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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

17JUN2021
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Ein kleines geschnitztes Holzpferd. Ein Schlüsselbund. Eine Goldkette mit einem Kreuzanhänger. Ein Brief.

Es sind ganz persönliche Gegenstände, die Jugendliche zu einem Treffen mitbringen. Sie erzählen, was das besonders Wertvolle an den Dingen ist: Dass der Opa das Holzpferd der Enkelin geschenkt hat und dass es sie an schöne gemeinsame Erlebnisse erinnert. Oder dass der Schlüsselbund von einem Ferienhaus ist und für geniale Urlaube steht. Oder dass die Goldkette ein Geschenk zur Taufe war und die Jugendliche mit Gott verbindet. Ein Mädchen erzählt von dem Brief und wie wichtig ihr die Freundin ist, die ihn geschrieben hat.

Alltagsgegenstände, hinter denen sich plötzlich eine Geschichte und eine Erfahrung verbirgt. Nur für den Besitzer oder die Besitzerin fangen diese Dinge an zu sprechen. Erzählen davon, was dem Leben Tiefe und Sinn schenkt. Was das je eigene Leben bereichert und stärkt. Die meist einfachen Gegenstände werden erst mit den Geschichten zu Schätzen. Weil sie für Erfahrungen und Erlebnisse stehen, die einmalig und kostbar bleiben.

Vermutlich haben die meisten Menschen solche Dinge, die sie für kein Geld der Welt eintauschen würden. Die sie ganz sorgfältig aufbewahren und wertschätzen, weil sie ihnen heilig geworden sind.  Ich habe auch so eine Kiste, mit ganz besonderen Erinnerungsstücken. Für mich sind sie kleine Heiligtümer meines Alltags. Sie erinnern mich daran, was mich ausmacht, mit wem ich verbunden bin. Aber auch woran ich mich orientiere und festhalte. Worauf ich hoffe.

 

Kein Wunder, dass der Schlüsselbund, das Holzpferd und die vielen anderen Schätze ganz behutsam wieder eingepackt und mitgenommen werden.

Heiligtümer des Alltags eben.

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