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SWR3 Gedanken

15MAI2008
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Als auf Papst Johannes Paul II. ein Attentat verübt wurde, hat mich vor allem eines beeindruckt: Der Papst hat keine Rache gefordert, sondern ist ins Gefängnis gegangen. Wollte mit dem Attentäter reden, hat für ihn gebetet.
Jetzt war sein Nachfolger – Benedikt XVI. in den USA. Und ich habe wieder gestaunt. Es war in New York. Dort, wo an jenem 11. September Selbstmordattentäter so viele Menschen ins Verderben gerissen haben. Wo das World Trade Center in sich zusammengestürzt ist und so viele Menschen unter sich begraben hat. Ground Zero. Benedikt XVI. kniete sich nieder und betete. Für die vielen Menschen, die sterben mußten, für die Angehörigen, für alle Opfer der Gewalt. Und dann sagte er:
„Gott des Friedens, bring deinen Frieden in unsere gewalttätige Welt: Frieden in die Herzen aller Männer und Frauen und Frieden unter den Nationen der Welt. Führe jene auf deinen Weg der Liebe, deren Herzen und Gedanken sich in Hass verzehren.“
Gerade dieser letzte Satz hat mich bewegt:
„Führe jene auf deinen Weg der Liebe, deren Herzen und Gedanken sich in Hass verzehren.“ Keine Rachegelüste, keine Strafforderungen, kein ewiges Höllenfeuer, sondern die Bitte um Verwandlung. Wie schön wäre es, wenn sich tatsächlich der Hass in der Welt in Liebe verwandeln könnte. Für uns Menschen scheint das unmöglich zu sein. Aber mit Gottes Hilfe kann es vielleicht doch gelingen.

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