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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

„Wer mein Jünger sein will, (...) der nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ (Mk 8,34) Kein anderes Wort Jesu kommt so häufig in den Evangelien vor wie dieses. Fünfmal wird es erwähnt. Jesus ist Realist und redet Klartext. Er lässt seine Freunde nicht im Unklaren. Wer sich der Sache Gottes ganz verschreibt, der muss mit Widerspruch, Anfeindung und Verfolgung rechnen.
Christenverfolgung. Da denkt man an das alte Rom. Unerschrockene Männer und Frauen in der Arena, zerrissen von wilden Tieren. Märtyrer vor fast 2.000 Jahren. Aber die Ausgrenzung von Menschen, die Jesus nachfolgen, ist kein abgeschlossenes Kapitel der Geschichte.
In vielen Ländern werden Christen auch heutzutage benachteiligt, rechtlos gemacht und angegriffen. Keine Religionsgemeinschaft erleidet weltweit eine solche Verfolgung. Man schätzt, dass 80 % aller Menschen, die aus religiösen Gründen ermordet werden, Christen sind.
Erschreckende Meldungen kamen vor Wochen aus Indien. Fanatische Hindus hatten Christen lebendig begraben, Ordensfrauen vergewaltigt und getötet – unter den Augen der Polizei. Im Sudan werden Christen versklavt. In anderen islamischen Ländern drohen Gefängnis, Folter und Steinigung, wenn sich Muslime taufen lassen. Aber auch in kommunistischen Diktaturen wie China oder Nordkorea ist es gefährlich, ein Christ zu sein. Und das, obwohl alle diese Staaten als UN-Mitglieder die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte unterzeichnet haben. Die Religionsfreiheit ist darin garantiert (Artikel 18).
Was kann man tun, um den verfolgten Christen zu helfen? Beten allein genügt nicht. Hilfsorganisationen wie „Kirche in Not“, „Amnesty International“ oder die „Internationale Gesellschaft für Menschenrechte“ setzen sich konkret für die Inhaftierten ein. In manchen Kirchengemeinden gibt es Solidaritätsgruppen, die auf das Schicksal der Verfolgten aufmerksam machen. Sie schreiben Briefe an die Verantwortlichen und ermutigen die Verfolgten. Das ist gelebte Solidarität. Der Hebräerbrief im Neuen Testament formuliert das so: „Denkt an die Gefangenen, als wäret ihr mitgefangen.“ (Hebr 13,3)
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