Alle Beiträge

Die Texte unserer Radiosendungen in den Programmen des SWR können Sie nachlesen und für private Zwecke nutzen.
Klicken Sie unten die gewünschte Sendung an.


Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Die Tiere im Stall haben mich schon immer interessiert: Ochs und Esel sollen es gewesen sein, damals in Bethlehem. Sie spielen zwar nicht die Hauptrolle an Weihnachten, aber wichtig sind sie schon.
Maria und Joseph sind hier untergekommen, und sie legen ihren neugeborenen Sohn mitten bei den Tieren in dieser ärmlichen Behausung ab.
Wahrlich, das war keine gute Adresse für eine Übernachtung. Und erst recht nicht für eine Geburt. Und mehr noch: Die Familie ist unterwegs! Sie sind fremd hier! Doch, weil sie keinen anderen Platz gefunden haben, bleibt ihnen eben nur diese ziemlich raue und kalte Wirklichkeit.
Sollte das Gottes Plan gewesen sein, dass gerade in einer solchen Umgebung Christus das Licht der Welt erblickt?
Ja, wahrscheinlich schon. Dieser Stall lässt uns nämlich besser als jeder andere Ort spüren, dass Gott zu uns kommt, zu uns herunter kommt, – und nicht wir zu ihm aufsteigen müssen. Gott sucht seinen Platz an der untersten Stelle in unserer Rangordnung. Hier, zwischen Ochs und Esel, zwischen Mist und Spinnweben, wird Christus geboren. Bei den Armen und Kranken, bei den Hoffnungslosen und Enttäuschten, den Einsamen und Ausgestoßenen. Da ist Christus geboren. Und nicht oben im Palast.
Die ersten, die sich ein Bild von dieser Szene machen, sind die Hirten. Sie kommen vom Feld herüber. Und ich denke, diese Hirten waren es, die so etwas wie einen Glanz in dem Stall bemerkt haben: Gespürt haben, dass das nicht nur eine Notsituation war, sondern dass hier Licht in die Welt gekommen ist. Die Hirten erzählen hernach aller Welt, was sie gesehen haben. Und sie erzählen, wer das Kind in der Krippe ist.
Seither hat diese Geschichte von der Geburt im Stall die Herzen der Menschen bewegt. Die ganze Welt erinnert sich an Weihnachten an das Licht, das ausgerechnet in einem Stall zu leuchten beginnt. Bis heute.
Gott segnet diese Nacht. Segnet alle, die schwer zu tragen haben an eigenen und an fremden Lasten. Gott segnet mit diesem Kind von Maria und Josef seine ganze Schöpfung.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=5133