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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

01JUN2021
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„Gott der Herr nahm also den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue und hüte“ (Gen 2,15). Ein Satz aus der Bibel. Im Paradiesgarten in Koblenz kann ich ihn lesen. Er steht dort in Stein gemeißelt auf einem großen Wasserbecken. Ich gehe gerne in diesen Paradiesgarten: Schöne alte Bäume stehen dort, Blumen, Wiese, Bänke - eine kleine Oase mitten in der Stadt.

„Gott der Herr nahm also den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue und hüte.“ Das Paradies, der gute Anfang, war also ein Garten. Ein Garten, kein Urwald. Nicht Natur pur, sondern gestaltete Natur, wo Wege angelegt werden, wo es Beete gibt und wo Bäume und Sträucher auch mal gestutzt werden. Und das ist ja dann auch der Auftrag Gottes an uns, wir sollen diesen Garten bebauen. Das haben wir jetzt auch hinlänglich Jahrtausende lang gemacht. Haben nicht nur Bäume und Sträucher gestutzt und Wege angelegt, sondern ganze Wälder abgeholzt, riesige Löcher in die Erde gebaggert und ganz schön viel Boden zugepflastert. Und viele haben sich dabei auch noch auf den Auftrag Gottes „den Garten zu bebauen“ berufen. Typisch Mensch, Gottes Gebrauchsanweisung mal wieder nur halb gelesen.  Dass da auch noch das Wort „Hüten“ steht, haben wir geflissentlich überlesen. Hüten bedeutet nämlich vorsichtig sein. Aufpassen, dass da nichts zerstört wird von der guten Schöpfung Gottes. Mit allem pfleglich umgehen, sich liebevoll um alles Lebendige in diesem wunderschönen Garten kümmern. Nach dem wir Jahrtausende lang wie wild rumgebaut haben ist jetzt mal hüten angesagt. Sonst wird es für unsere Kinder und Kindeskinder keine Paradiese mehr geben auf dieser Welt.

In unserm Paradiesgarten in Koblenz ist noch ein zweiter Spruch in Stein gemeißelt, er stammt von Erich Kästner und passt wunderbar zum Spruch aus der Bibel: „Die Erde soll früher einmal ein Paradies gewesen sein, möglich ist alles. Die Erde könnte wieder ein Paradies werden, alles ist möglich.“

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