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SWR3 Gedanken

Beten ist auch Schweigen. Ja, ich glaube, beides gehört zusammen:
Beten ist auch Schweigen.
Vielleicht ist das Schweigen beim Beten sogar das Wichtigste.
Beim Reden jedenfalls ist das so:
Denn nicht nur die gesprochenen Worte haben etwas zu sagen,
sondern auch die Stille, welche die Worte voneinander trennt.
Wenn wir zuviel reden, wirken wir komisch oder sogar unglaubwürdig.
Alle guten Gespräche brauchen deshalb auch Zeiten des Schweigens.
Und so ein Schweigen kann mehr sagen als tausend Worte.
Deswegen ist das Schweigen manchmal auch so anstrengend.
Es kann schwer sein, mitten in einem Gespräch eine Pause auszuhalten.
Manchmal sagt man dann nur deswegen irgendetwas,
damit die Stille nicht peinlich wird.
Das gleiche gilt für Gebete, unsere Gespräche mit Gott:
Wer da keine Worte findet, ist oft traurig und enttäuscht.
Ich kann nicht beten, heißt es dann, weil ich nicht weiß, was ich sagen soll.
Diese Sprachlosigkeit vor Gott kommt schon in der Bibel vor.
Immer wieder berichtet die Bibel davon, dass gerade die Menschen,
die besonders intensiv nach Gott suchen, im Gebet sprachlos werden.
Sie finden keine Worte für das, was ihnen jetzt wichtig ist – und sie merken, dass sie vor Gott auch keine Worte brauchen. Jesus sagte einmal:
„Wer zu Gott betet, braucht nicht viele Worte zu machen.“
Ich glaube: Wer beim Beten nicht viele Worte macht, sondern nur schweigt,
sagt vielleicht gerade das Wichtigste.
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