dafür hat er sogar seinen Sohn auf`s Spiel gesetzt. Dieser Gott heilt und befreit, vergibt Schuld und richtet auf und ist nicht zuletzt der Schrecken aller Machthaber, die sich gerne an seiner Stelle sähen.
Dieser Gott macht keine Sorgen. Dieser Gott macht allen Sorgen ein Ende. Wirklich sorgen müssten wir uns nur, wenn es diesen Gott nicht gäbe. Wenn es nichts Größeres gäbe als unse-re Phantasien und Ängste, nichts Größeres als unser zwar ehrliches, aber letztlich bruckstück-haftes Streben, Leben und Lieben, nichts Größeres als menschliche Macht, Schuld und Gier – wenn es nichts Größeres gäbe, dann hätten wir wirklich ein Problem. Ohne Gott blieben uns nur Götzen: Geld, Macht, Arbeit, Wellness oder was auch immer.
Nun hat sich aber Gott in Jesus Christus gezeigt als der liebende, heilende und befreiende Gott. Also machen wir uns keine Sorgen und genießen dankbar das Leben, das er uns ge-schenkt hat.


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