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SWR3 Gedanken

Neun ausgewachsene Kriege und 345 Krisen. Das zählte das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung allein in diesem Jahr. Das bedeutet, dass die Zahl der Kriege und bewaffneten Konflikte in diesem Jahr zugenommen habe. Weltweit gab es nach Angaben des Instituts vier „schwere Krisen“ drei „Kriege“ mehr als im letzten Jahr.
Ich finde das traurig. Vor allem zur Weihnachtszeit schmerzt das sehr. Schließlich heißt es doch in der Weihnachtsgeschichte: Friede auf Erden.

Aber wer denkt, mit der Geburt eines Kindes würden schlagartig alle Konflikte beendet, der überschätzt die Folgen einer Geburt gewaltig oder hat die letzten 2000 Jahre nicht mitbekommen. Da hieß es nämlich auch jedes Mal an Weihnachten: Und Friede auf Erden. Auch im ersten und zweiten Weltkrieg, genauso im 30jährigen Krieg oder eben letztes Jahr in Kongo.

Kriege ausschalten, indem es einen Schalter umlegt, das kann dieses Kind nicht. Aber es kann unser Herz berühren. Es kann uns – ja- weich machen. Haben Sie schon mal ein Kind beim Schlafen beobachtet? In mir jedenfalls weckt das die Sehnsucht, es auch so friedlich zu haben.

Deshalb glaube ich auch, dass mit der Geburt Jesu wirklich Friede auch Erden wenigstens kommen wird. Solange die Sehnsucht nach Frieden bei uns wach gehalten wird. Denn solange die Sehnsucht nach Frieden wach gehalten wird, wird es wohl auch immer wieder Menschen geben, die sich mit aller Kraft dafür einsetzen den Frieden zu gewinnen.

Friede – das kommt nicht von heute auf morgen. Friede, wird wachsen, wie ein kleines Kind wachsen wird. Deshalb gebe ich auch nicht die Hoffnung auf, dass es noch was wird, mit dem Frieden. Was für eine Vorstellung: Das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung überschreibt ihren Bericht mit diesem biblischen Satz: Frieden auf Erden.
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