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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

23SEP2021
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In meine Morgen- und Abendgebete ist in den letzten Wochen ein neuer Satz hinzugekommen. Immer wieder kommt er mir flehentlich über die Lippen: „Ach Gott, lass doch bitte das Impfen weiter vorankommen!“ Morgens und abends schau ich auf die Nachrichten und seit Corona auch auf die Inzidenz-Zahlen und die Zahlen der Coronakranken. Und die machen mir in diesem September wieder Sorgen. Viele Menschen infizieren sich wieder mit dem Coronavirus. Und etliche landen in den Krankenhäusern, auch immer mehr jüngere. Erschöpfte Intensivärzte sagen: Wir hatten gehofft, dass es so schlimm nicht noch mal werden würde. Und jetzt haben wir wieder Menschen, die an der Beatmung hängen, und sie sind noch so viel jünger als letztes Jahr.

Ich muss dabei auch an einen Studienfreund von mir denken: Er hat sich letztes Jahr gleich am Anfang der Coronakrise mit dem Virus infiziert. Vier Wochen lang lag er im künstlichen Koma und an der Beatmung. Es war eine sehr schwere Zeit für ihn und seine Familie und auch für uns Freundinnen. Wir waren so froh, als es ihm endlich besser ging. Aber gut geht es ihm nach eineinhalb Jahren noch immer nicht. Ich bete für ihn – und ich bete dafür, dass wenige Menschen so etwas erleben müssen.

Das Virus ist gefährlich und heimtückisch, und es ist sogar noch ansteckender und gefährlicher geworden in den letzten 18 Monaten. Wer nicht geimpft ist, riskiert einen schweren Verlauf und sogar den Tod.

Seit dem Sommer hab ich den vollständigen Impfschutz und bin sehr froh darüber. Es geht ja nicht nur darum, dass ich selbst geschützt bin. Es geht auch darum, dass ich andere schütze. Geimpfte sind weniger ansteckend als Ungeimpfte. Papst Franziskus sagt: Impfen ist ein Akt der Liebe, "für sich, für die Familie und Freunde, sowie für alle Völker".

Ich bete immer wieder zu Gott, dass wir alle gut durch diese Pandemie kommen, dass möglichst wenige erkranken – und dass viele Menschen sich impfen lassen.

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