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SWR4 Abendgedanken

22OKT2021
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„Wie herrlich ist es nichts zu tun und dann vom Nichtstun auszuruh’n.“ Eine Kalenderblattweisheit. Sie war auf unserem Tischkalender und hat zur morgendlichen Erheiterung beigetragen.
Kinder können das irgendwie noch: einfach mal unbeschwert in den Tag hinein leben und nichts tun. Also nichts, was irgendwie gerade verlangt wird, was auf der To-Do-Liste steht, was irgendwie zwingend nötig ist. Kinder machen manchmal einfach das, was sie tun wollen.

Da werden die Hausaufgaben unterbrochen und draußen wird gegen den Ball getreten und um sich vom Fußball zu erholen, noch auf dem Trampolin gesprungen. Da wird das Aufräumen des Zimmers in Etappen eingeteilt, frei nach dem Motto: Ist die eine Ecke des Zimmers ordentlich, kann ich doch dort wieder dort was spielen.

Nichtstun, unbeschwert in den Tag hinein leben Das würde ich auch so gerne wieder können. Irgendwie habe ich das verlernt. Die Pflicht geht immer vor: da ein Anruf, dort die Ablage, die Spülmaschine muss ausgeräumt werden und die Bügelwäsche wird auch nicht weniger. Das eine geht in das andere über. Manchmal komme ich mir vor wie in einem Hamsterrad. Zur Ruhe komme ich einfach nicht. Das ist schade. Denn so wurde laut biblischem Schöpfungsbericht extra ein Ruhetag für den Menschen geschaffen. Ein Tag, um Nichts zu tun.

„Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn zu einem heiligen Tag. Denn an diesem Tag ruhte Gott aus von all seinen Werken, die er geschaffen und gemacht hatte.“ (1. Mose 2,3)

Ausruhen, zur Ruhe kommen, runterfahren und mal abschalten. Ich bin froh, wenn mir das wieder gelingt. Das heißt nicht, dass ich nicht gerne meiner Arbeit nachkomme, sie sollte mir aber auch nicht über den Kopf wachsen. Sechs Tage Arbeit - das ist genug. Mehr geht eben nicht, meine Kraft ist begrenzt. Deshalb mache sonntags mal nichts und betrachte zufrieden das, was ich geschafft habe. Und schätze das auch wert.

Am siebten Tag zu ruhen. Das ist gut. Mal nichts zu tun, das hat doch was. Am besten ist es, ich fange übermorgen mal damit an. Denn ist herrlich, auch mal nichts zu tun.

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