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SWR3 Gedanken

Mensch Paulus –
das wäre doch bestimmt ein Tag für dich, heute.
Antikriegstag, nennen ihn viele in Deutschland.
Am ersten September ’39, heute vor neunundsechzig Jahren,
hat mit dem Überfall der Wehrmacht auf Polen
der zweite Weltkrieg angefangen.
Der Größenwahn des sogenannten Führers
und der von ihm und seinen Nazis verrückt gemachten Deutschen -
wie übel ist das alles der ganzen Welt bekommen.
Nie wieder Krieg – die Botschaft war nicht neu;
die hätten gerade die Deutschen
schon nach dem verlorenen ersten Weltkrieg gelernt haben können.
Oder auch schon viel früher – von dir, lieber Paulus.
In deinen Briefen
(und das sind ja die ältesten Stücke im Neuen Testament) –
immerzu schreibst du da vom Frieden.
Und das ist mehr als nur Seelenfrieden.
Seid untereinander eines Sinnes; …
Vergeltet niemand Böses mit Bösem! …
Soweit es euch möglich ist, haltet mit allen Menschen Frieden!
Rächt euch nicht selber…
Wenn dein Feind Hunger hat, gib ihm zu essen,
wenn er Durst hat, gib ihm zu trinken…
Nur eine Stelle von vielen.
Ja, du hast gewusst, was Unfriede und Streit
zwischen Menschen anrichten.
Und dass alles nichts ist, wenn es keinen Frieden gibt.
Obwohl du ja keinem Streit aus dem Weg gegangen bist,
gerade nicht unter Brüdern und Kollegen,
wenn es um die Sache ging oder für die Wahrheit erforderlich war.
Faulen Frieden hättest du verabscheut.
Und wie macht man das?
„Lass dich nicht vom Bösen besiegen“,
schreibst du – und gäbe es Böseres als Krieg und Unfrieden!?;
„sondern besiege das Böse durch das Gute!“
Ja, Paulus, da hättest du auch heute noch richtig Recht gehabt…
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