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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

20SEP2021
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Hupkonzerte. Meist am Freitag oder Samstag draußen auf den Straßen. Alle sollen mitbekommen: Es hat jemand geheiratet. Und die Freude darüber ist so groß, dass mal richtig Krach gemacht wird. Lange Zeit war das nicht zu hören. Denn viele Paare hatten ihre Hochzeit verschoben, gewartet und umgeplant. Jede Menge Ideen wurden da entwickelt, um trotz einiger Einschränkungen ein schönes Fest auf die Beine zu stellen.

Helena ist frisch verheiratet und sie erzählt mir von ihrer Hochzeit in der Pandemie. Und dann sagt sie: „Das gemeinsame Leben wird immer wieder neue Herausforderungen und Schwierigkeiten mit sich bringen. Aber vielleicht ist das auch so ein Punkt, wie unsere Beziehung stärker und größer werden kann.“ Helena hätte allen Grund zum Jammern. So oft musste sie Pläne verwerfen und neu planen. Aber dann sieht sie das Ganze als gemeinsame Herausforderung. Und ihr ist klar: Das werden nicht die einzigen Schwierigkeiten bleiben, die sie durchstehen müssen. Da kommt sicher noch mehr auf sie zu.

Für die Trauung in der Kirche hat sich das Hochzeitspaar die Erzählung vom Senfkorn (Mk 4,30-32) ausgesucht. Das passt. Jesus erzählt da von einem Senfkorn. Winzig klein. Aber wenn es ausgesät ist, wird es zu einem großen Baum, in dem die Vögel sich niederlassen und nisten können. Jesus sagt: „So ist das mit dem Reich Gottes.“

Wie ein Samenkorn fangen auch viele Beziehungen klein an, wachsen langsam. Müssen stürmische und laue Zeiten aushalten. Aber dann kann aus einem kleinen, vielleicht holprigen Anfang die Liebe füreinander wachsen und der Mut, das ganze Leben miteinander zu teilen. 

So zeigen auch die Paare etwas vom Reich Gottes, das Jesus mit dem Senfkorn vergleicht. Sie trauen ihrer Liebe und versprechen, füreinander da zu sein, einander zu achten, zu verzeihen.  Sie vertrauen darauf, dass ihre Beziehung weiterwächst und stark werden kann. Und: Sie können darauf vertrauen: Gott geht mit – egal was kommt.

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