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SWR2 Lied zum Sonntag

20JUN2021
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Singt dem Herrn, alle Völker der Erde

Tag für Tag verkündet sein Heil

Singt dem Herrn, alle Völker der Erde

Tag für Tag verkündet sein Heil

 

 

Singt, als wär' es zum ersten Mal

Singt in allen Sprachen und Tönen

Singt und ruft seinen Namen aus

 

 

Singt dem Herrn, alle Völker der Erde…

 

Werdet nicht müde, von ihm zu sprechen

Von seiner verborgenen Gegenwart

In allem, was lebt und geschieht

 

 

Singt dem Herrn, alle Völker der Erde

 

 

Lasst Gott groß sein und betet ihn an

Er ist mehr als Wort und Gedanken

Sagt es allen: Er ist der Herr!

 

 

Singt dem Herrn, alle Völker der Erde

 

 

Aufnahme; Jugendchor der kath.Gemeinde St.Peter und Paul,  Gerlingen

Leitung Cornelia Karle; Piano, Moritz Müller

 

 

Singt dem Herrn, alle Völker der Erde

Tag für Tag verkündet sein Heil

 

Singt, als wär' es zum ersten Mal

Singt in allen Sprachen und Tönen

Singt und ruft seinen Namen aus.

 

Singt dem Herrn, alle Völker der Erde

Tag für Tag verkündet sein Heil

 

Mit diesem Lied verbinde ich viele Erinnerungen, etwa an Kirchentage und Jugendgottesdienste, die für mich als Jugendliche ein tolles Gemeinschaftserlebnis waren. Endlich kam Schwung in die Kirche. Endlich gab es neue Lieder, die meinem Lebensgefühl entsprachen. Aber nicht alle waren davon begeistert. Manche haben sich am Einzug von Popsound und Schlagzeug in der Messe gestört, und es ist zum Teil erbittert darüber gestritten worden, ob diese Art Musik für den Gottesdienst passt.

Allerdings heißt es schon im 96. Psalm, von dem der heutige Liedtext unverkennbar inspiriert ist:

Singt dem HERRN ein neues Lied, singt dem HERRN, alle Lande!

Der Psalmdichter ist davon überzeugt, dass Glauben immer auch neue Ausdrucksformen braucht. Denn er lebt von dem, was wir jetzt und heute erfahren. Sonst wird er museal. Seine Sprachen und Töne sollten so vielgestaltig und bunt wie die Menschen sein. Mal enthusiastisch, mal kritisch. Mal europäisch geprägt, mal afrikanisch.

Das bedeutet nicht, die Tradition über Bord zu werfen. Glaube braucht auch die „alten Lieder“, um in Verbindung mit den Erfahrungen früherer Generationen zu bleiben. Das ist durchaus eine Herausforderung, in der die Kirche zur Zeit große Spannungen erlebt, denn es geht dabei ja nicht nur um Lieder sondern grundsätzlich darum, wie Glaube heute gelebt und verkündet wird.

Das Lied von heute morgen steht inzwischen im normalen Gesangbuch  für den Gottesdienst. Doch viele der einstigen Jugendlichen haben sich enttäuscht abgewendet, weil sich ihre Hoffnung auf eine lebendige Kirche nicht erfüllt hat. Und die Coronapandemie hat diese lähmende Leere noch verstärkt.

 

Werdet nicht müde, von ihm zu sprechen

Von seiner verborgenen Gegenwart

In allem, was lebt und geschieht

 

Singt dem Herrn, alle Völker der Erde,

Tag für Tag verkündet sein Heil

 

Die jungen Sängerinnen aus der kath. Gemeinde in Gerlingen haben trotz großer Einschränkungen nicht aufgegeben. Ihr Chor war das einzige, was ihnen an Hobbies noch blieb. Und sie haben auch gespürt, wie wichtig ihr Singen für die Gemeinde war. Besonders an den Festen. Da waren sie richtig gefordert, weil sie nur in kleinen Gruppen auftreten durften. Das Lied von heute morgen haben sie dabei oft und gern gesungen.

Es berührt mich, diese jungen Menschen zu hören. Sie tragen die Hoffnung weiter, dass wir Gott und auch heute noch entdecken können. Ihre Stimme ist wichtig. Und auch die von vielen anderen, die hoffentlich bald wieder mitsingen können. Denn wir brauchen die vielen Sprachen und Töne, vertraute und fremde, von Menschen aus verschiedenen Milieus und Kulturen. Nur so können wir  Gottes Größe  erahnen.

 

Lasst Gott groß sein und betet ihn an

Er ist mehr als Wort und Gedanken

Sagt es allen: Er ist der Herr!

 

Singt dem Herrn, alle Völker der Erde

Tag für Tag verkündet sein Heil.

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