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SWR3 Gedanken

Unternehmen haben nichts zu verschenken. Gott schon.

„Verdienen Sie 2000 Euro im Monat ohne zu arbeiten“ So was landet täglich in meinem Spam-Ordner. Als ich zum ersten Mal eine Mail gelesen habe, die mir ein Erbe in Millionenhöhe versprach, wenn ich nur für eine kleine Zeit mein Konto zur Verfügung stelle, habe ich auch kurz überlegt. Kann das sein? Schön wäre es schon.

Aber das Misstrauen meiner Eltern hat mich bewahrt. Sie haben immer gesagt: Niemand hat etwas zu verschenken.

Auch wenn es vielleicht traurig klingt, aber ich denke, das stimmt. Deshalb mache ich auch bei keiner Payback-Aktion mit oder bei irgendwelchen Preisausschreiben. Denn jede Rabatt-Aktion muss von den Händlern mit einberechnet werden, das heißt, irgendwie holen die sich das Geld wieder, was sie ausgegeben haben. Zum Beispiel durch höhere Preise. Oder indem sie meine Daten für teuer Geld verkaufen.

Dabei finde ich es nicht schlimm, dass Unternehmen das so machen, schließlich müssen die ja Geld verdienen. Und erst wenn sie etwas verdient haben, können sie es auch ausgeben. So ist das nun mal. Ich mag nur den Etikettenschwindel nicht.

Eine Freundin von mir macht es anders: Sie hat Zeit. Und sie verschenkt sie gerne. Kommt zu mir und schenkt mir ihre Zeit, die will auch nichts dafür, wenn sie zuhört und wenn wir geredet haben, bin ich meistens gut gelaunt. So stelle ich mir das auch bei Gott vor: Gott schenkt mit wirklich etwas, was ich auch weiter geben kann. Seine Liebe.
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