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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

500 Ehepaare tanzen gemeinsam auf dem Domplatz einen festlichen Walzer – ein tolles Bild, das ich im Herbst vor dem Speyerer Dom erlebt habe. Der Anlass: Die Diözese Speyer hatte Jubel-Ehepaare zu einem Gottesdienst und zu einem Empfang eingeladen. Über 500 Ehepaare sind gekommen, die dieses Jahr 65, 60, 50, 25 oder 10 Jahre verheiratet sind.
Und sie wollten Gott danken – dafür, dass sie so lange gut in der Ehe zusammenleben. „Natürlich hat es in den vergangenen fünf Jahrzehnten auch Krisen gegeben“, bekannte eine 83jährige. „Doch sie machen stärker.“ Mit ihrem Ehemann ist sie sich einig: Das Geheimnis ihrer Ehe sind Toleranz und die Fähigkeit, verzeihen zu können.
Ein Silberhochzeitspaar erzählte aus seiner Erfahrung: „Wir glauben, dass eine lebendige Liebesbeziehung bis ins Alter möglich ist. Bis jetzt haben wir das erreicht – mit Gottes Hilfe. Er ist das verbindende Element, der ‚Dritte im Bunde’. Natürlich reflektieren wir unsere Beziehung auch. Und wir beten miteinander.“
Ich hab an diesem Tag erlebt, was viele Studien zeigen: Das Gebet und der Glaube fördern das Miteinander. Deshalb ließen sich die einzelnen Ehepaare am Ende des Dankgottesdienstes noch einen besonderen Segen geben. Es hat mich als Priester sehr bewegt, die langjährigen Eheleute, die da strahlend vor mir standen, zu segnen. Ich breitete die Hände über sie aus und sprach ihnen den Segen zu: „Gott hat euch beide in seiner Liebe zusammengeführt. Er lasse euch weiterhin in Liebe miteinander leben. Er halte seine schützende Hand über euch und eure Familien und schenke euch seinen Segen. Er gebe euch treue Freunde und Frieden mit allen Menschen.“
Ein solcher Segen ist keine Garantie dafür, dass weiterhin alles gut geht. Aber er stärkt die Ehepaare. Wer lässt sie spüren, dass Gott ihnen beisteht, dass er in den Höhen und Tiefen ihrer Liebe bei ihnen ist. Kein Wunder, dass viele Ehepaare nach ihrem Segen Tränen der Rührung und der Freude in den Augen hatten.
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