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SWR3 Gedanken

Wenn es nur so einfach wäre... Man wählt eine Telefonnummer, und schon geht der liebe Gott ran. Dann könnte ich endlich loswerden, was ich ihm schon lang mal sagen wollte: warum muss es auf der Welt so ungerecht zugehen? Oder warum haben es manche Menschen hier so schwer?
In Holland hat jetzt ein Künstler eine Handynummer unter dem Namen „Gott“ einrichten lassen. Er heißt Johan van der Dong und ist aus Groningen. Er sagt: „Anrufer sollen die Gelegenheit haben, direkt mit Gott zu sprechen.“ Na ja, wie gesagt: wenn es nur so einfach wäre...
Jedenfalls meldet sich unter der Handynummer eine Stimme: „Sie sprechen mit Gott. Im Augenblick bin ich nicht anwesend. Hinterlassen sie ruhig eine Nachricht oder rufen sie später noch einmal an. Und möglicherweise werden sie dann erhört.“
Johan van der Dong erklärt die Aktion so: „Der Ansagetext soll Menschen ermutigen, ihre Gedanken zu ordnen und zu formulieren. Das ist auch eine Form des Gebets.“
Viele schütteln den Kopf, wenn sie von dieser Aktion hören. Ich finde aber, so daneben ist diese Idee gar nicht. Wenn ich bete, dann kann ich mit Gott so sprechen, als wenn ich mit einem guten Freund telefoniere. Ich kann ihm erzählen wie´s mir geht. Oder ich kann mich auch mal ausheulen. Allerdings: eine direkte Antwort darf ich von Gott nicht erwarten. So ähnlich wie beim Anrufbeantworter eben.
Aber eigentlich brauche ich zum Beten kein Handy. Ein einfaches Gebet kann ich immer und überall sprechen. Und ich kann damit rechnen, dass Gott es hört. Gebührenfrei.
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