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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Immer noch ist Fastnacht. In Mainz und Umgebung, in Köln und so weiter am Rhein. Nicht anders in den Gebieten der alemannischen Fasnet. Anderswo wird schon wieder normal gearbeitet. Aber es ist schon fein, noch einen Tag zu haben hier, noch einen Tag mit dieser besonderen Freude, einen ausgelassenen Tag, einen freien Tag........?
Früher gab es die Fastnacht nur in katholischen Gegenden. Einmal noch wollten alle über die Stränge schlagen vor der strengen Fastenzeit, einmal noch viel essen und trinken und feiern und der Obrigkeit eine lange Nase drehen.
Freude und Glauben – das ist kein Gegensatz. Kein bisschen. Einer meiner Lieblingssätze lautet: „Die Freude an Gott ist unsere Kraft!“
Freude – Kraft – Gott. Ein feiner Dreiklang – für manche vielleicht überraschend?
Aber das geht ganz gut zusammen.
Freude und Lachen, ausgelassen sein und Übermut – das sind wichtige Haltungen im Leben. Freude steckt an, wenn Menschen zusammen sind. An Fastnacht besonders, da geht’s lockerer zu, sind alle Anstrengungen egal und die Menschen stecken sich gegenseitig an mit der Fröhlichkeit. Für ein paar Stunden werden sie großzügiger und freier. Sie genießen es, mal alles ohne größere Absichten zu machen außer der einen, vergnügt zu sein und „den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen“.
Und genau das....mit einem ganz klein wenig anderen Ton, kann auch einem gläubigen Menschen mit seinem Gott geschehen. Wenn mir klar wird, dass ich Gott einen guten Gott sein lassen kann. Wenn mir klar wird, dass ich vor Gott keine Anstrengung brauche und loslassen kann. Wenn ich spüre, dass ich so, wie ich gerade bin, sein darf. Dass ich locker lassen darf. Weil er für mich sorgt. Und mich sein lässt.
„Die Freude an Gott ist unsere Kraft!“
Es ist gut, mit anderen zusammen auf die Suche danach zu gehen. Denn gemeinsam lässt sich die Freude an Gott leichter finden. Und dann wächst Kraft fürs Leben. Und Mut.
Manchmal – vielleicht - sogar ein bisschen Übermut.
Und auch das ist gut so vor Gott.

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