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SWR3 Gedanken

Mensch, Paulus, wie konnte das nur passieren,
dass die Juden bei Dir so schlecht wegkommen!?
Weißt du eigentlich, was etwa die Nazis daraus schließlich gemacht haben!?
Ich meine, du hast doch Theologie studiert – jüdische Theologie.
Bestimmt, weil dein Glaube dir so wichtig war.
War ja kein Pappenstiel, denke ich mal:
Im Beruf als Zelt-Macher die Brötchen verdienen
und nebenbei noch die Bibel lernen und die ganze Theologie…
Wem das alles nichts bedeutet,
der lässt den lieben Gott einen guten Mann sein.
Aber nein:
du musstest sogar mithelfen, das Judentum zu verteidigen.
Es ging gegen die Jesus-Sekte damals;
die Leute, die mit diesem Jesus durchs Land gezogen waren.
Als die Römer ihn endlich umgebracht hatten,
behaupteten die Fans doch tatsächlich:
Er war der Messias und er lebt – Gott hätte den Toten auferweckt.
Aufräumen damit, wegmachen – da hast du dich profiliert.
Du warst der Strippenzieher,
als Fanatiker den Jesus-Jünger Stefanus mit Steinen erschlagen haben.
Und dann, ein paar Jahre später, da klingt es ganz anders:
Die Juden sind blind, sagst du.
Sie haben den Messias übersehen; sie haben die Chance missachtet,
die Gott ihnen mit diesem Jesus gegeben hat.
Christus-Mörder, haben manche da gelesen – obwohl du so was
nie gesagt oder geschrieben hättest.
Wenn man genau hinguckt,
dann hast du ja auch für die Juden eine Hoffnung gehabt.
Du warst schließlich einer von ihnen; sie sind dein Volk -
und du bist einer von ihnen geblieben.
Das liegt nur wie ein Schleier auf ihren Augen, sagst du –
einen Schleier kann man wegnehmen;
und Gott kann und wird sie befreien.
So wie er dir die Augen geöffnet hat...
Die Juden bleiben für uns Christen ältere Geschwister
im Glauben an den gleichen Gott.
Mensch Paulus – wenn du das zu lernen geschafft hast,
dann werden es auch die Christen heute schaffen..
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