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SWR3 Gedanken

14JUN2021
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Selbstfürsorge ist wichtig. Vor allem in Krisenzeiten. Wer fürsorglich mit sich selbst umgeht, sorgt dafür, dass er oder sie bei Kräften bleibt. Nicht um weiter tadellos für andere zu funktionieren. Es geht vielmehr darum, mit sich selber in Kontakt zu bleiben, sich selber zu spüren. Was man wirklich will und braucht. Und was nicht.

Eine ganze Industrie hat sich auf das Thema ausgerichtet. Schaumbäder, Gesichtsmasken aus Heilerde, spezielle Diäten. Alles mit dem Versprechen, dass es danach besser geht – weil man sich was Gutes getan hat. Manchmal kann das vielleicht sogar helfen. Aber ich glaube: Selbstfürsorge geht auch ganz einfach. Sie beginnt bei den elementaren Dingen. Schlaf zum Beispiel. Ausreichend und tief schlafen. Aber das ist gar nicht so einfach. Vor allem, wenn ich mir Sorgen mache. Oder zu viel zu tun ist. Oder andere mich nicht schlafen lassen. In einem Gebet in der Bibel heißt es: Ich liege und schlafe ganz im Frieden, denn Du Gott lässt mich sicher wohnen (Ps 4,8). Manchmal, wenn ich nicht gut einschlafen kann, stelle ich mir vor, dass Gott über mich wacht wenn ich schlafe. Und dass Gott alles trägt, was mich beschäftigt. Dass alles bei Gott gut aufgehoben ist. Das hilft mir.  

Ich vertraue darauf: am nächsten Tag ist auch noch Zeit mich um das zu kümmern, was heute vielleicht liegen geblieben ist. So Gott will und wir leben. Meistens kann ich dann gut schlafen. Vielleicht probieren Sie das auch einmal aus. Kostet nichts und hilft vielleicht nachhaltiger als jedes Wellnessprodukt. Ich jedenfalls fühle mich nach ein paar Stunden tiefen erholsamen Schlafs tatsächlich widerstandsfähiger und meistens auch ein bisschen froh.

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